Jugendbuchtipps.de

ab 16/17 Jahren

Kurzrezension: Helon Habila „Öl auf Wasser“

habila_wasserLesealter 16+(Wunderhorn-Verlag 2012, 214 Seiten)

Über dieses Buch muss man etwas schreiben – auch wenn es sich dabei nun wirklich nicht um einen Jugendroman handelt … Seit einem knappen Jahr, als ich bei einem Kongress über Afrikabilder in der Kinder- und Jugendliteratur auf dem Diskussionspodium saß, bin ich ein wenig mit dem Afrika-Literatur-Virus infiziert. Aber überzeugende Jugendliteratur über Afrika, gibt es eher selten – vor allem, wenn man dabei Autoren, die selbst aus Afrika kommen, lesen möchte. Zu viele Klischees, zu viel Einzelschicksale, die auf die Tränendrüsen drücken, zu viele Happy Ends … – gerade, wenn Europäer über das Leben auf dem Schwarzen Kontinent schreiben. Deswegen schaue ich mich hier manchmal auch im Erwachsenenbereich um, und Helon Habilas „Öl auf Wasser“ ist eines der Bücher, die mir besonders aufgefallen sind.

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Buchbesprechung: Anthony McCarten „Ganz normale Helden“

Cover Anthony McCartenLesealter 16+(Diogenes-Verlag 2012, 454 Seiten)

Superhero“ von Anthony McCarten war für mich vor fünf Jahren das Buch gewesen, das den Deutschen Jugendliteraturpreis verdient hätte. Es war immerhin nominiert, aber den Preis hat dann Meg Rosoff für „was wäre wenn“ bekommen. Das neue Buch des Neuseeländers Anthony McCarten heißt „Ganz normale Helden“ und ist letztendlich eine Fortsetzung von „Superhero“. Donald, der „Superheld“, hat seine Eltern und seinen großen Bruder Jeff zurückgelassen, und sie sind ganz normale Helden, die das Leben nach dem Tod von Donald auf die Reihe zu kriegen versuchen. Wie ihnen das, mehr schlecht als recht, gelingt, erzählt „Ganz normale Helden“.

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Kurzrezension: Frances Greenslade „Der Duft des Regens“

Cover Frances GreensladeLesealter 16+(Mare-Verlag 2012, 361 Seiten)

Was für ein stilvolles Buchcover! Das hab ich mir gleich gedacht, als ich das Buch gesehen habe. Frances Greenslades Roman wurde mir von einer befreundeten Buchhändlerin empfohlen, die weiß, dass ich gerne nach Grenzgängern zwischen Jugend- und Erwachsenenliteratur suche. Und genau das ist „Der Duft des Regens“: ein Buch, erschienen in einem Erwachsenenverlag, das jedoch eine jugendliche Erzählerin hat und deswegen auch ein Buch für Jugendliche sein könnte.

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Buchbesprechung: Christian Frascella „Meine Schwester ist eine Mönchsrobbe“

Cover FrascellaLesealter 16+(Frankfurter Verlagsanstalt 2012, 317 Seiten)

Ob man mit diesem Buchcover einen Blumentopf gewinnen kann? Irgendwie musste ich bei dem Foto von dem aus der Nase blutenden Jungen an einen Junkie-Roman denken (nicht gerade meine bevorzugte Lektüre), und mit dem Titel konnte ich erst mal auch gar nichts anfangen. Was ist denn eine Mönchsrobbe? Das lässt sich leicht beantworten: In der Wikipedia sieht eine Mönchsrobbe so aus, wie man es von einer Robbe erwartet, es handelt sich dabei um eine Robbenart, die in tropischen und südtropischen Gewässern lebt.

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Buchbesprechung: Frank M. Reifenberg „Unsichtbare Blicke“

Cover Frank M. ReifenbergLesealter 15+(rororo 2012, 394 Seiten)

Landeplatz der Engel“ von Frank Maria Reifenberg war – auch wenn es (leider) kein richtiger Verkaufsschlager war – eines der Jugendbücher der letzten Jahre, die mir mit am besten gefallen haben. Aus diesem Grund habe ich es auch bedauert, dass von dem in Köln lebenden Autor in den letzten Jahren kein neuer Jugendroman veröffentlicht wurde … Doch nun ist das Warten vorbei. „Unsichtbare Blicke” heißt der neue Roman von Frank M. Reifenberg, und hinter dem einfachen, aber eindrücklichen Cover verbirgt sich ein eine Mischung aus Krimi und Thriller.

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Kurzrezension: Kevin Brooks „Schlafende Geister“

Cover Kevin BrooksLesealter 16+(dtv 2011, 397 Seiten)

Ein neues Buch von Kevin Brooks? Ja, aber diesmal ist es kein Jugendroman. „Schlafende Geister“ ist ein Kriminalroman für Erwachsene; als großer Fan von Kevin Brooks bin ich nicht umhin gekommen, mir den ersten Ausflug des britischen Autors ins Erwachsenenmetier anschauen. Und auch wenn es kein Jugendroman ist: Ich habe mich dennoch entschlossen, das Buch hier vorzustellen. Für Leser ab 16 Jahren sind ja durchaus auch Erwachsenenkrimis oft eine geeignete Lektüre …

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Buchbesprechung: Alois Prinz „Der Brandstifter. Die Lebensgeschichte des Joseph Goebbels“

Cover Alois PrinzLesealter 16+(Beltz & Gelberg-Verlag 2011, 319 Seiten)

Alois Prinz schreibt für Jugendliche unermüdlich Biografien berühmter Persönlichkeiten. Zu den bisher veröffentlichten Büchern gehören Werke über Schriftsteller wie Franz Kafka oder Hermann Hesse, über die RAF-Terroristin Ulrike Meinhof oder auch über den Apostel Paulus. Prinz‘ neueste Biografie widmet sich einem besonders dunklen Kapitel der Deutschen Geschichte: dem Dritten Reich. Sie handelt von Joseph Goebbels, dem Mann, der die nationalsozialistische Propaganda in seinen Händen hatte und der bekannt für seine flammenden demagogischen Reden war. Über Goebbels zu schreiben, ist sicher kein einfache Sache, eher eine gewagtes Unterfangen, soll ein Biograf doch den Tatsachen neutral verpflichtet bleiben.

