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Schlagwort Archiv: Afrika

Buchbesprechung: Hanna Jansen „Über tausend Hügel wandere ich mit dir“

jansen_huegelLesealter 15+(Peter-Hammer-Verlag 2015, 289 Seiten)

„Über tausend Hügel wandere ich mit dir“ ist inhaltlich kein ganz neues Buch, denn bereits 2002 ist unter gleichem Titel ein Jugendroman von Hanna Jansen erschienen, der wie das vorliegende Buch die Geschichte des Mädchens Jeanne während des Völkermords in Ruanda erzählt. Das Buch damals machte die Autorin und ihre Adoptivtochter aus Ruanda ziemlich berühmt, wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und in anderen Ländern fast noch positiver als in Deutschland aufgenommen. Das jetzt 2015 im Peter-Hammer-Verlag erschienene Werk ist kein reines Jugendbuch mehr, es stellt eine auch für Erwachsene gedachte Überarbeitung des damals im Thienemann-Verlag herausgegebenen Jugendromans dar.

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Kurzrezension: Maria Braig „Nennen wir sie Eugenie“

braig_eugenieLesealter 14+(Verlag 3.0 Zsolt Majsai 2014, 131 Seiten)

Immer wieder erreichen mich Anfragen von Autoren mit selbst oder in kleinen Verlagen verlegten Büchern, ob ich ihr Werk besprechen möchte. Darunter sind sehr viele Fantasy-Romane – nicht gerade mein bevorzugtes Metier. Maria Braigs „Nennen wir sie Eugenie“ hat den Weg auch so zu mir gefunden – ein Buch, das nicht in einem der großen Kinder- und Jugendbuchverlage erschienen ist und ein Thema behandelt, das mich seit einigen Jahren interessiert: Es geht um eine Frau, die aus dem Senegal flüchten muss, weil sie dort verfolgt wird. Der Autorin hatte ich versprochen, zumindest in das Buch reinzuschauen, und ich bin hängen geblieben …

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Buchbesprechung: Sonwabiso Ngcowa „Nanas Liebe“

ngcowa_liebeLesealter 14+(Peter-Hammer-Verlag 2014, 174 Seiten)

Seit einem Symposium in Oldenburg über afrikanische Kinder- und Jugendliteratur vor zwei Jahren liegen mir Jugendbücher von afrikanischen Schriftstellern am Herzen. Der Peter-Hammer-Verlag ist einer der wenigen Verlage, die regelmäßig afrikanische Jugendromane veröffentlichen, und im Fall von Sonwabiso Ngcowas Buch (fragt mich nicht, wie man den Namen des Autors ausspricht) hat sich der Verlag aus Wuppertal engagiert, um den Debütroman des Südafrikaners herauszugeben. Eine große Rolle hat dabei der Übersetzer Lutz van Dijk, der selbst einige Jugendromane geschrieben hat, gespielt: Er hat Sonwabiso Ngcowa ermutigt, diesen Roman zu schreiben und zu veröffentlichen.

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Kurzrezension: Helon Habila „Öl auf Wasser“

habila_wasserLesealter 16+(Wunderhorn-Verlag 2012, 214 Seiten)

Über dieses Buch muss man etwas schreiben – auch wenn es sich dabei nun wirklich nicht um einen Jugendroman handelt … Seit einem knappen Jahr, als ich bei einem Kongress über Afrikabilder in der Kinder- und Jugendliteratur auf dem Diskussionspodium saß, bin ich ein wenig mit dem Afrika-Literatur-Virus infiziert. Aber überzeugende Jugendliteratur über Afrika, gibt es eher selten – vor allem, wenn man dabei Autoren, die selbst aus Afrika kommen, lesen möchte. Zu viele Klischees, zu viel Einzelschicksale, die auf die Tränendrüsen drücken, zu viele Happy Ends … – gerade, wenn Europäer über das Leben auf dem Schwarzen Kontinent schreiben. Deswegen schaue ich mich hier manchmal auch im Erwachsenenbereich um, und Helon Habilas „Öl auf Wasser“ ist eines der Bücher, die mir besonders aufgefallen sind.

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Buchbesprechung: Michael Williams „Der Tag der Krokodile“

williams_krokodileLesealter 13+(Carlsen-Verlag 2013, 259 Seiten)

2010 war für Südafrika ein ganz besonderes Jahr: weil dort die Fußballweltmeisterschaft ausgetragen wurde. Die knapp 20 Jahre zuvor aufgehobene Apartheid, die Unterdrückung der farbigen Bevölkerung durch die Weißen, schien endlich fast vorbei. Dass die Folgen davon noch immer in der südafrikanischen Bevölkerung fortleben, wundert einen jedoch nicht. So kam im Jahr 2008 zu ziemlich heftigen und gewalttätigen Ausschreitungen gegen eingereiste Flüchtlinge und Ausländer – das weiß hier in Europa wohl so gut wie niemand. Michael Williams‘ „Der Tag der Krokodile“ erzählt nicht nur davon.

