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Bestenliste (5 Punkte)

Buchbesprechung: Jason Reynolds „Long way down“

Cover: Jason Reynolds „Long way down“Lesealter 14+(dtv 2019, 314 Seiten)

Hat nicht erst letztes Jahr ein Versroman (für mich überraschenderweise) den Deutschen Jugendliteraturpreis bekommen? Es war Steven Herricks „Ich weiß, heute Nacht werde ich träumen“. Ich habe mich jedenfalls gewundert, dass mit „Long way down“ nun schon wieder ein Versroman auf der Nominierungsliste für den diesjährigen Jugendliteraturpreis steht. Jason Reynolds ist ansonsten inzwischen ja ein alter Bekannter – bereits vier Bücher von ihm wurden hier besprochen. Doch dass er in Versen schreibt, ist neu. Und ein dickes Lob schon mal für das Cover, das ich wirklich grandios finde.

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Buchbesprechung: Alan Gratz „Vor uns das Meer“

Cover: Alan Gratz „Vor uns das Meer“Lesealter 12+(Hanser-Verlag 2020, 279 Seiten)

„Drei Jugendliche – Drei Jahrzehnte – Eine Hoffnung“ steht über dem Titel auf dem Cover. Das erscheint auf den ersten Blick etwas reißerisch, aber es trifft im Großen und Ganzen gut, um was es in dem Jugendroman geht (am Ende der Buchbesprechung mehr dazu). Der Jugendroman handelt von drei Familien mit Kindern, die zu unterschiedlichen Zeiten aus ihrem Land fliehen. Das klingt nach einer interessanten Konstruktion, die sich der in North Carolina lebende Schriftsteller Alan Gratz ausgedacht hat. Und das Thema Flüchtlinge ist ja nach wie vor erschreckend aktuell …

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Buchbesprechung: Gabi Kreslehner „Nils geht“

Cover: Gabi Kreslehner „Nils geht“Lesealter 14+(Tyrolia-Verlag 2020, 139 Seiten)

Von Gabi Kreslehner habe ich bisher alle Jugendbücher (und zwei Erwachsenenromane) gelesen. Der Grund dafür ist, dass die österreichische Schriftstellerin immer besondere Bücher schreibt: sprachlich ausgefeilt, mit Ecken und Kanten, nicht immer über einfache Themen. Nach fast vier Jahren Funkstille ist vor kurzem „Nils geht“ erschienen – mit einem interessanten grafisch reduzierten Cover, das allerdings eher an ein Kinderbuch erinnert. Das Thema ist jedoch eindeutig nichts für Kinder: Es geht um fieses Mobbing.

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Buchbesprechung: Neal Shusterman „Scythe – Der Zorn der Gerechten”

Cover: Neal Shusterman „Scythe – Der Zorn der Gerechten"Lesealter 14+(Sauerländer-Verlag 2018, 524 Seiten)

Band 1 der „Scythe“-Trilogie hatte ich gelesen, weil ich gebeten wurde, eine Veranstaltung mit Neal Shusterman zu moderieren. Das Buch hat mich trotz anfänglicher Skepsis so gefesselt, dass ich beschlossen hatte, irgendwann auch Band 2 anzugehen – normalerweise lasse ich schon früher erschienene Jugendromane liegen, weil mein Lesestapel mit aktuellen Büchern viel zu groß sind. Aber die Faschingsferienwoche war passend, um die gut 500 Seiten möglichst schnell wegzulesen; und bereut habe ich es – das sei vorweggenommen – nicht.

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Buchbesprechung: Grit Poppe „Alice Littlebird“

Cover: Grit Poppe „Alice Littlebird“Lesealter 12+(Peter-Hammer-Verlag 2020, 229 Seiten)

Vom Cover dieses Buchs war ich vom ersten Augenblick an angetan – zumindest, als ich wusste, wovon der Jugendroman handelt. Das Indianermädchen mit der roten Bemalung über Nase und Backen, der Blick mit den leuchtenden Augen, der Stolz darin, dazu die rote Titelschrift, die ich sonst vielleicht eher kitschig finden würde – das hat eindeutig etwas. Über zehn Jahre ist es übrigens her, dass ich ein Buch von Grit Poppe gelesen habe: „Weggesperrt“ war ein Buch über ein dunkles Kapitel der DDR-Geschichte – über einen Jugendwerkhof, in dem sich auflehnende Jugendliche kaserniert und schikaniert wurden.

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Buchbesprechung: Dita Zipfel & Rán Flygenring „Wie der Wahnsinn mir die Welt erklärte“

Cover: Dita Zipfel & Rán Flygenring „Wie der Wahnsinn mir die Welt erklärte“Lesealter 12+(Hanser-Verlag 2019, 193 Seiten)

Was für eine cooler Titel mit einem schönen Cover – das waren die ersten Dinge, die mir durch den Kopf gegangen sind, als ich das Buch in den Händen gehalten habe. Die Illustratorin, die Isländerin Rán Flygenring, die auch für das Cover verantwortlich zeichnet, kennt man mitunter: Sie hat Finn-Ole Heinrichs Kinderbücher illustriert. Und wem nun der Name Dita Zipfel nicht bekannt ist, dem sei gesagt, dass sie die Ehefrau von Finn-Ole Heinrich ist. So schließt sich der Kreis. „Wie der Wahnsinn mir die Welt erklärte“ ist übrigens nicht Dita Zipfels erstes Buch, bisher waren es allerdings „nur“ Bilderbücher, die sie veröffentlicht hat.

