Schlagwort: Freundschaft

Buchbesprechung: Marjaleena Lembcke „Die Füchse von Andorra“

Cover Marjaleena LembckeLesealter 10+(Nagel & Kimche-Verlag 2010, 127 Seiten)

Marjaleena Lembcke ist eigentlich Finnin, lebt aber seit über 50 Jahren in Deutschland und hat auf Deutsch schon viele Bilder- und Kinderbücher veröffentlicht. Mal abgesehen von einigen Bilderbüchern ist „Die Füchse von Andorra“ das erste längere Buch, das ich von Marjaleena Lembcke gelesen habe.

Das Buchcover wirkt übrigens fast noch kindlicher als der Inhalt des Buches – geeignet ist das Kinderbuch wohl ab 9 oder 10 Jahren. Was es mit den vier von hinten zu sehenden Kindern auf sich hat, werdet ihr gleich erfahren …

Buchbesprechung: Peter Pohl „Anton, ich mag dich“

Cover Peter PohlLesealter 10+(Hanser-Verlag 2010, 138 Seiten)

Beim Namen von Peter Pohl werden bei mir alte Erinnerungen wach. „Jan, mein Freund“ (das übrigens 1990 den Deutschen Jugendliteraturpreis bekommen hat) war eines der ersten Jugendbücher, die ich als Erwachsener gelesen habe und das mich begeistert hat. Der traurige Ton des Buches, seine besondere Schreibweise hatten es mir angetan. Nach mehreren erfolgreichen Büchern war es lange ruhig um Peter Pohl. Im Jahr 2002 erschien auf Deutsch noch einmal ein neuer Roman des schwedischen Autors („Unter der blauen Sonne“) – die etwas seltsame science-fiction-ähnliche Geschichte hat mir jedoch nicht sonderlich gut gefallen. Mit „Anton, ich mag dich“ hat im Frühjahr 2010 ein neues Buch von Peter Pohl den Weg ins Deutsche gefunden – und das wollte ich mir nun endlich mal anschauen.

Buchbesprechung: Annika Thor „Entscheide dich!“

Cover Annika ThorLesealter 14+(Beltz & Gelberg-Verlag 2010, 172 Seiten)

Es gibt Jugendromane, die lasse ich zunächst einmal liegen, weil mich das Buchcover nicht sonderlich zum Lesen animiert. Klar, das ist wirklich kein sinnvolles Entscheidungskriterium – und manchmal entgehen einem deswegen gute Bücher. Bei Annika Thors „Entscheide dich!“ ist genau das passiert: Das Cover ist meiner Meinung nach hausbacken – das Buch, wie ich jetzt sagen kann, ist es aber beileibe nicht. Übrigens ist das der zweite Titel von Beltz & Gelberg in diesem Jahr, bei dem es mir so gegangen ist: Auch bei Stephan Knösels „Echte Cowboys“ finde ich die Cover-Gestaltung schrecklich, während mir das Buch sehr gut gefallen hat.

Buchbesprechung: Wolfgang Herrndorf „Tschick“

Cover Wolfgang HerrndorfLesealter 15+(Rowohlt-Verlag 2010, 254 Seiten)

Ist es Zufall, dass es in diesem Jahr so viele Jugendbücher gibt, in denen sich Jugendliche auf eine abenteuerliche Reise machen, um aus ihrem Alltag auszubrechen? Bei mir heißen diese Bücher in Anlehnung an Filme wie „Thelma & Louise“ „Roadmovie-Romane“, und vom Grundmotiv her finde ich solche Romane immer sehr spannend. Wer träumt nicht davon, aus seinem Alltag auszubrechen und alles hinter sich zu lassen, was einem täglich auf den Wecker geht? Genau diesen Nerv treffen Bücher wie Wolfgang Herrndorfs „Tschick“ – ein Roman, der bei Rowohlt übrigens im Erwachsenenprogramm erschienen ist, aber dennoch auch für Jugendliche lesenswert ist.

Buchbesprechung: Keith Gray „Ostrich Boys“

Cover Keith OstrichLesealter 14+(Rowohlt Taschenbuch Verlag 2010, 315 Seiten)

„Ostrich Boys“ – mal ehrlich: Könnt ihr euch darunter etwas vorstellen? Dass das ein sehr gut gewählter Titel für das Buch des schottischen Autors Keith Gray ist, darüber erfährt man erst am Ende des Romans etwas. Das Wort „ostrich“ hat übrigens nichts mit Österreich zu tun, sondern so heißt auf Englisch schlicht und ergreifend der Vogel Strauß. Was dann „Ostrich Boys“ sind? Jungen, die wohl wie ein Strauß den Kopf in den Sand stecken …

Kurzrezension: Philipp Meyer „Rost“

Cover Philipp MeyerLesealter 16+(Klett-Cotta-Verlag 2010, 464 Seiten)

Zugegeben, ein Jugendbuch ist Philipp Meyers Roman „Rost“ sicher nicht – der Meinung bin ich jedenfalls, nachdem ich das Buch gelesen habe. Aber da die Übersetzerin Birgitt Kollmann, mit der ich vor einer guten Woche ein Interview (siehe hier) geführt habe, von dem Buch so geschwärmt hat, wollte ich es mir zumindest mal anschauen. Ich habe etwas gezögert, über das Buch hier etwas zu schreiben – aber warum sollte es nicht einmal einen kleinen Ausflug in die Welt erwachsener Romane geben … – nein, ich meine natürlich in die Welt der Romane für Erwachsene.

