Kategorie: ab 14/15 Jahren

Buchbesprechung: Ursula Poznanski „Canvas“

Cover: Ursula Poznanski „Canvas“Lesealter 14+(Loewe-Verlag 2026, 474 Seiten)

Von „Erebos 1“ zu „Erebos 2“ hat es 9 Jahre gedauert („Erebos 3“ kam dann schneller); und auf einen Folgeband von „Cryptos“ haben wir 6 Jahre gewartet … Doch nun liegt er vor und trägt den Titel „Canvas“. Ursula Poznanski weiß, dass man erfolgreiche Bücher nicht einfach liegen lässt, und ihre Geschichten eignen sich ja auch hervorragend für Fortsetzungen. Auf ein Neues geht es in „Canvas“ in eine bizarre Welt, in der die Menschen vor allem in der virtuellen Realität leben. Ein realistisches Zukunftsszenario? Das fragt man sich …

Buchbesprechung: Ulla Schuh „Ich in 100 Teilen“

Cover: Ulla Schuh „Ich in 100 Teilen“Lesealter 14+(Beltz & Gelberg 2026, 144 Seiten)

Es gibt in Deutschland einige Preise für Kinder- und Jugendbücher; der Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Oldenburg ist davon einer der renommiertesten – ein Preis für Erstlingswerke und unveröffentlichte Manuskripte. Schon einige Autor/inn/en, die heute zu den bekannten gehören, haben ihn verliehen bekommen: Nils Mohl, Julya Rabinowich oder Gabi Kreslehner. Ulla Schuh hat mit ihrem Manuskript 2024 den Preis gewonnen, und nun ist es als Jugendbuch bei Beltz & Gelberg erschienen.

Buchbesprechung: Caryl Lewis „Wenn die Bienen schweigen“

Cover: Caryl Lewis „Wenn die Bienen schweigen“Lesealter 13+(dtv 2026, 300 Seiten)

Caryl Lewis stammt aus Wales und ist selbst Imkerin – von daher interessiert sie schon lange für Bienen. Im Nachwort zu „Wenn die Bienen schweigen“ schildert sie, dass es den Bienenvölkern schon seit vielen Jahren nicht gut geht, dass es in China bereits Gegenden gibt, wo die Pflanzen künstlich bestäubt werden müssen, weil der Anteil der Wildbienen massiv zurückgegangen ist. Diese Entwicklung hat sie in ihrem Jugendroman auf die Spitze getrieben und durchgespielt, wie sich das Leben und eine Gesellschaft verändern könnte, wenn alle Bienen verschwunden sind.

Buchbesprechung: Anna Dimitrova „People Pleaser“

Cover: Anna Dimitrova „People Pleaser“Lesealter 14+(Arctis-Verlag 2026, 385 Seiten)

„Kanak Kids“ war das von der Jugendjury 2025 für den Deutschen Jugend­literatur­preis nominierte deutsche Erstlingswerk von Anna Dimitrova. Es ist allerdings an mir vorbeigegangen. Der Inhalt des zweiten Jugendbuchs der aus Bulgarien stammenden Autorin hat mich interessiert, weil die Hauptfigur ein Mädchen ist, das es nicht nur immer allen recht machen will, sondern anderen in allen Lebenslagen helfen will. Psychologisch interessant. Das Cover des Jugendromans spricht mich dagegen eher nicht an – ich finde es etwas sehr schrill. Jugendliche Leser/innen mögen das aber anders sehen …

Buchbesprechung: Daniela Dröscher „Mädchen allein zu zweit“

Cover: Daniela Dröscher „Mädchen allein zu zweit“Lesealter 14+(Beltz & Gelberg 2026, 187 Seiten)

Das Cover von Daniela Dröschers „Mädchen allein zu zweit“ finde ich schon sehr cool. Dynamisch wird eine Szene mit zwei Mädchen dargestellt, die bestens – das kann ich nach dem Lesen des Buchs sagen – zu dem Jugendroman passt. Ich kann mir vorstellen, dass es bei Leserinnen, die nach Lesestoff suchen, gut ankommt. Daniela Dröscher ist durchaus eine bekannte Autorin, hat bisher allerdings keine Bücher für Kinder und Jugendliche geschrieben – „Mädchen allein zu zweit“ ist ihr Debüt im Kinder- und Jugendbuchbereich.

Buchbesprechung: Marion Brunet „Zwischen Ebbe und Wut“

Cover: Marion Brunet „Zwischen Ebbe und Wut“Lesealter 14+(Rotfuchs-Verlag 2026, 220 Seiten)

Marion Brunet ist laut Rotfuchs-Verlag eine „preisgekrönte französische Autorin“. Anscheinend haben ihre Bücher, obwohl die Schriftstellerin letztes Jahr sogar mit dem Astrid Lindgren Memorial Award ausgezeichnet wurde, noch nicht den Weg ins Deutsche gefunden – jedenfalls habe ich keine übersetzten Bücher von ihr gefunden. In der Verlagsvorschau von Rotfuchs hat mich der zusammengefasste Buchinhalt angesprochen, und so ist das Buch schließlich auf meinem Lesestapel gelandet. Was man da vor sich hat, ist – das sei schon mal verraten – zweifellos ein Thriller für jugendliche Leser/innen.