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Buchbesprechung: Anna Kuschnarowa „Kinshasa Dreams“

Cover Anna KuschnarowaLesealter 14+(Beltz & Gelberg-Verlag 2012, 389 Seiten)

Anna Kuschnarowa hat mehrere Standbeine in ihrem Leben: Sie arbeitet als Dozentin, sie fotografiert, und mit „Kinshasa Dreams“ hat sie ihren dritten Jugendroman bei Beltz & Gelberg veröffentlicht. Nach der Drogen-Geschichte „Junkgirl“ handelt ihr neues Buch von etwas ganz anderem: Es spielt zunächst in Afrika und erzählt die Geschichte einer Flucht nach Europa. Auch bei ihren Buchthemen lässt sich Anna Kuschnarowa anscheinend nicht festlegen, und es ist schön, wenn jemand für Überraschungen gut ist.

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Buchbesprechung: Hanna Jansen „Herzsteine“

Cover Hanna JansenLesealter 15+(Peter-Hammer-Verlag 2012, 195 Seiten)

Letztes Wochenende war ich bei dem Symposium „Wie schön fern ich bin – Afrikabilder in der Kinder- und Jugendliteratur“ an der Universität Oldenburg. Mit Fachleuten wurde hier diskutiert, wie der Kontinent Afrika in Kinder- und Jugendbüchern dargestellt wird, und als Vorbereitung habe ich mir verschiedene Jugendbücher, die von Afrika handeln, in Afrika spielen oder von afrikanischen Autoren geschrieben wurden, angeschaut. Hanna Jansens Jugendroman „Herzsteine“, ein recht neues Buch zum Thema, war darunter.

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Buchbesprechung: Katherine Rundell „Zu Hause redet das Gras“

Cover Katherine RundellLesealter 11+(Carlsen-Verlag 2012, 253 Seiten)

„Zu Hause redet das Gras“ ist mal wieder ein Debütroman – und zwar von der Autorin Katherine Rundell. Allzu viel erfährt man in den Verlagsinformationen über die Autorin nicht: gerade mal, dass sie in London, Zimbabwe und Brüssel aufgewachsen ist. Das klingt doch sehr nach einem Diplomatenkind … Passend zu den Orten, an denen die Autorin gelebt hat, spielt ihr Kinderbuch auch an zwei von diesen Orten: in Zimbabwe und in London.

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Buchbesprechung: Gina Mayer „Die Wildnis in mir“

Cover Gina MayerLesealter 13+(Thienemann-Verlag 2011, 327 Seiten)

Immer, wenn ich in den letzten Jahren Bilder von Namibia gesehen habe, kam bei mir der Wunsch auf, das Land einmal zu sehen. Bisher ist es dazu aber nicht gekommen (und ich schätze, das wird auch noch ein Weilchen so bleiben). Wer einmal bei Google nach Fotos von dem Land stöbert, kann das vielleicht nachvollziehen – zumindest sofern man auch karge Wüstenlandschaften mag.

Namibia hieß früher Südwestafrika und war eine deutsche Kolonie. Und genau dort spielt während der Wende zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert Gina Mayers neuer Jugendroman.

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Kurzrezension: Elisabeth Combres „Die stummen Schreie“

Cover Elisabeth CombresLesealter 12+(Boje-Verlag 2010, 121 Seiten)

Ruanda war bis 1916 deutsche, danach bis 1962 belgische Kolonie, bevor es unabhängig wurde. Wie in vielen ehemaligen Kolonialländern gab es auch in Ruanda nach der Unabhängigkeit schlimme Bürgerkriege, in denen sich verschiedene Volksgruppen bekämpft haben. Das Buch „Die stummen Schreie“ der französischen Autorin Elisabeth Combres spielt in den Jahren nach 1994, als in Ruanda die Volksgruppe der Hutus einen üblen Völkermord an den Tutsis verübten. Eine schreckliche Zeit war das – Schätzungen zufolge wurden bis zu einer Million Menschen getötet.

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Kurzrezension: Lutz van Dijk „Romeo und Jabulile“

Cover Lutz van DijkLesealter 11+(Peter-Hammer-Verlag 2010, 101 Seiten)

Lutz van Dijk ist ein deutsch-niederländischer Schriftsteller, der seit längerem immer wieder in Südafrika lebt. Dort hat er eine südafrikanische Organisation namens HOKISA (Homes for Kids in South Africa) mit gegründet, und seine Bücher sind von den Erlebnissen in Afrika geprägt. Das gilt auch für Lutz van Dijks neuestes Kinderbuch, das jedoch zugleich – das ist unschwer am Titel zu erkennen – noch ein anderes Vorbild hat: „Romeo und Julia“ von Shakespeare.

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Buchbesprechung: Marie-Florence Ehret “Tochter der Krokodile”

Cover EhretLesealter 13+(Peter-Hammer-Verlag 2009, 152 Seiten)

Das Buchcover mit der afrikanische Zeichnung lässt vermuten, dass es sich bei Marie-Florence Ehrets Buch „Tochter der Krokodile“ um einen Jugendroman handelt, der in Afrika spielt – und so ist es auch. Genauer gesagt geht es um eine Geschichte aus Burkina Faso.

Über die Autorin – das Buch ist aus dem Französischen übersetzt – erfährt man in dem Buch nichts, doch auf der Webseite des Peter-Hammer-Verlags steht, dass die Autorin in Paris geboren wurde, dort in einem Viertel aufgewachsen ist, in dem viele afrikanische Menschen leben, und außerdem viele Reisen nach Afrika unternommen hat. Meine ursprüngliche Vermutung, dass Marie-Florence Ehret selbst afrikanischer Herkunft ist und somit einen autobiografisch inspirierten Roman geschrieben hat, stimmt also nicht.

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