Schlagwort: Freundschaft

Kurzrezension: Elisabeth Rank “Und im Zweifel für dich selbst”

Cover RankLesealter 16+(Suhrkamp-Verlag 2010, 200 Seiten)

„Open Hearts“ hieß ein Dogma-Film, der 2002 in die Kinos kam. Der Film erzählt davon, wie das Leben einer jungen Frau dadurch auf den Kopf gestellt wird, dass ihr Verlobter von einem Auto angefahren wird und danach querschnittsgelähmt ist.

Was mich an dem Film damals so schockiert hatte, war, dass darin von einem Moment auf den anderen etwas völlig Unerwartetes geschieht: Man wird filmisch nicht vorgewarnt, dass in der nächsten Sekunde ein Unfall passiert. Elisabeth Ranks Roman (bei Suhrkamp in der Reihe „suhrkamp nova“ erschienen) erzählt von etwas Ähnlichem …

Buchbesprechung: Jenny Valentine “Kaputte Suppe”

Cover ValentineLesealter 13+(dtv 2010, 199 Seiten)

In den letzten Wochen habe ich einige zweite Bücher von Autorinnen (u. a. Sally Nicholls und Ann Dee Ellis) gelesen, die ein tolles erstes Jugendbuch veröffentlicht haben, deren zweites Buch jedoch nicht an das Erstlingswerk herankam. Auch von der Engländerin Jenny Valentine, die mit „Wer war Violet Park?“ einen witzigen und spritzigen Debutroman abgeliefert hat, ist nun ein zweiter Jugendroman erschienen: „Kaputte Suppe“. Das ist zumindest ein ungewöhnlicher Titel – so richtig etwas vorstellen kann man sich darunter jedoch nicht … Gespannt war ich jedoch, wie sich Jenny Valentine mit ihrem zweiten Werk geschlagen hat.

Buchbesprechung: Nora Raleigh Baskin “Jason und PhoenixBird”

Cover BaskinLesealter 12+(Gerstenberg-Verlag 2010, 189 Seiten)

„Welcher ist der wichtigste Körperteil eines Schriftstellers?“ Die Frage stellt ein Literaturworkshopleiter in dem Buch „Jason und PhoenixBird“ den Teilnehmern seines Kurses. Doch „Sein Herz“ oder „Die Hände“ sind nicht die Antworten, die der Leiter ganz richtig findet. Es ist Jason, die autistische Hauptfigur des Romans, der die beste Antwort gibt: „Mein Hintern“. Weil man sich immer und immer wieder hinsetzen müsse, um gute Geschichten zu schreiben … Diese kleine amüsante Episode sei dem Jugendroman der amerikanischen Autorin Nora Raleigh Baskin (die zwar auf Englisch schon einige Jugendbücher veröffentlich hat, von denen – wenn ich richtig informiert bin – jedoch noch keines ins Deutsche übersetzt wurde, vorangestellt.

Buchbesprechung: Stephan Knösel “Echte Cowboys”

Cover KnöselLesealter 14+(Beltz & Gelberg-Verlag 2010, 237 Seiten)

„Echte Cowboys“ – nicht gerade ein Titel, unter dem man sich viel vorstellen kann. Dazu noch ein etwas seltsam aussehendes Cover. Der Klappentext auf der Rückseite verrät da schon mehr und macht den Leser neugierig.

Stephan Knoesels erster Jugendroman handelt von drei jugendlichen Einzelgängern – Großstadt-Cowboys eben –, die sich kennen lernen. Der Autor, bereits mit dem Literaturstipendium der Stadt München ausgezeichnet, lebt ansonsten davon, dass er als freier Autor Drehbücher schreibt – keine schlechte Voraussetzung für ein interessantes Buch.

Buchbesprechung: John Green “Margos Spuren”

Cover GreenLesealter 14+(Hanser-Verlag 2010, 331 Seiten)

Kennt ihr das Spiel „Der Typ ist ein Gigolo“? Ich weiß nicht, ob man das in Amerika wirklich so nennt oder ob das nur eine der skurrilen Ideen von John Green ist – wahrscheinlich eher Letzteres. Das Spiel an sich, ist jedenfalls nichts Neues: Beim Autofahren stellt man sich vor, welches Leben die Personen, die in anderen Autos an einem vorbeifahren, führen.

Mit „Eine wie Alaska„, seinem brillanten Jugendbuchdebüt, ist John Green vor drei Jahren in Deutschland bekannt geworden und auch gleich für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert worden (und zwar von der Kritiker- wie von der Jugendjury). „Margos Spuren“ ist sein dritter Jugendroman, und in einigen Dingen ähnelt er „Eine wie Alaska“ – aber dazu später mehr.

