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Buchbesprechung: Julya Rabinowich „Dazwischen: Wir“

Cover: Julya Rabinowich „Dazwischen: Wir“Lesealter 14+(Hanser-Verlag 2022, 255 Seiten)

„Dazwischen: Ich“ war auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle aus Syrien der meines Wissens erste Jugendroman, der sich intensiv damit auseinandergesetzt hat, wie es einem Flüchtlingsmädchen geht, das nach Mitteleuropa kommt. Seitdem sind 5-einhalb Jahre vergangen, und mit „Dazwischen: Wir“ erzählt Julya Rabinowich die Geschichte von Madina weiter – allerdings nicht fünf Jahre, sondern ein Jahr später. Dass der Roman durch den Ukraine-Krieg und die Flüchtlinge aus der Ukraine eine ganz neue und schlimme Aktualität bekommt, war beim Entstehen nicht zu ahnen …

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Buchbesprechung: Dhonielle Clayton, Tiffany D. Jackson, Nic Stone, Angie Thomas, Ashley Woodfolk & Nicola Yoon „Blackout“

Cover: „Blackout"Lesealter 14+(cbj-Verlag 2021, 286 Seiten)

Bei „Blackout“ handelt es sich um ein ungewöhnliches Buchprojekt; denn sechs schwarze Autorinnen aus den USA haben sich während der Corona-Pandemie zusammengetan und gemeinsam ein Buch geschrieben. In Deutschland bekannt sind vor allem Angie Thomas, Nic Stone und Nicola Yoon. Von der letztgenannten Autorin wollte ich schon lange mal ein Buch lesen, bin aber bisher noch nie dazugekommen. Jetzt ist es immerhin schon mal eine Erzählung von ihr geworden.

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Buchbesprechung: Neal Shusterman „Game Changer“

Cover: Neal Shusterman „Game Changer“Lesealter 14+(Fischer/Sauerländer-Verlag 2021, 399 Seiten)

Mit Neal Shusterman – das sei vorweg gesagt – verbindet mich etwas Besonderes: Auf seiner letzten Lesereise vor ziemlich genau zwei Jahren habe ich in Würzburg eine Lesung mit ihm und seinem Sohn Brendan moderiert – beide waren wegen der anstehenden Verleihung des Deutschen Jugendliteraturpreises in Deutschland (und haben ihn für „Kompass ohne Norden“ dann am übernächsten Tag auch bekommen). Jedenfalls hat Neal Shusterman damals auf meine Frage, an was er derzeit arbeite, mit einer kurzen Zusammenfassung von „Game Changer“ geantwortet. Lange hat es gedauert, bis das Buch nun erschienen ist.

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Buchbesprechung: Lisabeth Posthuma „Baby & Solo“

Cover: Lisabeth Posthuma „Baby & Solo“Lesealter 14+(Hanser-Verlag 2021, 424 Seiten)

„Baby & Solo“ – was für ein Titel. Klingt irgendwie nach Liebesgeschichte, aber das entspricht mitnichten dem Hauptthema des Jugendromans … Die außer dem Jungen und dem Mädchen zu sehende Filmrolle gibt ein weiteres Puzzleteil zum Inhalt Preis – aber letztendlich steht etwas anderes im Mittelpunkt. Dazu gleich mehr. Über die Autorin Lisabeth Posthuma ist nicht viel bekannt: Sie lebt in Michigan, hat als Lehrerin, Fotografin gearbeitet, in einer Videothek gejobbt (was für den Roman von Bedeutung ist) und der hier vorliegende Roman ist ihr Jugendbuchdebüt …

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Buchbesprechung: Elisabeth Steinkellner „Esther und Salomon“

Cover: Elisabeth Steinkellner „Esther und Salomon“Lesealter 14+(Tyrolia-Verlag 2021, 334 Seiten)

Elisabeth Steinkellner hat in den letzten Jahren einige ganz besondere Jugendbücher geschrieben – besonders beeindruckend fand ich „Papierklavier“, bei dem ich nach wie vor sehr gespannt bin, ob es am Ende als eines der sechs für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominierten Jugendbüchern das Rennen macht. Die Nominierung hat es in jedem Fall verdient. Mit ihrem neuen Buch setzt die Österreicherin fort, was sie in Papierklavier begonnen hat: weg vom Epischen hin zum sprachbewussten Schreiben; denn „Esther und Salomon“ ist ein Versroman.

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Buchbesprechung: Meg Rosoff „Sommernachtserwachen“

Cover: Meg Rosoff „Sommernachtserwachen“Lesealter 16+(Fischer-Verlag 2021, 255 Seiten)

Ist es wirklich fast sieben Jahre her, dass ich das letzte Buch von Meg Rosoff gelesen habe? Allerdings ist meines Wissens zwischenzeitlich aber auf Deutsch auch kein neuer Jugendroman der amerikanisch-britischen Autorin erschienen – das ist insofern ungewöhnlich, weil Meg Rosoff vorher im Zweijahrestakt neue Romane herausgebracht hat. Unkonventionelle Bücher waren das jedes Mal, nicht immer haben sie mich so richtig gepackt, und von daher war ich gespannt, wie mir der neue Roman der Autorin gefallen wird.