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Buchbesprechung: Benedict Wells „Fast genial“

Cover Benedict WellsLesealter 16+(Diogenes-Verlag 2011, 322 Seiten)

Benedict Wells ist ein 1984 geborener, junger Nachwuchsautor, der für seine ersten Romane bereits viel gelobt wurde. Sein dritter Roman mit dem Titel „Fast genial“ ist wie schon die beiden vorherigen Bücher bei Diogenes, also in einem Erwachsenenverlag, erschienen. Doch nicht zuletzt wegen der Hauptfigur Francis, die im Buch 18 Jahre alt wird, kann man „Fast genial“ durchaus auch älteren Jugendlichen zu lesen geben.

Vielleicht ist es euch ja schon aufgefallen, dass es mir in letzter Zeit durchaus ein Anliegen ist, die künstliche Grenze zwischen Jugend- und Erwachsenenliteratur weniger zu beachten und auch nach Büchern, die bei Erwachsenenverlagen erschienen sind und die man Jugendlichen empfehlen kann, Ausschau zu halten …

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Kurzrezension: Christian Bartel „Zivildienstroman“

Cover Christian BartelLesealter 16+(Carlsen-Verlag 2011, 224 Seiten)

Mit Christian Bartel steigt ein weiterer erfolgreicher Poetry Slammer bei Carlsen in den Ring der Autoren, die ihre Sprachgewandtheit in Büchern für ältere Jugendliche und junge Erwachsene zur Schau stellen. Ab und zu finde ich es jedenfalls erheiternd, einen solchen Roman zu lesen – die bisherigen Bücher von Christian Bartels Kollegen (Mischa-Sarim Vérollet oder Jaromir Konecny) waren jedenfalls niveauvolle Unterhaltung, bei der man aus dem Schmunzeln nicht herauskam. Und Lachen soll ja gesund sein …

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Kurzrezension: Joachim Meyerhoff „Alle Toten fliegen hoch – Amerika“

Cover Joachim MeyerhoffLesealter 16+(Kiepenheuer & Witsch-Verlag 2011, 320 Seiten)

Joachim Meyerhoff ist eigentlich Schauspieler und hatte am Wiener Burgtheater mit einem sechsteiligen Programm, das den gleichen Titel wie das vorliegende Buch hat, große Erfolge. Thematisch geht es in dem Theaterstück darum, dass er seine eigene Geschichte und die seiner Familie nacherzählt. Nun, ist ein Teil davon auch in Buchform erschienen, und der erste Band trägt den Untertitel „Amerika“.

Eigentlich ist „Alle Toten fliegen hoch“ kein explizites Jugendbuch, aber da es von dem einjährigen Amerikaaufenthalt eines Jugendlichen berichtet, könnte der Roman ja durchaus auch etwas für Jugendliche sein – gerade wenn einem auch so etwas bevorsteht …

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Buchbesprechung: Nils Mohl „Es war einmal Indianerland“

Cover Nils MohlLesealter 16+(Rowohlt-Verlag 2011, 346 Seiten)

Wäre ich nach dem Buchcover gegangen, hätte ich dieses Buch wohl nicht gelesen. Die in Pastelltönen gehaltene Hochhaus-Silhouette hat am Rande etwas mit dem Buch zu tun, aber sie zeigt einem nicht unbedingt, worum es in dem Buch geht. Und sonderlich hübsch finde ich das Ganze zudem nicht … Sei’s drum. Das Buch hat über den Text im Rowohlt-Prospekt seinen Weg zu mir gefunden – Gott sei Dank! Nils Mohl hat schon einige Literaturpreise gewonnen, ist jedoch bisher als Autor an mir vorbeigegangen. Dabei kann der Mann schreiben!

Übrigens haben wir es bei „Es war einmal Indianerland“ mal wieder mit einem Grenzgänger zwischen Jugend- und Erwachsenenliteratur zu tun – ähnlich wie bei Wolfgang Herrndorfs „Tschick“. Der Vergleich zwischen beiden Büchern drängt sich jedoch auch aus anderen Gründen auf – doch dazu weiter unten mehr …

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Buchbesprechung: Ulf Iskender Kaschl „Roadmovie Kapstadt“

Cover Ulf Iskender KaschlLesealter 16+(éditions trèves 2010, 257 Seiten)

Es gibt Bücher, die nehmen einen ganz eigenen Weg zu mir. Im Fall von „Roadmovie Kapstadt“ hat mich der Autor Ulf Iskender Kaschl selbst angeschrieben und gefragt, ob ich das Buch nicht bei Jugendbuchtipps besprechen will. Wir haben dann außerdem festgestellt, dass wir uns (zumindest indirekt) kennen: Wir hatten uns einmal auf dieselbe Stelle beworben. Mal abgesehen davon: Der Titel hat mich zudem neugierig gemacht, weil ich „Roadmovie-Bücher“ grundsätzlich mag. „Roadmovie Kapstadt“ – das vorab – ist kein typisches Jugendbuch, aber eines, das man älteren Jugendlichen durchaus zu lesen geben kann.

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