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ab 14/15 Jahren

Buchbesprechung: Karl Olsberg „Boy in a White Room“

Cover: Karl Olsberg "Boy in a White Room"Lesealter 14+(Loewe-Verlag 2017, 282 Seiten)

Es ist schon ein bisschen her, dass ich zwei Bücher von Karl Olsberg gelesen habe: 10 bzw. 6 Jahre. „System“, war nicht Olsbergs erster Roman, aber sein Durchbruch. „Raphael 2.0“, das zweite Buch, das ich gelesen habe, war im Gegensatz zu „System“ ein klassischer Jugendroman. Das Interessante an dem Autor, der eigentlich Karl-Ludwig Max Hans Freiherr von Wendt heißt, ist, dass Bücherschreiben eher ein Hobby von ihm ist; denn hauptsächlich ist er Unternehmensberater, er hat sich aber auch viel mit Computerdingen (gerade auch künstlicher Intelligenz) beschäftigt. Und Computerthemen greift Karl Olsberg gerne in seinen Büchern auf.

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Buchbesprechung: Marit Kaldhol „Zweet“

Cover: Marit Kaldhol „Zweet“Lesealter 14+(Mixtvision-Verlag 2017, 204 Seiten)

Vor sechs Jahren ist Marit Kaldhols deutsches Debüt „Allein unter Schildkröten“ erschienen – ein Buch, das den Suizid eines depressiven Jungen und die Trauerarbeit seiner Eltern thematisiert und das mir trotz einiger Bedenken gut gefallen hat. Es hat lange gedauert, bis es ein neues Buch der Norwegerin geschafft hat, übersetzt zu werden: Mit „Zweet“ jedoch steht ein neuer Roman der Autorin in den Regalen, und er ist wieder – das sei vorweggenommen – nicht stromlinienförmig.

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Buchbesprechung: Lauren Oliver „Als ich dich suchte“

Cover: Lauren Oliver „Als ich dich suchte“Lesealter 15+(Carlsen-Verlag 2017, 368 Seiten)

Von Lauren Oliver, deren eigentlicher Name Laura Schechter lautet, habe ich einige, aber nicht alle Jugendromane gelesen. Die in Brooklyn (New York) lebende Autorin ist für mich eine typisch amerikanische Erzählerin – so würde ich das mal bezeichnen. Sie schreibt Romane, die eine gewisse epische Breite haben (etwas, was – wie mir scheint – in der amerikanischen Literatur stärker verbreitet ist als in Deutschland), die einen größeren Kosmos rund um die Hauptfigur zu fassen versuchen. „Als ich dich suchte“ ist auch so ein typisches Lauren-Oliver-Buch …

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Buchbesprechung: Christophe Léon „Väterland“

Cover: Christophe Léon „Väterland“Lesealter 14+(Mixtvision-Verlag 2017, 115 Seiten)

Es sind nicht übermäßig viele französische Jugendromane, die den Weg ins Deutsche finden – Mixtvision ist ein Verlag, der jedoch immer wieder mal ein Buch aus Frankreich im Programm hat. Christophe Léon hat laut Verlag bereits mehr als 30 Jugendbücher geschrieben und wurde vielfach ausgezeichnet, „Väterland“ scheint jedoch der erste Jugendroman von ihm zu sein, der auf Deutsch erschienen ist. Ja, ein eigenwilliger Titel, bei dem man in Ansätzen ahnt, worum es gehen könnte, und auch ein eigenwilliges Buch, wie zu zeigen sein wird.

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Buchbesprechung: Herbert Günther „Der Widerspruch“

Lesealter 14+(Gerstenberg-Verlag 2017, 219 Seiten)

Dass ich da ein Buch von jemandem vor mir habe, von dem ich schon einiges besprochen habe, war mir gar nicht bewusst – denn Herbert Günther übersetzt seit langem mit seiner Frau Ulli Bücher aus dem Englischen, von denen ich einige gelesen habe. Dass der Autor auch selbst Jugendromane schreibt, wusste ich noch nicht. Der auffällige Umband seines Jugendromans „Der Widerspruch“ zeigt, dass es sich um einen historischen Roman handelt. Man wird als Leser in die Zeit zu Beginn der 1960er Jahre versetzt, als u. a. John F. Kennedy Präsident der USA war und dann ermordet wurde, als Konrad Adenauer als Bundeskanzler abtrat und Ludwig Erhard auf ihn folgte.

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Buchbesprechung: Anna Woltz „Hundert Stunden Nacht“

Lesealter 13+(Carlsen-Verlag 2017, 253 Seiten)

Es ist nicht lange her, da habe ich Anna Woltz‘ Kinderbuch „Gips oder Wie ich an einem einzigen Tag die Welt reparierte“ besprochen, und das Buch hat bei mir definitiv Lust auf mehr von der niederländischen Autorin hervorgerufen. Gut, dass ihr erster Jugendroman „Hundert Stunden Nacht“ nicht viel später erschienen ist. Lange liegen gelassen habe ich das erst kürzlich erschienene Buch nicht, auch wenn ich mich frage, was den Verlag bei dem Cover geritten hat. Das Cover der niederländischen Ausgabe gefällt mir jedenfalls deutlich besser.

