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Buchbesprechung: Linzi Glass “Im Jahr des Honigkuckucks”

Cover GlassLesealter 14+(Hanser-Verlag 2010, 249 Seiten)

Linzi Glass, die inzwischen in Los Angeles lebt, wurde in Südafrika geboren und hat in ihrem ersten Jugendbuch „Im Jahr des Honigkuckucks“ sicher einige ihrer Erfahrungen aus der früheren Heimat verarbeitet. Denn das Buch spielt nicht in der heutigen Zeit, sondern zu einer Zeit, als in Südafrika noch die Apartheid, die strikte Rassentrennung zwischen Farbigen und Weißen, galt.

Irgendwie ist eine solch strikte Rassentrennung heute für uns ja kaum noch vorstellbar – aber in Südafrika dauerte sie bis 1994, und das ist nicht gerade lange her. Wie das konkret aussah, zeigt zum Beispiel ein Bild der Wikipedia.

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Buchbesprechung: Manfred Theisen “Der Koffer der Adele Kurzweil”

Cover TheisenLesealter 13+(Sauerländer-Verlag 2009, 193 Seiten)

Nach diesem Buch – das habe ich mir vorgenommen – werde ich die literarische Thematisierung der Zeit des Zweiten Weltkrieges mal eine Zeit lang hinter mir lassen und mich anderen Themen zuwenden. Es waren etwas viele Bücher, die ich über das Thema in letzter Zeit gelesen habe – darunter zuletzt Gina Mayers „Die verlorenen Schuhe„.

Manfred Theisen Buch „Der Koffer der Adele Kurzweil“ thematisiert die Judenverfolgung in Frankreich und geht auf einen authentischen Fall zurück. Allerdings ist das Thema in eine Rahmenhandlung eingebettet, die zur heutigen Zeit spielt.

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Buchbesprechung: Gina Mayer “Die verlorenen Schuhe”

Cover MayerLesealter 14+(Thienemann-Verlag 2010, 354 Seiten)

Da ist man gerade auf Seite 353 und blättert weiter, um dann auf der übernächsten Seite die Überschrift „Ein Nachwort“ zu lesen. So ging es mir bei Gina Mayers neuestem Buch „Die verlorenen Schuhe“, das recht abrupt endete. Ich hatte vorher nicht gesehen, dass am Ende außer dem Nachwort noch das Interview mit einer Frau, die als 11-Jährige aus Schlesien fliehen musste, sowie ein umfangreiches Glossar abgedruckt sind.

Das Thema des Buches ist damit auch schon indirekt benannt: Gina Mayer schreibt (übrigens erstmals im Thienemann-Verlag) über die Vertreibung eines Mädchens aus Schlesien, das am Ende des Zweiten Weltkrieges von der russischen Armee besetzt wurde.

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Buchbesprechung: Lia Hills “Leben ist auch keine Lösung”

Cover HillsLesealter 16+(Script5-Verlag 2010, 223 Seiten)

Das ist doch mal ein erfrischender Buchtitel: „Leben ist auch keine Lösung“ (im englischen Original heißt der Roman übrigens „The Beginner’s Guide to Living“) – ich war jedenfalls sofort davon begeistert. Auch das Cover ist, finde ich, schön gestaltet …

Lia Hills ist ein neuer Name unter den Jugendbuchautoren. Die Autorin wurde in Neuseeland geboren, lebt inzwischen aber in Australien in der Nähe von Melbourne. Das bei Script5 verlegte Buch ist ihr erster Roman für junge Erwachsene.

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Buchbesprechung: Michael Morpurgo “Warten auf Anya”

Cover MorpurgoLesealter 12+(Carlsen-Verlag 2009, 173 Seiten)

Schon wieder ein Buch, das zur Zeit des Zweiten Weltkriegs spielt? Manchmal wundere ich mich, warum über den Zweiten Weltkrieg und die Judenverfolgung noch immer so viele Kinder- und Jugendbücher erscheinen. Schließlich haben die meisten Autoren, die darüber schreiben, die Zeit nicht selbst erlebt … Das gilt auch für den Engländer Michael Morpurgo, der 1943 geboren wurde und mit „Warten auf Anya“ ein Buch über die Zeit des Zweiten Weltkriegs in einem französischen Dorf geschrieben hat.

Zugleich – das muss natürlich auch gesagt werden – ist es jedoch gut, dass junge Leser auch heute immer wieder an diese schlimme Zeit erinnert werden.

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Buchbesprechung: Tami Shem-Tov “Das Mädchen mit den drei Namen”

Cover Shem-TovLesealter 11+(Fischer Schatzinsel 2009, 302 Seiten plus Bildanhang)

Es gibt einige Bücher über die Judenverfolgung im Dritten Reich – das bekannteste dürfte wohl „Das Tagebuch der Anne Frank“ sein. Die israelische Schriftstellerin Tami Shem-Tov hat im Jahr 2007 ein Buch herausgebracht, das 2009 auch auf Deutsch erschienen ist und das in vielem dem „Tagebuch der Anne Frank“ ähnelt: Es geht ebenfalls um die Judenverfolgung in Holland, die Hauptperson ist ein Mädchen, das vor den Nazis versteckt wird, und das Buch greift auch eine reale Geschichte auf. Das Besondere an Tami Shem-Tovs Werk ist, dass das Mädchen, um das es geht, im Gegensatz zu Anne Frank heute noch lebt und dass die Autorin somit für ihr Buch recherchieren konnte.

