Jugendbuchtipps.de

2012

Buchbesprechung: Tamta Melaschwili „Abzählen“

melaschwili_abzaehlenLesealter 15+(Unionsverlag 2012, 105 Seiten)

Da hat in diesem Jahr das einzige Jugendbuch, das ich nicht gelesen habe, den Deutschen Jugendliteraturpreis gewonnen, und im Bericht über die Preisverleihung habe ich versprochen, dass ich eine Buchbesprechung nachholen werde. Dass das von der georgischen Schriftstellerin Tamta Melaschwili geschriebene „Abzählen“ an mir vorbeigegangen ist, hatte seinen Grund: Es ist nicht explizit als Jugendroman veröffentlicht, von daher auch hauptsächlich in den „normalen“ Literaturbeilagen besprochen worden. Dennoch: Nach der Nominierung im März 2013 hätte ich es natürlich lesen sollen …

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Kurzrezension: Helon Habila „Öl auf Wasser“

habila_wasserLesealter 16+(Wunderhorn-Verlag 2012, 214 Seiten)

Über dieses Buch muss man etwas schreiben – auch wenn es sich dabei nun wirklich nicht um einen Jugendroman handelt … Seit einem knappen Jahr, als ich bei einem Kongress über Afrikabilder in der Kinder- und Jugendliteratur auf dem Diskussionspodium saß, bin ich ein wenig mit dem Afrika-Literatur-Virus infiziert. Aber überzeugende Jugendliteratur über Afrika, gibt es eher selten – vor allem, wenn man dabei Autoren, die selbst aus Afrika kommen, lesen möchte. Zu viele Klischees, zu viel Einzelschicksale, die auf die Tränendrüsen drücken, zu viele Happy Ends … – gerade, wenn Europäer über das Leben auf dem Schwarzen Kontinent schreiben. Deswegen schaue ich mich hier manchmal auch im Erwachsenenbereich um, und Helon Habilas „Öl auf Wasser“ ist eines der Bücher, die mir besonders aufgefallen sind.

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Buchbesprechung: Alina Bronsky „Spiegelkind“

bronsky_spiegelkindLesealter 12+(Arena-Verlag 2012, 301 Seiten)

Zugegeben, „Spiegelkind“ ist kein aktuelles Buch mehr und liegt hier auch schon fast eineinhalb Jahre in meinem Bücherregal – der Grund dafür ist, dass ich es mit dem Fantasy-Genre (und da gehört Alina Bronskys Buch wohl doch dazu) in den letzten Jahren nicht mehr so habe … Doch als mir neulich jemand sagte, dass Alina Bronskys „Spiegelriss“ (der Folgeband von „Spiegelkind“) ein wirklich tolles Buch sei, hab ich mir vorgenommen, doch erst mal Band 1 zu lesen. Und das habe ich nun getan.

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Buchbesprechung: Neal Shusterman „Vollendet“

Cover Neal ShustermanLesealter 14+(Sauerländer-Verlag 2012, 429 Seiten)

Nun ja, das Cover des Buches fand ich nicht gerade ansprechend – den Jugendroman mit dem silber glänzenden Umschlag, der etwas reißerisch wirkt, habe ich deswegen erst mal länger beseite gelegt. Doch nachdem ich über das Buch von zweiten Seiten recht positive Stimmen vernommen hatte, habe ich mir Neal Shustermans Dystopie nun doch angeschaut. Dystopien (also Science-Fiction-Bücher mit negativem Gesellschaftsentwurf) sind bei Jugendromanen in den letzten Jahren ziemlich beliebt, aber dadurch fast schon etwas austauschbar, weil sie oft recht vorhersehbar waren, gewesen. „Vollendet“ behandelt immerhin ein spannendes Thema: Es geht um Jugendliche, deren Körperorgane für Kranke verwendet werden.

