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Buchbesprechung: Frank Maria Reifenberg „Wo die Freiheit wächst“

Cover: Frank Maria Reifenberg „Wo die Freiheit wächst“Lesealter 14+(Verlag arsEdition 2019, 335 Seiten plus Anhang)

Was gab es früher viele Jugendbücher, die thematisch etwas mit dem Dritten Reich zu tun hatten. Mein Eindruck ist, dass es in den letzten Jahren weniger geworden sind. Frank Maria Reifenberg hat sich von daher auf zweierlei Weise an etwas eher Altmodisches gewagt: Ein Roman, der im Dritten Reich spielt, wird vielleicht vordergründig als nicht so ganz aktuell angesehen – ich würde das angesichts eines wieder erschreckend lauter werdenden Rechtsradikalismus allerdings in Zweifel ziehen. Außerdem ist „Wo die Freiheit wächst“ ein Briefroman – ein heute eher seltsam vorkommendes Format. Kein Wunder: Briefe sind ja auch aus der Mode.

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Buchbesprechung: Neal Shusterman „Kompass ohne Norden“

Cover: Neal Shusterman „Kompass ohne Norden“Lesealter 14+(Hanser-Verlag 2018, 337 Seiten)

Es mag etwas seltsam anmuten, dass hier schon wieder ein Buch von Neal Shusterman besprochen wird – aber das hat seinen Grund. Oder genauer gesagt zwei Gründe. Zum einen war Neal Shusterman am 17.10.2019 hier in Würzburg zu einer Lesung, und weil ich die Aufgabe übernommen habe, diese zu moderieren, habe ich natürlich einige Bücher des Autors gelesen. Zum anderen wurde das Buch (ich hatte es aber wegen der Lesung schon vorher bekommen) auf der Preisverleihung für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2019 von der Jugendjury als bestes Buch aus dem Jahr 2018 ausgewählt.

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Buchbesprechung: Neal & Jarrod Shusterman „Dry“

Cover: Neal & Jarrod Shusterman „Dry“Lesealter 14+(Sauerländer-Verlag 2019, 437 Seiten)

Vollendet“, 2012 erschienen, war bisher das einzige Buch, das ich von Neal Shusterman gelesen habe – ein spannender Zukunftsroman, der mir aber doch in manchem nicht so ganz ausgereift erschien, vor allem was die literarische Qualität anging. Seitdem habe ich immer wieder von Jugendlichen gehört, die die Jugendromane von Neal Shusterman grandios finden und verschlingen. Von daher war es Zeit, mal wieder etwas von dem amerikanischen Autor zu lesen. Und es gibt einen zweiten Grund: Am 17. Oktober kommt Neal Shusterman nach Würzburg zu einer Autorenlesung …

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Buchbesprechung: Ursula Poznanski „Erebos 2“

Cover: Ursula Poznanski „Erebos 2“Lesealter 14+(Loewe-Verlag 2019, 509 Seiten)

Fast neuneinhalb Jahre ist es her, dass ich Ursula Poznanskis Jugendroman „Erebos“ gelesen habe, und die Buchbesprechung steht derzeit auf Platz 5 der meistgelesenen Buchbesprechungen hier. Ich war damals gar nicht so angetan von dem Buch, weil ich die Computerspielwelt nicht übermäßig packend fand, aber das Buch hatte und hat sehr viele Fans, wurde und wird immer wieder im Deutschunterricht als Lektüre verwendet. Der Grund dafür: Dass Computerspiel und Wirklichkeit ineinandergreifen, ist ein verlockendes Thema, das selbst Lesemuffel zum Lesen bringt. „Erebos 2“, vor einigen Wochen erschienen, führt das fort …

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Buchbesprechung: Jason Reynolds „Sunny. Der Sound der Welt“

Cover: Jason Reynolds „Sunny. Der Sound der Welt“Lesealter 12+(dtv 2019, 176 Seiten)

Rennend und im Team mit den Schwierigkeiten des Lebens besser zurechtkommen – das ist die Idee hinter Jason Reynolds vierbändiger Reihe über ein jugendliches Laufteam. In jedem Band steht eine andere Person im Mittelpunkt. Auf „Ghost“ und „Patina“ folgt nun Sunny, den man als Nebenfigur also schon kennt, sofern man die ersten beiden Bände gelesen hat. Dass diesmal ein ganz anderer Ton angeschlagen wird, sei schon mal verraten … Übrigens: Es ist kein Problem, die Bücher auch unabhängig voneinander zu lesen, wobei das Gesamtpaket den Reiz ausmacht.

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Buchbesprechung: Dirk Reinhardt „Über die Berge und über das Meer“

Cover: Dirk Reinhardt „Über die Berge und über das Meer“Lesealter 13+(Gerstenberg-Verlag 2019, 311 Seiten)

Mit „Train Kids“ hatte Dirk Reinhardt ein spannendes wie aufrüttelndes Buch über Kinder geschrieben, die von Mittelamerika in die USA flüchten und sich auf einen sehr gefährlichen Weg begeben. Auch wenn sich Dirk Reinhardt diesmal nicht wie für „Train Kids“ aufgemacht hat, um vor Ort zu recherchieren – das Flüchtlingsthema hat er in seinem neuen Jugendroman wieder aufgegriffen: Es geht diesmal um zwei Jugendliche aus Afghanistan, die aus einer Notlage heraus nach Europa wollen. Recherchiert hat der Autor dieses Mal bei Flüchtlingen, die es bis nach Deutschland geschafft haben.