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Buchbesprechung: T. A. Wegberg „Meine Mutter, sein Exmann und ich“

Lesealter 13+(Rowohlt rotfuchs 2017, 253 Seiten)

Fast fünf Jahre ist es her, dass ich mein erstes (und bis jetzt einziges Buch) von T. A. Wegberg gelesen habe: „Klassenziel“, ein Roman, in dem es um einen Amoklauf geht. Auch diesmal hat T. A. Wegberg ein brisantes Thema gewählt, und der Jugendroman fällt allein schon auf, weil er einen genial-kreativen Titel trägt. Das Possessivpronomen „sein“ ist kein Versehen, sondern deutet bereits an, dass es um eine Geschlechtsumwandlung geht … Wie in „Klassenziel“ ist die Hauptperson dabei nicht selbst, sondern indirekt betroffen.

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Buchbesprechung: April Genevieve Tucholke „All the strangest things are true“

Lesealter 14+(Thienemann-Verlag 2017, 221 Seiten)

Ich habe in den letzten Wochen in ein paar Bücher reingelesen, fast alle aber wieder zur Seite gelegt. Hängengeblieben bin ich ausgerechnet bei einem Buch für Mädchen. Jedenfalls heißt es in der Widmung für das Buch: „Für alle Mädchen, die mit dem Kopf in den Wolken stecken“. Angesprochen habe ich mich davon nicht gefühlt. Egal – vielleicht darf man das Buch ja auch als Mann lesen … Den Namen der Autorin, April Genevieve Tucholke, hatte ich vorher nie zu vor gehört – die Schriftstellerin lebt in Oregon (USA).

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Buchbesprechung: Erna Sassen „Komm mir nicht zu nah“

Lesealter 15+(Verlag Freies Geistesleben 2016, 174 Seiten)

Mit „Das hier ist kein Tagebuch“ war die Niederländerin Erna Sassen erst dieses Jahr für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert worden – bekommen hat den Preis dann jedoch jemand anderes. Gelesen habe ich das nominierte Buch – leider – nicht, mir nun aber zumindest Erna Sassens zweiten ins Deutsche übersetzten Jugendroman angeschaut. In letzter Zeit – das fällt mir auf – finden wieder recht viele Jugendbücher aus dem niederländischen Sprachraum (da gehört ja auch das belgische Flandern dazu) den Weg ins Deutsche – das war in den letzten 20 Jahren nicht immer so.

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Buchbesprechung: Angela Mohr „Zwei Tage, zwei Nächte und die Wahrheit über Seifenblasen"

Cover Angela Mohr "Zwei Tage, zwei Nächte und die Wahrheit über Seifenblasen"Lesealter 14+(Arena-Verlag 2016, 309 Seiten)

Seit sie vier Jahre ist, stottert Angela Mohr – das kann man auf ihrer Webseite nachlesen. Aber statt daran zu verzweifeln, ist Angela Mohr daran gewachsen, und es ist beeindruckend, was sie in ihrem Leben schon alles auf die Beine gestellt hat. In „Zwei Tage, zwei Nächte und die Wahrheit über Seifenblasen“ spielt das Stottern auch eine Rolle, eine der beiden Hauptfiguren ist betroffen. Doch das ist letztendlich nicht das Hauptthema des Jugendromans.

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Buchbesprechung: Ruta Sepetys „Salz für die See“

Cover: Ruta Sepetys "Salz für die See"Lesealter 14+(Königskinder-Verlag 2016, 308 Seiten)

Die in den USA geborene und lebende Autorin Ruta Sepetys hat litauische Vorfahren, und als Schriftstellerin, die bisher gerne geschichtliche Themen behandelt hat, kommt das baltische Land dort öfter vor. Das gilt auch für „Salz für die See“, das Anfang 1945 spielt und das wohl tragischste Seeunglück aller Zeiten behandelt, das jedoch kaum jemand kennt. Die Wilhelm Gustloff, ein Schiff mit über 10.000 Flüchtenden an Bord, darunter viele Kinder und Verletzte, wurde auf der Fahrt von Gotenhafen nach Kiel von einem russischen U-Boot mit Torpedos beschossen und sank. Mehr als 9.000 Menschen starben …

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Buchbesprechung: Tamara Bach „Vierzehn“

Cover: Tamara Bach "Vierzehn"Lesealter 14+(Carlsen-Verlag 2016, 107 Seiten)

Ich war froh, als Tamara Bach 2012 mit „Was vom Sommer übrig ist“ nach ein paar Jahren Schaffenspause wieder auf der Bühne der Jugendliteratur erschienen war, denn die in Berlin lebende Autorin ist immer für ein besonderes Buch gut. „Vierzehn“ ist nun der dritte Jugendroman seit 2012, und immer waren es schmale Bändchen, die Tamara Bachs seitdem geschrieben hat – das ist auch diesmal so.

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