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Buchbesprechung: Juliane Pickel „Krummer Hund“

Cover: Juliane Pickel „Krummer Hund“Lesealter 14+(Beltz & Gelberg 2021, 259 Seiten)

Der Peter-Härtling-Preis ist einer der renommiertesten Jugendbuchpreise in Deutschland; er wird allerdings – anders als andere Preise – für nicht veröffentlichte Manuskripte vergeben, und zwar alle zwei Jahre. Das Siegerbuch erscheint dann bei Beltz & Gelberg als Buch. Gabi Kreslehner oder Martina Wildner sind vergangene Preisträgerinnen, die durch den Preis als Autorinnen eine erste Aufmerksamkeit bekommen haben und dann bekannt wurden. In diesem Jahr ging der Preis an Juliane Pickel, die mit dem nun erschienenen Jugendbuch „Krummer Hund“ ihr Debüt gibt.

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Buchbesprechung: Jason Reynolds „Asphalthelden“

Cover: Jason Reynolds „Asphalthelden“Lesealter 13+(dtv 2021, 187 Seiten)

Es ist beeindruckend, wie viele Bücher Jason Reynolds in den letzten Jahren geschrieben hat; einige davon habe auch gelesen: unter anderem die Reihe über das Läuferteam (z. B. Band 1 „Ghost“); und zuletzt „Long way down“, das für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert war. Trotz dieser Massenproduktion hatte ich bisher nie den Eindruck, dass die Bücher flache Massenware sind; nein, Jason Reynolds lässt sich immer wieder etwas Neues einfallen. Und das gilt auch für „Asphalthelden“, einem Buch, das zehn Kurzgeschichten über Kinder und Jugendliche beinhaltet, die nach dem Ende des Unterrichts nach Hause gehen.

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Buchbesprechung: Dirk Reinhardt „Perfect Storm“

Cover: Dirk Reinhardt „Perfect Storm“Lesealter 14+(Gerstenberg-Verlag 2021, 398 Seiten)

Train Kids“, das vor sechs Jahren erschienen ist, war nicht der erste Jugendroman von Dirk Reinhardt, aber das Buch, mit dem ich ihn als Autor kennengelernt habe. Das gut recherchierte Buch über Flüchtlingskinder in Mittelamerika, die in die USA wollen, war nicht nur spannend, sondern hatte ein brisantes Thema. Der folgende Roman „Über die Berge und über das Meer“ schilderte die Flucht von Jugendlichen aus Afghanistan – ebenfalls ein packender und politisch motivierter Roman. In „Perfect Storm“ – das gleich vorweg – geht es um etwas ganz anderes. Computeraffine Leser/innen dürfen sich freuen …

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Buchbesprechung: Véronique Petit „Sechs Leben“

Cover: Véronique Petit „Sechs Leben“Lesealter 12+(Mixtvision-Verlag 2021, 218 Seiten)

Unsterblichkeit – das ist ein Traum, den die Menschen schon lange haben, und er hat meiner Meinung nach viel mit der Angst vor dem Tod und dessen Unvorstellbarkeit zu tun. Wer gläubig ist, hat es damit vielleicht leichter, weil man dann – je nach Religion – an ein Leben nach dem Tod oder an die Wiedergeburt glaubt … Welche Auswirkungen es haben würde, wenn Menschen mehrere Leben hätten, spielt die französische Autorin Véronique Petit in einem Jugendroman durch und legt ein interessant klingendes literarisches Experiment vor.

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Buchbesprechung: Angie Thomas „Concrete Rose“

Cover: Angie Thomas „Concrete Rose“Lesealter 14+(cbj 2021, 403 Seiten)

Mit „The Hate U Give“, ihrem Debütroman, ist Angie Thomas nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland berühmt geworden. Von der Jugendjury wurde der Jugendroman auch gleich mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet, und verfilmt ist das Buch inzwischen auch – angeschaut habe ich mir den Film bisher aber nicht. Mit ihrem neuen Roman knüpft Angie Thomas an ihr Erstlingswerk an: Er erzählt die Geschichte von Maverick, dem streitbaren Vater der Hauptfigur Starr aus „The Hate You Give“ – sie hat sich gut 15 Jahre vor „The Hate U Give“ zugetragen …

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Buchbesprechung: Grit Poppe „Verraten“

Cover: Grit Poppe „Verraten“Lesealter 14+(Dressler-Verlag 2020, 340 Seiten)

Wie es vor mehr als 30 Jahren war, in der DDR zu leben, wissen Jugendliche schon länger nur noch aus Büchern oder dem Geschichtsunterricht. Von daher ist es gut, wenn es Chronist/inn/en gibt, die diese Zeit auch in aktuellen Jugendromanen immer wieder thematisieren, fest- und damit lebendig halten. Grit Poppe hat sich dem Thema schon mehrfach verschrieben – u. a. vor gut 10 Jahren in „Weggesperrt“. Mit „Verraten“ ist im Herbst 2020 ein neues Buch erschienen, das aufzeigt, welchen Schikanen einige Jugendliche in der DDR ausgesetzt waren.

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