Jugendbuchtipps.de

Lesealter

Buchbesprechung: Siobhan Vivian „We are the Wildcats“

Cover: Siobhan Vivian „We are the Wildcats“Lesealter 14+(Hanser-Verlag 2022, 382 Seiten)

So richtig was unter dem Buchtitel vorstellen konnte ich mir nicht. Von daher weiß ich gar nicht mehr, wie ich auf das Buch von Siobhan Vivian gekommen bin – wahrscheinlich war „We are the Wildcats“ einer der Schwerpunkttitel von Hanser für den Herbst 2022. Man kann zumindest verraten, dass die Wildcats keine Mädchenbande sind, sondern ein Hockeyteam – dazu passt dann ja auch das Cover. Die Autorin Siobhan Vivian kannte ich bisher nicht, obwohl die Amerikanerin schon mehrere Jugendromane veröffentlicht hat – ins Deutsche übersetzt ist vor allem eine Trilogie, die sie mit Jenny Han zusammen verfasst hat.

(mehr …)

Buchbesprechung: Karen M. McManus „Nothing more to tell“

Cover: Karen M. McManus „Nothing more to tell“Lesealter 14+(cbj-Verlag 2022, 425 Seiten)

Ich zögere immer ein wenig, ob ich das Buch lesen soll, wenn ich eine Neuankündigung von Karen M. McManus sehe. Die beiden Bücher, die ich bisher von ihr besprochen habe, waren spannend und raffiniert arrangiert; aber da ihre Jugendromane immer knapp 450 Seiten haben, nimmt mir das einiges meiner begrenzten Lesezeit weg. Was die Namensgebung der Bücher angeht, finde ich diese englischen Kurzsätze, die auch für die deutschen Buchtitel übernommen werden, immer etwas reißerisch. Man könnte das aber fast schon als Markenzeichen der amerikanischen Autorin ansehen.

(mehr …)

Buchbesprechung: Zoulfa Katouh „All die Farben, die ich dir versprach“

Cover: Zoulfa Katouh „All die Farben, die ich dir versprach“Lesealter 15+(Dressler-Verlag 2022, 386 Seiten)

Der Ukraine-Krieg, der mit dem Einmarschieren russischer Truppen in die Ukraine am 24.02.2022 begonnen hat, hat einige andere Konflikte und Kriege in den Hintergrund gerückt. Wie die Situation in Syrien war und ist, hat man dabei schon fast ganz aus den Augen verloren. Zoulfa Katouh ist eine Syrerin, die inzwischen im Ausland lebt, und sie hat einen Roman geschrieben, der die Situation in Homs, einer der vom Bürgerkrieg am schlimmsten betroffenen Städte in Syrien, beschreibt. Und es geht vor allem darum, was die Menschen dort erleiden müssen …

(mehr …)

Buchbesprechung: Susan Kreller „Hannas Regen“

Cover: Susan Kreller „Hannas Regen“Lesealter 13+(Carlsen-Verlag 2022, 190 Seiten)

Habe ich richtig gezählt und ist „Hannas Regen“ der vierte Jugendroman von Susan Kreller? Jedenfalls ist es der vierte, den ich gelesen habe und hier bespreche; kurioserweise hat sie 2015 für „Schneeriese“, den Jugendroman, der mir von den drei bisherigen am wenigsten gefallen hat, den Deutschen Jugendliteraturpreis bekommen. Aber davon abgesehen: Was ich an Susan Kreller schon immer geschätzt habe, sind ihre einfühlsamen und sprachlich sehr ausgefeilt erzählten Geschichten. Von daher war der neue Roman für mich ein Muss.

(mehr …)

Buchbesprechung: Christian Duda „Baumschläfer“

Cover: Christian Duda „Baumschläfer“Lesealter 15+(Beltz & Gelberg 2022, 195 Seiten)

Christian Duda kennenzulernen, ist eine bleibende Erfahrung – auf der Frankfurter Buchmesse habe ich ihn erlebt, als er mit einem Leseclub über seine Arbeit als Autor gesprochen hat. Da saß jemand, der ein ungewöhnliches Leben geführt hat, der seine Sichtweise klar ausdrücken kann, aber trotz pointierter Meinungen über vieles nachdenkt; der selbstbewusst ist, aber immer auch auf der Seite von Menschen, denen es nicht gut geht. „Baumschläfer“ passt dazu; es ist – um das vorwegzunehmen – kein einfach zu lesendes, ein herausforderndes Buch …

(mehr …)

Buchbesprechung: Gabriele Clima „Der Geruch von Wut”

Cover: Gabriele Clima „Der Geruch von Wut”Lesealter 14+(Hanser-Verlag 2022, 187 Seiten)

Italienische Jugendbücher sind in Deutschland eher eine Rarität. Ich hadere zum Beispiel damit, dass neue Bücher von Christian Frascella nach drei Romanen nun nicht mehr ins Deutsche übersetzt werden. Christian Frascella war einfach ein toller Autor, von dem ich gerne mehr gelesen hätte. Von Gabriele Clima wurden laut Hanser-Verlag in Italien bereits mehr als 50 Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht, in Deutschland ist nach „Der Sonne nach“ nun mit „Der Geruch von Wut“ ein zweiter Jugendroman erschienen.