Buchbesprechung: Isabel Abedi “Lucian”

Cover AbediLesealter 13+(Arena-Verlag 2009, 549 Seiten)

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass „Lucian“ der erste Jugendroman von Isabel Abedi ist, den ich gelesen habe – und das, obwohl die Autorin mit „Whisper“ im März dieses Jahres den dritten Platz beim internationalen Preis der jungen Leser (vgl. Artikel zur Leipziger Buchmesse 2009) bekommen hat. Aber zugeben kann ich das ja trotzdem …

Ein entsprechend großer Rummel wurde schon vorab um „Lucian“ gemacht, und ich war schon sehr gespannt, ob mir das Buch so gut gefallen würde, wie sicher vielen anderen Lesern.

Buchbesprechung: Holly-Jane Rahlens “Mauerblümchen”

Cover RahlensLesealter 13+(Rowohlt-Verlag 2009, 157 Seiten)

Den Begriff „Ketwurst“ kennt wohl nur, wer in der DDR aufgewachsen ist – oder eben ein Leser von Holly-Jane Rahlens neuem Jugendbuch „Mauerblümchen“. Dass eine Amerikanerin, die freilich schon einige Jahrzehnte in Berlin lebt, ein Buch über den Fall der Mauer und die Wiedervereinigung schreibt, ist schon etwas ungewöhnlich. Und wie Holly-Jane Rahlens im Nachwort meint, musste sie vom Verlag auch eine Zeitlang „geschoben“ werden, um sich auf das Vorhaben einzulassen. Aber vielleicht ist es ja auch gar nicht schlecht, wenn dieses Thema mit einer gewissen Distanz aufgegriffen wird …

Buchbesprechung: Sverre Henmo “Großer Bruder, kleiner Bruder”

Cover HenmoLesealter 14+(Hanser-Verlag 2009, 220 Seiten)

Sverre Henmo, der Autor von „Großer Bruder, kleiner Bruder“, ist Norweger und hauptberuflich Lehrer an einer Gesamtschule. Der Hanser-Verlag umwirbt das Buch für die Altersgruppe ab 12 Jahren – doch da die Hauptperson Student ist und es in dem Buch u. a. um Familien- und Beziehungsthemen und -probleme geht, halte ich das für etwas sehr gewagt. Das schon mal vorab … Dass Sverre Henmos Buch darüber hinaus das Thema Behinderung auf ungewöhnliche und unverkrampfte Weise aufgreift, sei auch noch verraten.

Buchbesprechung: Thomas Fuchs “Leben 2.0”

Cover FuchsLesealter 14+(Thienemann-Verlag 2009, 301 Seiten)

Ein toller Titel (und ein gut gemachter Buchumschlag dazu) ist das schon: “Leben 2.0”. Mich hat das jedenfalls gleich neugierig gemacht … Wer allerdings denkt, dass das Buch irgendwas (abgleitet von „Web 2.0“) mit Computern und Internet zu tun hat, der liegt ziemlich daneben. In Thomas Fuchs’ Buch geht es vielmehr um eine eher ungewöhnliche Freundschaft zwischen zwei Jungen und um die Veränderung eines Jungen, der Gewalt erfahren hat.

Buchbesprechung: Jay Asher “Tote Mädchen lügen nicht”

Cover AsherLesealter 15+(cbt-Verlag 2009, 283 Seiten)

Einen Umschlag, der auffällt, hat das erste Jugendbuch des Amerikaners Jay Asher auf jeden Fall. Über den Titel (im amerikanischen Original heißt das Buch übrigens „13 Reasons Why“) kann man sich jedoch streiten: Er klingt irgendwie nach einem trivialem Krimi. Dabei handelt es sich bei „Tote Mädchen lügen nicht“ um einen raffinierten Psychothriller für Jugendliche, den es sich – das schon vorab – ohne Wenn und Aber zu lesen lohnt und der alles andere als trivial ist.

Buchbesprechung: Stan van Elderen “Warum Charlie Wallace?”

Cover van ElderenLesealter 14+(Hanser-Verlag 2009, 207 Seiten)

Ein Holländer schreibt ein Buch, das in New York spielt – das ist etwas nichts ganz Gewöhnliches. Und unter dem Titel „Warum Charlie Wallace?“ kann man sich nichts Genaues vorstellen … Stan van Elderens Jugendbuch, übrigens sein erstes, hat jedoch schon einige Preise bekommen: 2007 wurde es u. a. als bestes Buch von der flämischen Kinder- und Jugendbuchjury ausgezeichnet.

Buchbesprechung: Catherine Gilbert Murdock “Keine Zeit für Kühe”

Cover MurdockLesealter 12+(Carlsen-Verlag 2009, 285 Seiten)

Nachdem ich vor ein paar Tagen schon den zweiten Band von Andreas Steinhöfels „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ gelesen habe, kommt nun schon der nächste zweite Band zu einem Buch (erfolgreiche Geschichten werden wohl gerne fortgesetzt …). Catherine Gilbert Murdock hat vor fast drei Jahren „Wir Kühe„, ein erfrischendes Buch über ein Mädchen, das auf einer Farm lebt, geschrieben und nun nachgelegt. Die Geschichte um DJ, die in einem Jungenteam Football spielt, geht weiter und heißt „Keine Zeit für Kühe“.