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Buchbesprechung: Marjolijn Hof “Mutter Nummer Null”

Cover HofLesealter 10+(Bloomsbury-Verlag 2009, 140 Seiten)

Tote Maus für Papas Leben“ hieß das viel beachtete Debüt der niederländischen Autorin Marjolijn Hof, das sogar für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2009 in der Sparte Kinderbuch nominiert war. Ging es in dem ersten Werk der Autorin um ein Mädchen, das sich große Sorgen macht, weil ihr Vater als Arzt bei einem Kriegseinsatz dabei ist, so hat Marjolijn Hof diesmal ein anderes Problemthema aufgegriffen: Adoption. Wie der Bloomsbury-Verlag schreibt, hat die Autorin damit übrigens ein sehr persönliches Thema als Vorlage verwendet, weil sie selbst als Adoptivkind aufgewachsen ist.

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Buchbesprechung: Peter Abrahams “… verliefen sich im Wald”

Cover AbrahamsLesealter 11+(Bloomsbury-Verlag 2009, 283 Seiten)

Es hat etwas Beruhigendes, dass es Bücherserien gibt, wo man Figuren begegnet, die man schon kennt. Mit „… verliefen sich im Wald“ ist nun nach „Was geschah in Echo Falls?“ und „Hinter dem Vorhang“ der dritte Krimi von Peter Abrahams, in dem die 13-jährige Ingrid ermittelt, erschienen. Auch diesmal spielt das Buch in Echo Falls, und wie immer kann Ingrid, die Sherlock Holmes als Vorbild hat, es nicht sein lassen, Nachforschungen anzustellen. Denn ein Mord ist passiert, der diesmal noch dazu etwas mit ihrer Familie zu tun hat …

Den dritten Band der Serie kann man übrigens auch lesen, ohne dass man die Vorgängerbände kennt – aber mehr hat man davon sicher, wenn man mit den Buchpersonen in Band 1 und 2 bereits Bekanntschaft gemacht hat.

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Buchbesprechung: Sue Halpern “Das ganz normale Leben der Sasha Abramowitz”

Cover HalpernLesealter 11+(Bloomsbury-Verlag 2009, 268 Seiten)

Ein vierblättriges Kleeblatt (soll Glück bringen) und ein Mädchen, das einem mit muschelförmigen Zöpfen entgegen schaut. Was soll man von einem solchen Buch – noch dazu mit dem langen Titel „Das ganz normale Leben der Sasha Abramowitz“ – halten? Zumindest ist das kein 0815-Cover, und das Mädchen, das einen eher ernst anguckt, verspricht seltsamerweise eher ein witziges als ein trauriges Buch – oder? Und so ist es auch. Eine 11-Jährige beschreibt den ganz normalen Wahnsinn in ihrer etwas ungewöhnlichen Familie.

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Buchbesprechung: Reif Larsen “Die Karte meiner Träume”

Cover LarsenLesealter 14+(S. Fischer-Verlag 2009, 436 Seiten)

Es gibt Bücher, für die braucht man Durchhaltevermögen. Und Reif Larsens „Die Karte meiner Träume“ ist so ein Buch, das man nicht mal nebenbei durchschmökert. 436 Seiten – das klingt nach nicht allzu viel. Aber neben dem eigentlichen Buchtext findet man in dem Buch Hunderte von Nebenbemerkungen und Zeichnungen, und es kostet Zeit, das alles durchzuackern.

Ob sich das lohnt? Lest einfach weiter … – ein außergewöhnliches Buch ist Reif Larsens Roman in jedem Fall. Das sei schon verraten.

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Kurzrezension: Ilkka Remes “Heiße Ware über dem Eismeer”

Cover RemesLesealter 12+(dtv 2009, 297 Seiten)

Den Begriff „Pageturner“ kann ich inzwischen – ehrlich gesagt – nicht mehr hören. Das ist so ein Wort, über das man beim ersten Lesen staunt, das einem bei der zehnten Begegnung aber irgendwann etwas auf den Geist geht.

Warum ich das schreibe? Weil man das Prädikat „Pageturner“ besonders häufig liest, wenn man sich über die Jugendkrimis von Ilkka Remes informiert. „Heiße Ware über dem Eismeer“ ist der dritte Band des finnischen Thrillerautoren Ilkka Remes, in dem der 14-jährige Aaro Nortamo auf Verbrecherjagd geht.

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Buchbesprechung: Marietta Slomka “Kanzler lieben Gummistiefel. So funktioniert Politik”

Cover SlomkaLesealter 14+(cbj-Verlag 2009, 277 Seiten)

Wofür allein dieses Buch schon einmal gut ist? Auf Seite 226 steht es: Um Diplomat zu werden, muss man breites Allgemeinwissen sowie großes Interesse für politische und soziale Sachverhalte nachweisen. Und dafür sollte man die Quittung des Buches aufheben und der Bewerbung für den Diplomatendienst beilegen … Aha.

Marietta Slomka, die das „heute journal“ im ZDF moderiert, ist nicht unbedingt als Jugendbuch-Autorin bekannt. Im Klappentext heißt es wohl deswegen auch nicht umsonst, dass sie sich mit dem Jugendbuchautor und Journalisten Daniel Westland zusammengetan hat, um das Buch zu schreiben. Wer da was und wie viel verfasst hat, bleibt allerdings im Dunkeln (zumal vorne auf dem Cover nur der Name der ZDF-Journalistin steht). Aber nun zum Buch selbst …

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