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Bestenliste

Buchbesprechung: Jon Walter „Mein Name ist nicht Freitag“

Cover: Jon Walter „Mein Name ist nicht Freitag“Lesealter 13+(Königskinder-Verlag 2017, 436 Seiten)

Als Jon Walter 2015 sein Buch in den USA veröffentlichte, war nicht daran zu denken, dass es heute, zwei Jahre später deutlich mehr Aktualität haben würde – das ist zumindest meine Einschätzung. Einen historischer Jugendroman, der einen jugendlichen Sklaven als Hauptfigur hat, hat heute angesichts von Mauern, die Donald Trump bauen will, angesichts einer politischen Stimmung, die bestimmte Menschengruppen ausschließen will, eine andere Konnotation. Es ist heute eigentlich unvorstellbar, wie schwarze Menschen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts behandelt wurden – und trotzdem leben wir in einer Zeit, in der Vorurteile und Ressentiments bestimmten Bevölkerungsgruppen gegenüber wieder zunehmen.

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Buchbesprechung: Christophe Léon „Väterland“

Cover: Christophe Léon „Väterland“Lesealter 14+(Mixtvision-Verlag 2017, 115 Seiten)

Es sind nicht übermäßig viele französische Jugendromane, die den Weg ins Deutsche finden – Mixtvision ist ein Verlag, der jedoch immer wieder mal ein Buch aus Frankreich im Programm hat. Christophe Léon hat laut Verlag bereits mehr als 30 Jugendbücher geschrieben und wurde vielfach ausgezeichnet, „Väterland“ scheint jedoch der erste Jugendroman von ihm zu sein, der auf Deutsch erschienen ist. Ja, ein eigenwilliger Titel, bei dem man in Ansätzen ahnt, worum es gehen könnte, und auch ein eigenwilliges Buch, wie zu zeigen sein wird.

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Buchbesprechung: Davide Morosinotto „Die Mississippi-Bande"

Cover: Davide Mososinotto „Die Mississippi-Bande"Lesealter 10+(Thienemann-Verlag 2017, 361 Seiten)

Ich weiß nicht, ob ich das Buch gelesen hätte, wenn ich nicht begeisterte Meinungen darüber gelesen hätte. Das Buchcover hat mich mit seiner altertümlichen Machart jedenfalls nicht angesprochen, auch wenn es – das kann ich nun nach dem Lesen sagen – zu dem klassischen Abenteuerbuch, das es ist, passt. Ein Buch, das am Mississippi spielt, würde man ja eigentlich einem Amerikaner als Autor zuschreiben – aber Davide Morosinotto ist ein waschechter Italiener. Ob er zur Recherche an den Mississippi gereist ist, würde mich ja mal interessieren …

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Buchbesprechung: Mats Wahl „Sturmland – Die Gesetzgeber“

Lesealter 13+(Hanser-Verlag 2016, 456 Seiten)

Es ist eine ehrgeizige Sache, auf die sich der schwedische Jugendbuchautor Mats Wahl im Alter von 70 Jahren eingelassen hat: eine 5-bändige Reihe anzufangen. Band 1 der „Sturmland“-Reihe bot einen fulminanten Einstieg, Band 2 dagegen hatte Längen und übte auf mich nicht die Faszination des Einstiegbands aus. Trotzdem habe ich mir vorgenommen, auch noch Band 3 zu lesen, um dann zu entscheiden, ob ich die „Sturmland“-Sage zu Ende lesen werden.

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Buchbesprechung: Stefanie Höfler „Tanz der Tiefseequalle“

Lesealter 12+(Beltz & Gelberg 2017, 189 Seiten)

Eigentlich passen Cover und Titel richtig gut zum Buch, aber bevor ich „Tanz der Tiefseequalle“ gelesen habe, konnte ich mit beidem nicht viel anfangen. Das wirkt alles etwas kryptisch. Auf den Jugendroman, Stefanie Höflers zweites Buch, bin ich von daher auf anderem Wege aufmerksam geworden: Das Buch hat im März 2017 den Luchs von Radio Bremen und der Wochenzeitung „Die Zeit“ bekommen. Das Debüt der Autorin, „Mein Leben mit Mucks“, ist übrigens ungelesen an mir vorbeigegangen, obwohl es in der Kinderbuchsparte für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert worden war …

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Buchbesprechung: Herbert Günther „Der Widerspruch“

Lesealter 14+(Gerstenberg-Verlag 2017, 219 Seiten)

Dass ich da ein Buch von jemandem vor mir habe, von dem ich schon einiges besprochen habe, war mir gar nicht bewusst – denn Herbert Günther übersetzt seit langem mit seiner Frau Ulli Bücher aus dem Englischen, von denen ich einige gelesen habe. Dass der Autor auch selbst Jugendromane schreibt, wusste ich noch nicht. Der auffällige Umband seines Jugendromans „Der Widerspruch“ zeigt, dass es sich um einen historischen Roman handelt. Man wird als Leser in die Zeit zu Beginn der 1960er Jahre versetzt, als u. a. John F. Kennedy Präsident der USA war und dann ermordet wurde, als Konrad Adenauer als Bundeskanzler abtrat und Ludwig Erhard auf ihn folgte.