Buchbesprechung: Lauren Oliver „Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie“

Cover Lauren OliverLesealter 14+(Carlsen-Verlag 2010, 445 Seiten)

Das ist nicht nur ein Titel, der mal wieder den Rahmen sprengt, sondern zugleich auch noch einer, der neugierig macht. Da klingt der englische Originaltitel von Lauren Olivers Buch doch vergleichsweise harmlos: „Before I Fall“.

Lauren Oliver ist eine noch relativ junge Autorin, die in Brooklyn (New York) lebt, und „Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie“ ist das erste Buch, das sie veröffentlicht hat.

Buchbesprechung: Do van Ranst „Mütter mit Messern sind gefährlich“

Cover van RanstLesealter 12+(Carlsen-Verlag 2010, 158 Seiten)

Einen hübschen Titel und ein schräges Cover hat das neue Jugendbuch des Belgiers Do van Ranst in jedem Fall. Etwas Besonderes ist außerdem, dass die Übersetzerin Andrea Kluitmann in einem Interview in der Zeitschrift Eselsohr (Heft 07/2010) gemeint hat, dass dies eines der besten Jugendbücher sei, die sie kenne. Das war sicher kein einfach so dahin gesagter Satz – und deswegen musste ich mir „Mütter mit Messern sind gefährlich“ auch gleich anschauen.

Buchbesprechung: James Roy „Town – Irgendwo in Australien“

Cover RoyLesealter 14+(Gerstenberg-Verlag 2010, 287 Seiten)

Bücher mit Kurzgeschichten und Erzählungen sind immer etwas schwierig zusammenzufassen – von daher verzichte ich auch bei „Town – Irgendwo in Australien“, einem Jugendbuch des australischen Autoren James Roy, auf eine explizite Inhaltsangabe. Das schon mal vorab …

„Town“ ist eine Sammlung von 13 Erzählungen, die zum einen jeweils einem Monat im Jahr, zum anderen je einem Jugendlichen, um den es geht, zugeordnet sind. Der Reigen der Geschichten beginnt im Februar, wenn in Australien das Schuljahr beginnt, und endet ein Jahr später im gleichen Monat.

Buchbesprechung: Nava Semel “Liebe für Anfänger”

Cover SemelLesealter 15+(Jacoby & Stuart-Verlag 2010, 113 Seiten)

Ein Buch mit Kurzgeschichten – da werden viele an Deutschstunden denken, in denen Geschichten zerlegt und analysiert, für Inhaltsangaben und Textzusammenfassungen herangezogen werden. Bei Schülerinnen und Schülern ist das mitunter nicht unbedingt beliebt, und so haben es Kurzgeschichten schwer, Leser zu finden. Dabei sind sie – sofern gut gemacht – eine ganz besondere literarische Form.

Die Israelin Nava Semel hat ein Bändchen mit sieben Kurzgeschichten geschrieben (von Mirjam Pressler übersetzt), in denen es um das Thema Liebe geht. Vom Thema her also durchaus etwas, das Jugendliche interessieren könnte.

Buchbesprechung: Jon Ewo “Am Haken”

Cover EwoLesealter 14+(dtv 2010, 375 Seiten)

„Ein maximalistischer Roman über das Leben, die Liebe und den großen Hecht“ – so heißt der Untertitel des Jugendromans „Am Haken“, den der Norweger Jon Ewo bereits im Jahr 2007 in seinem Heimatland veröffentlicht hat. Alles klar? Den Untertitel fand ich jedenfalls deutlich vielversprechender als den Titel selbst sowie das Buchcover. Beides hat mich nicht gerade zum Lesen animiert, muss ich gestehen. Ich kann mir vorstellen, dass das Jugendlichen genauso geht. Hinterher ist man dann manchmal froh, dass man sich über solche Dinge hinweggesetzt hat. Warum es mir bei „Am Haken“ so ging? Am Ende der Buchbesprechung wisst ihr mehr …

Kurzrezension: Sofie Laguna “Ich bin Bird”

Cover LagunaLesealter 11+(Carlsen-Verlag 2010, 173 Seiten)

Bei dem Cover und Titel von Sofie Lagunas Buch „Ich bin Bird“ musste ich sofort an einen Film aus den 80-er Jahren denken: „Birdy”. In dem Film zieht sich ein amerikanischer Vietnam-Soldat, der Birdy genannt wird, nach seiner Rückkehr in die Heimat in eine Traumwelt zurück. Auch Birdy ist – wie die Hauptperson in Sofie Lagunas Kinderroman – von Vögeln begeistert … Ist diese Ähnlichkeit Zufall? Kennt die aus Australien stammende Autorin den Film, ja, hat sie von ihm vielleicht sogar die Grundidee für ihr Kinderbuch übernommen? Egal, hier geht es ja darum, ob „Ich bin Bird“ ein gutes Kinderbuch ist …