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Buchbesprechung: Lara Schützsack „Sonne, Moon und Sterne“

Cover: Lara Schützsack „Sonne, Moon und Sterne“Lesealter 10+(Sauerländer-Verlag 2019, 239 Seiten)

Lara Schützsacks Debütroman „Und auch so bitterkalt“ ist im Frühjahr 2014 erschienen – ein gelungenes, aber nicht in allem leicht verdauliches Buch für Leser/innen aber 14 Jahre. Seitdem gab es kein neues Kinder- oder Jugendbuch der in Berlin lebenden Autorin, die schon Drehbücher geschrieben hat und außerdem als Musikberaterin für Filme arbeitet. Mit „Sonne, Moon und Sterne“ legt Lara Schützsack nun ein Kinderbuch vor, und angekündigt ist für September 2019 schon das nächste: „Tilda, ich und der geklaute Dracula“.

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Buchbesprechung: Steve Tasane „Junge ohne Namen“

Cover: Steve Tasane „Junge ohne Namen“Lesealter 12+(Fischer-Verlag 2019, 138 Seiten)

Das Thema Flüchtlinge ist in den letzten Jahr wieder etwas aus unserem Bewusstsein verschwunden, was auch daran liegt, dass Europa sich inzwischen recht erfolgreich abgeschottet hat. Es sind deutlich weniger Flüchtlinge als vor 3 Jahren, die dieses und letztes Jahr nach Deutschland kamen. Im Jahr 2016 hatten fast 750.000 Menschen in Deutschland Asyl beantragt, 2018 waren es unter 200.000. Doch noch immer gibt es Flüchtlingslager, oft jedoch weit weg von Deutschland im Süden. In einem Flüchtlingslager, wo genau weiß man nicht, spielt auch Steve Tasanes „Junge ohne Namen“.

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Buchbesprechung: Angie Thomas „On the Come Up“

Cover: Angie Thomas „On the Come Up“Lesealter 14+(cbj-Verlag 2019, 497 Seiten)

Mehr Erfolg kann man mit einem Jugendroman-Debüt kaum haben: „The Hate U Give“ führte in den USA viele Wochen die Bestenlisten an, ist inzwischen verfilmt worden und wurde 2018 von der Jugendjury mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Grund für den Erfolg ist unter anderem, dass Angie Thomas sehr authentisch die Welt der Schwarzen in amerikanischen Großstädten beschreibt und sich sehr gut in ihre weibliche Hauptfigur hineinversetzen kann. „On the Come Up“ – das sei vorweggenommen – führt genau das fort …

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Buchbesprechung: Julya Rabinowich „Hinter Glas“

Cover: Julya Rabinowich „Hinter Glas“Lesealter 14+(Hanser-Verlag 2019, 201 Seiten)

Mit „Dazwischen: Ich“ hatte Julya Rabinowich ein Buch geschrieben, das ich sehr bewundert habe: Zur Zeit der großen Flüchtlingswelle war es ein wichtiges Buch, weil es aus der Sicht eines Mädchens beschreibt, wie es ist, aus einem Flüchtlingsland nach Mitteleuropa zu kommen. Sehr genau wurde das Leben zwischen zwei Kulturen beschrieben. Und weil ich den Jugendroman so geschätzt habe, war klar, dass ich den neuen Roman der in Wien lebenden Autorin auch lesen wollte. Darin geht es um ein ganz anderes Thema – das ist sicher auch gut so …

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Buchbesprechung: Jason Reynolds „Patina“

Cover: Jason Reynolds „Patina“Lesealter 11+(dtv 2018, 283 Seiten)

Vier jugendliche Sportler, die alle zu einem Laufteam gehören, will Jason Reynolds in seiner Jugendbuchreihe vorstellen – damit versucht er so etwas wie eine kleine Bestandsaufnahme von Jugendlichen in den USA. War in Band 1 eine Junge namens Ghost dran, so ist die Hauptperson des zweiten Bandes Patina, ein Mädchen, dem das Laufen hilft, mit dem Frust in ihrem Leben umzugehen, weil es den Kopf frei macht. Band 1 „Ghost“ war ein erfrischendes Buch über einen Jungen, der es nicht leicht hat – und das gilt so letztendlich auch für Patina.

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Buchbesprechung: Nataly Elisabeth Savina „Meine beste Bitch“

Cover: Nataly Elisabeth Salvina „Meine beste Bitch“Lesealter 16+(Fischer-Verlag 2018, 279 Seiten)

Gelesen hätte ich dieses Buch, wenn ich nicht eine nachdrückliche Empfehlung bekommen hätte, wohl nicht. Der Titel „Meine beste Bitch“ klingt – zumindest für mich – nicht gerade vielversprechend, eher etwas platt. Dass Nataly Elisabeth Salvinas Buch in der Reihe „Die Bücher mit dem blauen Band“ erschienen ist, ist dagegen allerdings ein gewisses Qualitätsmerkmal – denn in der Reihe habe ich schon viele gute Jugendromane entdeckt. Bekannt geworden ist Nataly Salvina übrigens (damals noch ohne das „Elisabeth“ im Namen) durch „Love Alice“, das 2013 als Manuskript mit dem Peter-Härtling-Preis ausgezeichnet wurde.

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