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Buchbesprechung: Susan Kreller „Elektrische Fische“

Cover: Susan Kreller „Elektrische Fische“Lesealter 13+(Carlsen-Verlag 2019, 181 Seiten)

Zwei erfolgreiche Jugendbücher hat Susan Kreller bisher geschrieben: „Elefanten sieht man nicht“ war eine Geschichte über das heikle Thema der Gewalt in einer Familie und hat gute Kritiken bekommen, „Schneeriese“, der zweite Jugendroman von Susan Kreller wurde mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet (auch wenn es meiner Meinung nach ein wenig gegenüber dem Debüt abfällt). Und das dritte Jugendbuch macht da gleich weiter: „Elektrische Fische“ befindet sich bereits auf der Liste „Die besten 7 im Monat Dezember“ des Deutschlandsfunks. Gespannt war ich jedenfalls auf das Buch mit dem eigenwilligen Titel …

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Buchbesprechung: Neal Shusterman „Kompass ohne Norden“

Cover: Neal Shusterman „Kompass ohne Norden“Lesealter 14+(Hanser-Verlag 2018, 337 Seiten)

Es mag etwas seltsam anmuten, dass hier schon wieder ein Buch von Neal Shusterman besprochen wird – aber das hat seinen Grund. Oder genauer gesagt zwei Gründe. Zum einen war Neal Shusterman am 17.10.2019 hier in Würzburg zu einer Lesung, und weil ich die Aufgabe übernommen habe, diese zu moderieren, habe ich natürlich einige Bücher des Autors gelesen. Zum anderen wurde das Buch (ich hatte es aber wegen der Lesung schon vorher bekommen) auf der Preisverleihung für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2019 von der Jugendjury als bestes Buch aus dem Jahr 2018 ausgewählt.

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Buchbesprechung: Will Gmehling „Freibad. Ein ganzer Sommer unter dem Himmel“

Cover: Will Gmehling „Freibad“Lesealter 10+(Peter-Hammer-Verlag 2019, 156 Seiten)

Ich bin kein großer Fan von Chlorwasser, und das war wohl der Grund, warum ich etwas Zeit gebraucht habe, bis ich mir doch noch Will Gmehlings „Freibad“ vorgenommen habe. Normalerweise bespreche ich außerdem lieber Bücher für Leser/innen ab 12 Jahren; doch weil ich dieses Jahr schon einige gute Bücher für Jüngere gelesen habe, weil „Freibad“ außerdem gut von anderen rezensiert wurde, war ich dann doch neugierig auf das Kinderbuch. Immerhin passt es thematisch gut zu den Rekord-Hitzewerten dieses Sommers, bei denen es einen ins kühle Nass zieht.

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Buchbesprechung: Lara Schützsack „Sonne, Moon und Sterne“

Cover: Lara Schützsack „Sonne, Moon und Sterne“Lesealter 10+(Sauerländer-Verlag 2019, 239 Seiten)

Lara Schützsacks Debütroman „Und auch so bitterkalt“ ist im Frühjahr 2014 erschienen – ein gelungenes, aber nicht in allem leicht verdauliches Buch für Leser/innen aber 14 Jahre. Seitdem gab es kein neues Kinder- oder Jugendbuch der in Berlin lebenden Autorin, die schon Drehbücher geschrieben hat und außerdem als Musikberaterin für Filme arbeitet. Mit „Sonne, Moon und Sterne“ legt Lara Schützsack nun ein Kinderbuch vor, und angekündigt ist für September 2019 schon das nächste: „Tilda, ich und der geklaute Dracula“.

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Buchbesprechung: Steve Tasane „Junge ohne Namen“

Cover: Steve Tasane „Junge ohne Namen“Lesealter 12+(Fischer-Verlag 2019, 138 Seiten)

Das Thema Flüchtlinge ist in den letzten Jahr wieder etwas aus unserem Bewusstsein verschwunden, was auch daran liegt, dass Europa sich inzwischen recht erfolgreich abgeschottet hat. Es sind deutlich weniger Flüchtlinge als vor 3 Jahren, die dieses und letztes Jahr nach Deutschland kamen. Im Jahr 2016 hatten fast 750.000 Menschen in Deutschland Asyl beantragt, 2018 waren es unter 200.000. Doch noch immer gibt es Flüchtlingslager, oft jedoch weit weg von Deutschland im Süden. In einem Flüchtlingslager, wo genau weiß man nicht, spielt auch Steve Tasanes „Junge ohne Namen“.

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Buchbesprechung: Angie Thomas „On the Come Up“

Cover: Angie Thomas „On the Come Up“Lesealter 14+(cbj-Verlag 2019, 497 Seiten)

Mehr Erfolg kann man mit einem Jugendroman-Debüt kaum haben: „The Hate U Give“ führte in den USA viele Wochen die Bestenlisten an, ist inzwischen verfilmt worden und wurde 2018 von der Jugendjury mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Grund für den Erfolg ist unter anderem, dass Angie Thomas sehr authentisch die Welt der Schwarzen in amerikanischen Großstädten beschreibt und sich sehr gut in ihre weibliche Hauptfigur hineinversetzen kann. „On the Come Up“ – das sei vorweggenommen – führt genau das fort …

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