(mehr …)

Buchbesprechung: Sarah Jäger „Schnabeltier Deluxe“

Cover: Sarah Jäger „Schnabeltier Deluxe“Lesealter 15+(Rowohlt-Verlag 2022, 204 Seiten)

Man kann sich ja nicht so richtig vorstellen, dass der Roman von einem Schnabeltier handelt, oder? Die nächste Assoziation ist dann angesichts des Buchtitels, dass damit wohl ein Mensch gemeint sein könnte. Ist das ein Spitzname? Oder eine Metapher für den Charakter von jemandem? Daran schließt sich gleich die Frage an, wofür ein Schnabeltier eigentlich steht – und da kommt man unweigerlich darauf, dass das Schnabeltier eines der wenigen eierlegende Säugetier ist, also irgendwie aus der Norm fällt. Ob das was mit Sarah Jägers dritten Jugendroman zu tun hat? Wir werden es sehen …

(mehr …)

Buchbesprechung: J. M. M. Nuanez „Birdie und ich“

Cover: J. M. M. Nuanez „Birdie und ich“Lesealter 11+(dtv 2022, 279 Seiten)

Es regnet bunte Regentropfen, manche in Regenbogenfarben, einer ist ein symbolisierter Heißluftballoon, und der Regenschirm spannt sich als Buchtitel über zwei Geschwistern auf. Ein poetisches Cover, das schon viel über das Buch verrät. J. M. M. Nuanez hat mit „Birdie und ich“ ihren Debütroman vorgelegt und dafür gleich den Luchs der Wochenzeitung „Die Zeit“ bekommen. Über die junge Amerikanerin erfährt man aber eher wenig: Sie lebt mit Mann und Sohn in den USA, liebt – wie sie auf ihrer Webseite schreibt – Katzen, Pizza und YouTube, außerdem das Gärtnern und Bauen von Miniatur-Dingen.

(mehr …)

Buchbesprechung: Anna Woltz „Nächte im Tunnel“

Cover: Anna Woltz „Nächte im Tunnel“Lesealter 13+(Carlsen-Verlag 2022, 222 Seiten)

Anna Woltz ist nicht nur, wie es im Buchumschlag steht, eine der Lieblingsautorinnen der Übersetzerin Andrea Kluitmann, sondern auch von mir. Dass das Buch im Zweiten Weltkrieg spielen könnte, kann man angesichts des Covers vermuten – das sind keine modernen Kriegsflugzeuge, die man darauf sieht. Das Cover selbst gefällt mir allerdings nicht so richtig: dunkel, das Mädchen schemenhaft gezeichnet, die Decke wirkt hineinkopiert – allerdings ist das holländische Cover auch nicht die Wucht. Da ist ein Tunnel zu sehen, aber eben kein U-Bahn-Tunnel, in dem ein Großteil der Geschichte spielt …

(mehr …)

Buchbesprechung: Oliver Reps „Der Tag, der nie kommt“

Cover: Oliver Reps „Der Tag, der nie kommt“Lesealter 14+(360-Grad-Verlag 2022, 201 Seiten)

Einen interessanten Lebenslauf hat Oliver Reps, der mit „Der Tag, der nie kommt“ seinen in den Niederlanden gleich prämierten Debütroman vorgelegt hat: Mit sechs Jahren ist er mit seinen Eltern aus Deutschland nach Holland umgezogen, hat dort studiert und längere Zeit unter anderem fürs Verkehrsministerium gearbeitet. 2010 hat er dann eine Kinderbuchhandlung eröffnet – irgendwo muss da also ein Faible für Kinder- und Jugendbücher gewesen sein. Dass er dann selbst einen Jugendroman schreibt, ist nicht zwingend logisch, aber passt dazu.

(mehr …)

Buchbesprechung: Frank Maria Reifenberg „Identity X – Wer ist Boston Coleman?“

Cover: Frank Maria Reifenberg „Identity X – Wer ist Boston Coleman?“Lesealter 12+(dtv 2022, 252 Seiten)

Das Cover von Frank Maria Reifenbergs neuem Jugendroman zeigt ja schon, wohin die Richtung geht: Ein schwarzer Junge, der vor einem explodierendem Pickup wegläuft, darüber noch ein Hubschrauber – die Hinweise darauf, dass man da einen spannenden Roman vor sich hat, sind erdrückend. Frank Maria Reifenberg hat sich die letzten Jahre allerdings auch der Leseförderung verschrieben, und gerade auch bei einer Zielgruppe, die inzwischen leider eher selten zu Büchern greift: Jungen, die der Kindheit entwachsen sind.

(mehr …)

Buchbesprechung: Nils Mohl „Henny & Ponger“

Cover: Nils Mohl „Henny & Ponger“Lesealter 14+(Mixtvision-Verlag 2020, 202 Kapitel, ca. 320 Seiten)

Ein seltsamer Buchtitel, ein eigenartiges Cover mit auffälliger Farbgebung bei der Titelschrift – das war das Erste, was mir aufgefallen ist, als ich Nils Mohls neues Buch in den Händen gehalten habe. Lange habe ich auf einen neuen Roman des Hamburger Autors gewartet, nachdem Band 3 der Stadtrand-Trilogie 2016 erschienen ist. Zwischenzeitlich war „An die, die wir nicht werden wollen: Eine Teenager-Symphonie“ erschienen, ein Buch, mit dem ich mich schwergetan habe und das ja irgendwie auch kein Roman ist. Ob meine hohen Erwartungen an „Henny & Ponger“ erfüllt wurden, das war eine spannende Frage …

(mehr …)