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Buchbesprechung: Anna Woltz „Hundert Stunden Nacht“

Lesealter 13+(Carlsen-Verlag 2017, 253 Seiten)

Es ist nicht lange her, da habe ich Anna Woltz‘ Kinderbuch „Gips oder Wie ich an einem einzigen Tag die Welt reparierte“ besprochen, und das Buch hat bei mir definitiv Lust auf mehr von der niederländischen Autorin hervorgerufen. Gut, dass ihr erster Jugendroman „Hundert Stunden Nacht“ nicht viel später erschienen ist. Lange liegen gelassen habe ich das erst kürzlich erschienene Buch nicht, auch wenn ich mich frage, was den Verlag bei dem Cover geritten hat. Das Cover der niederländischen Ausgabe gefällt mir jedenfalls deutlich besser.

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Buchbesprechung: T. A. Wegberg „Meine Mutter, sein Exmann und ich“

Lesealter 13+(Rowohlt rotfuchs 2017, 253 Seiten)

Fast fünf Jahre ist es her, dass ich mein erstes (und bis jetzt einziges Buch) von T. A. Wegberg gelesen habe: „Klassenziel“, ein Roman, in dem es um einen Amoklauf geht. Auch diesmal hat T. A. Wegberg ein brisantes Thema gewählt, und der Jugendroman fällt allein schon auf, weil er einen genial-kreativen Titel trägt. Das Possessivpronomen „sein“ ist kein Versehen, sondern deutet bereits an, dass es um eine Geschlechtsumwandlung geht … Wie in „Klassenziel“ ist die Hauptperson dabei nicht selbst, sondern indirekt betroffen.

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Buchbesprechung: Lauren Wolk „Das Jahr, in dem ich lügen lernte“

Lesealter 12+(Hanser-Verlag 2017, 267 Seiten)

Ich mag das Cover dieses Buchs: hübsche Farben, ansprechende Gestaltung, auch wenn es vielleicht etwas kindlich für das doch alles in allem recht ernste Buch ist. Etwas Besonderes ist vor allem auch, dass das Layout im Inneren eine Fortsetzung erfährt: Jedes Kapitel wird auf der ersten Seite mit einer grauen Baumsilhouette verziert – solche Details sieht man in Büchern inzwischen leider selten. Mit „Das Jahr, in dem ich lügen lernte“ legt die Amerikanerin Lauren Wolk übrigens ihr Debüt vor – wer, wie ich, den Namen also nicht kennt, braucht sich nicht zu wundern.

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Buchbesprechung: Anne-Laure Bondoux „Bella Rossas anderes Glück“

Lesealter 15+(Carlsen-Verlag 2016, 333 Seiten)

Ganz taufrisch ist Anne-Laure Bondoux‘ neuestes Werk nicht mehr – es ist bereits im Herbst 2016 erschienen. Aber wie alle anderen ins Deutsche übersetzten Bücher der Französin – es sind inzwischen vier – wollte ich auch diesen Roman lesen. Seltsam ist der Titel ja schon (man mag sich wenig drunter vorstellen), und es sei vorweggenommen, dass das durchaus auch für die Geschichte gilt. Anne-Laure Bondoux schreibt inzwischen recht eigenwillige Geschichten, die sich Zuordnungen fast gänzlich entziehen … Aber das ist ja nichts Schlechtes.

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Buchbesprechung: April Genevieve Tucholke „All the strangest things are true“

Lesealter 14+(Thienemann-Verlag 2017, 221 Seiten)

Ich habe in den letzten Wochen in ein paar Bücher reingelesen, fast alle aber wieder zur Seite gelegt. Hängengeblieben bin ich ausgerechnet bei einem Buch für Mädchen. Jedenfalls heißt es in der Widmung für das Buch: „Für alle Mädchen, die mit dem Kopf in den Wolken stecken“. Angesprochen habe ich mich davon nicht gefühlt. Egal – vielleicht darf man das Buch ja auch als Mann lesen … Den Namen der Autorin, April Genevieve Tucholke, hatte ich vorher nie zu vor gehört – die Schriftstellerin lebt in Oregon (USA).

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Buchbesprechung: Anna Woltz „Gips oder Wie ich an einem einzigen Tag die Welt reparierte“

Lesealter 10+(Carlsen-Verlag 2016, 175 Seiten)

Ich weiß gar nicht mehr, wann ich das erste Mal über Anna Woltz‘ „Gips oder Wie ich an einem einzigen Tag die Welt reparierte“ gestolpert bin. Es war sicher nicht der Luchs im November 2016, den das Buch von Radio Bremen und der Wochenzeitung Die Zeit verliehen bekommen hat. Jedenfalls waren alle Besprechungen des Buchs, die ich gelesen habe, voll des Lobes, und so wollte ich mir eben auch ein Bild machen. Davon abgesehen: Es kann außerdem nicht schaden, wenn hier mal wieder ein Buch für jüngere Leser besprochen wird.

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