Die Preisträger des Deutschen Jugendliteraturpreises 2025 – ein persönlicher Bericht von der Preisverleihung

Kaum zu glauben: 11 Mal saß ich bereits – wie gestern, am Freitag, den 17.10.2025 – im Congress Center der Frankfurter Messe, um der Preisverleihung des Deutschen Jugendliteraturpreises zu folgen; und es war, ehrlich gesagt, manchmal eine Achterbahnfahrt: Es gab Preisbücher, deren Auswahl ich nicht verstand; es gab blasse Vertreter aus der Politik auf der Bühne und lahme Grußworte. Aber es blitze ebenso immer wieder etwas auf, das man bewundern konnte. Schriftsteller/innen, Übersetzer/innen und Illustrator/inn/en, die etwas zu sagen hatten. Oder eine Begrüßung wie die von Ralf Schweikart im Jahr 2023, die es in sich hatte.

Es ist immer ein spannender Moment, wenn man die Halle des Congress Centers der Frankfurter Messe betritt, weil man sich fragt, wie die Bühne aussieht: Grün und Orange, noch ein bisschen Gelb waren die Leitfarben, mit denen man in diesem Jahr am 20.10.2023 bei der Verleihung des Deutschen Jugendliteraturpreises empfangen wurde. Gewagt, fast dissonant war diese Farbkombination. Die bunt beleuchteten ausgestanzten Quader, die immer ein bisschen an Emmentaler erinnern, kennt man ja schon aus den vergangenen Jahren – das war nicht neu. Später wechselten sie – man sieht das auf den Fotos – immer wieder die Farben.
Vorletztes Jahr ganz online. Letztes Jahr live in Sparbesetzung – es waren nur die nominierten Verlage und Autor/innen, wenige handverlesene Gäste geladen. Gestern, am 21. Oktober 2022 wurde der Deutsche Jugendliteraturpreis jedoch wieder vor (fast) vollem Haus im Congress Center der Frankfurter Messe verliehen – ein paar Stühle blieben leer, wohl angesichts aktueller Erkrankungen. Wie würde es nach zwei Jahren Pause mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis weitergehen? Gab es einen Relaunch? Nein, das kann man nicht sagen; aber es wurden doch ein paar Punkte verbessert.
Warum nicht mal mit einem dicken Lob beginnen? Das Plakat für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2019 vom norwegischen Illustrator Øyvind Torseter ist das hübscheste und gelungenste der letzten Jahre. In der unübersichtlichen und unaufgeräumten Höhle der Jugendliteratur die besten Bücher des Jahres 2018 zu finden, das ist die Aufgabe der Jurys – nicht immer leicht. Sie haben sich wie immer bemüht. Sehr wackelig sieht auf dem Plakat das Regal in der Höhle ja schon aus … – der Deutsche Jugendliteraturpreis ist es aber nicht, wurde er gestern doch zum 63. Mal verliehen.
Vor ziemlich genau zehn Jahren war es (am 17.10.2008), dass ich das erste Mal die Verleihung des Deutschen Jugendliteraturpreises auf der Frankfurter Buchmesse besuchte. Richtig aufgeregt war ich damals – auch weil ich wusste, dass ich im Jahr darauf selbst in der Kritikerjury mitbestimmen würde, welche Bücher prämiert werden … Zehn Jahre später (der Jury-Job wurde nach vier Jahren turnusgemäß weitergereicht) ist mir alles vertraut und bekannt, auch wenn ich noch immer nicht zuverlässig vorhersagen kann, welches Jugendbuch das Rennen machen wird. Juryarbeit hat eine ganz eigene Dynamik – aber das ist gut so, denn so bleibt es jedes Jahr spannend.
Auch wenn sie nichts mit Jugendliteratur zu tun haben – die Sätze des Abends waren für mich: „Hier hört ja niemand auf mich; im Ministerium ist das anders.“ Gesagt hat sie scherzhaft Dr. Katarina Barley, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, und zwar als Juror Ralf Schweikert sich nicht fürs Fotostelldichein auf Rat der Ministerin neben Autor Mario Fesler stellen wollte … Weil die Veranstaltung diesmal weniger verkrampft daherkam als die letzten Jahre, passte diese Bemerkung sehr gut zur diesjährigen Preisverleihung des Deutschen Jugendliteraturpreises. Die Ministerin hatte daran durchaus ihren Anteil – aber dazu später mehr.

Alle Jahre wieder – nicht zur Weihnachtszeit, sondern während der Wochen, wenn einem bewusst wird, dass der Sommer vorbei ist – geht es zur Buchmesse nach Frankfurt, wo am Freitag dann die Preisträger des Deutschen Jugendliteraturpreises bekannt gegeben werden. Seit acht Jahren bin ich nun jedes Mal dabei gewesen, seit acht Jahren bin ich gespannt, wer die Preisträger sind, seit acht Jahren warte ich darauf, dass das etwas spröde Format der Veranstaltung verändert wird. Aber getan hat sie da bisher nichts groß …
Jedes Jahr wieder auf der Frankfurter Buchmesse: die Verleihung des Deutschen Jugendliteraturpreises. Auch diesmal wollte ich dabei sein, auch wenn ich nach vier Jahren Kritikerjury inzwischen nicht mehr in Amt und Würden bin. Das machte es zumindest spannender, wusste ich ja nicht, welche Titel ausgewählt worden waren.