Buchbesprechung: Kevin Brooks „Part of the Game“

Cover: Kevin Brooks „Part of the Game“Lesealter 14+(dtv 2026, 348 Seiten)

Ob es Zufall ist, dass Kevin Brooks kurz vor der Fußball-WM einen Jugendroman veröffentlicht, in dem es maßgeblich um den beliebten Ballsport geht? Der Verlag jedenfalls umwirbt das Buch nicht mit der Weltmeisterschaft … Also, wer weiß. Für mich sind Bücher von Kevin Brooks Pflicht, auch wenn ich finde, dass er es in den letzten Jugendromanen mit der Action etwas übertrieben hat und dabei, das, was ich an ihm so geschätzt habe, ein wenig verloren hat: Hauptfiguren in Ausnahmesituationen zu bringen, die sie überfordern. Das alles war leider oft zu stark von Gewalt überlagert.

Buchbesprechung: Tobias Elsäßer „Matria“

Cover: Tobias Elsäßer „Matria“Lesealter 14+(Thienemann-Verlag 2026, 237 Seiten)

Leben wir eigentlich in einer Gesellschaft, in der Männer und Frauen gleichberechtigt sind? Die Antwort heißt für mich: nein. Man muss nur, um nur ein Beispiel zu nennen, auf die nach wie vor vorhandenen Gehaltsunterschiede schauen. In manchen Bereichen habe ich sogar den Eindruck, dass es Rückschritte und sich verfestigende Rollenbilder gibt – auch wenn das selbstverständlich nicht alle Menschen betrifft … Tobias Elsäßer hat das Thema auch beschäftigt, und seine Zukunftsroman spielt ein interessantes Szenario durch, in dem Frauen sich zusammengetan haben und zum Schutz in eigenen Siedlungen leben.

Buchbesprechung: Jason Reynolds „24 Sekunden ab jetzt“

Cover: Jason Reynolds „24 Sekunden ab jetzt“Lesealter 14+(dtv 2026, 189 Seiten)

„24 Sekunden ab jetzt“ ist das siebte Jugendbuch von Jason Reynolds, das ich hier bespreche, und es hat seinen Grund, dass es schon so viele Titel des amerikanischen Autors geworden sind: Seine Bücher sind unterhaltsam, beschreiben meist Probleme, die schwarze Jugendliche in den USA haben, sind aber zugleich hoffnungsvoll. Der neue Jugendroman heißt im Untertitel „Eine ganz normale Liebesgeschichte“ – es soll, so verstehe ich das, also ums ganz normale Leben gehen, nicht um die unsterbliche oder übermäßig tragische Liebe. Die Zahl 24 spielt dabei, werdet ihr sehen, eine besondere Rolle.

Buchbesprechung: Ludovic Lecomte „Hundertsiebenundachtzig Tage“

Cover: Ludovic Lecomte „Hundertsiebenundachtzig Tage“Lesealter 14+(mixtvision-Verlag 2026, 107 Seiten)

Ein schmales Bändchen hält man da in der Hand, auch noch großzügig gesetzt … Aber es sind dann doch knapp über 100 Seiten, die man liest und auf denen man in ein eher unbekanntes Thema geführt wird: Das Jugendbuch des Franzosen Ludovic Lemcomte handelt vom so genannten Höhlensyndrom (auch Cave-Syndrom genannt), und die Hauptfigur, der namenlose Ich-Erzähler, hat sich ein gutes halbes Jahr nicht mehr aus dem Haus getraut und im Haus verschanzt. Das Buch erzählt davon, wie er daran arbeitet, sich wieder nach draußen zu wagen.

Buchbesprechung: Eva Kranenburg „Freunde“

Cover: Eva Kranenburg „Freunde“Lesealter 14+ (Fischer-Sauerländer-Verlag 2026, 442 Seiten)

Kriege und Konflikte haben gefühlt zugenommen, so dass einem manchmal schwindlig werden kann. Mir ist bewusst, dass es eigentlich nie anders war; aber durch den Überfall Russlands auf die Ukraine im Februar 2022, durch das Hamas-Massaker während des israelischen Supernova-Festivals am 7. Oktober 2023 und wegen allem, was darauf folgte, sind Kriege und Konflikte näher an uns in Mitteleuropa herangerückt. Nicht erst seitdem gibt es viele Flüchtlinge, die Traumatisches erlebt haben. Davon, was es heißt, in Kriegszeiten aufzuwachsen, erzählt Eva Kranenburg in ihrem Buch mit dem harmlos klingenden Titel „Freunde“ …

Buchbesprechung: Agi Ofner „Problemwölfe“

Cover: Agi Ofner „Problemwölfe“Lesealter 14+(Tyrolia-Verlag 2025, 188 Seiten)

„Problemwölfe“ hat im Jahr 2025 den Buchcover Award gewonnen – ich finde, völlig zurecht. Nicht nur das geniale Cover, sondern auch die Vignetten von Wölfen im Buch hat Agi Ofner selbst gezeichnet. Und wer dann noch in das Buch hineinschaut, findet – und ich hatte schon immer ein Faible dafür –, dass es auch sehr ansprechend gesetzt ist. Die Seitenzahlen befinden sich z. B. nicht an der üblichen Stelle; und die Person, aus deren Blickwinkel berichtet wird, wird immer zu Beginn eines Abschnitts mit anderer Schrift vorangestellt. Mir gefällt das sehr.