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Buchbesprechung: Daniel Höra „Braune Erde“

hoera_erdeLesealter 14+(Bloomsbury-Verlag 2012, 300 Seiten)

Es gab schon Zeiten, da war in den Zeitungen mehr über Rechtsradikale und nationalsozialistische Tendenzen in Deutschland zu lesen … Man kann nur froh sein, dass die Probleme mit rechtsradikalen Jugendlichen und Erwachsenen wohl weniger geworden sind, auch wenn man sich nicht der Täuschung hingeben sollte, dass das alles aus der Welt ist. Da kommt es vielleicht recht, wenn ein junger Autor wie Daniel Höra in einem Buch für Jugendliche beschreibt, wie Rechtsradikale andere Menschen auf ihre Seite ziehen.

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Buchbesprechung: Anna Kuschnarowa „Kinshasa Dreams“

Cover Anna KuschnarowaLesealter 14+(Beltz & Gelberg-Verlag 2012, 389 Seiten)

Anna Kuschnarowa hat mehrere Standbeine in ihrem Leben: Sie arbeitet als Dozentin, sie fotografiert, und mit „Kinshasa Dreams“ hat sie ihren dritten Jugendroman bei Beltz & Gelberg veröffentlicht. Nach der Drogen-Geschichte „Junkgirl“ handelt ihr neues Buch von etwas ganz anderem: Es spielt zunächst in Afrika und erzählt die Geschichte einer Flucht nach Europa. Auch bei ihren Buchthemen lässt sich Anna Kuschnarowa anscheinend nicht festlegen, und es ist schön, wenn jemand für Überraschungen gut ist.

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Buchbesprechung: 50 Cent „Playground“

Cover 50 CentLesealter 13+(Rowohlt-Verlag 2012, 191 Seiten)

Der aus New York stammende und in schlimmen Verhältnissen aufgewachsene Rapper 50 Cent hat einen Jugendroman geschrieben. Mein erster Gedanke, als ich die Pressemeldung gelesen habe, war eher klischeehaft: Das ist nicht der erste Versuch eines Prominenten, auch mal einen Roman zu schreiben, und es wäre nicht das erste Mal, dass das schiefgeht. Doch die Inhaltsangabe des Romans klang nicht schlecht, und so habe ich beschlossen, mir das Buch trotz gewisser Vorbehalte anzuschauen.

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Buchbesprechung: Zoran Drvenkar „Der letzte Engel“

Cover Zoran DrvenkarLesealter 15+(cbj 2012, 430 Seiten)

Von Zoran Drvenkar war im Jugendbuchbereich lange nichts mehr zu lesen. Dabei habe ich ihn immer für einen der begnadetsten Jugendbuchautoren gehalten. „Touch the flame“ – fast vergessen; „Cengiz & Locke“ – da kann sich kaum einer noch dran erinnern; aber gute Bücher waren das (im Gegensatz zu meinen damaligen Rezensionen, die verdammt kurz waren), ebenso wie Drvenkars Buch mit Weihnachtsgeschichten: „Die Nacht, in der meine Schwester den Weihnachtsmann entführte“ – ein Klassiker, der gerade jetzt im Dezember nach wie vor zu empfehlen ist.

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Buchbesprechung: Hanna Jansen „Herzsteine“

Cover Hanna JansenLesealter 15+(Peter-Hammer-Verlag 2012, 195 Seiten)

Letztes Wochenende war ich bei dem Symposium „Wie schön fern ich bin – Afrikabilder in der Kinder- und Jugendliteratur“ an der Universität Oldenburg. Mit Fachleuten wurde hier diskutiert, wie der Kontinent Afrika in Kinder- und Jugendbüchern dargestellt wird, und als Vorbereitung habe ich mir verschiedene Jugendbücher, die von Afrika handeln, in Afrika spielen oder von afrikanischen Autoren geschrieben wurden, angeschaut. Hanna Jansens Jugendroman „Herzsteine“, ein recht neues Buch zum Thema, war darunter.

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Buchbesprechung: James Mylet „Love is on Air“

Cover James MyletLesealter 15+(Fischer-Verlag 2011, 343 Seiten)

Ist es Zufall, dass das Cover dieses Buchs so aussieht, als könnte es von Nick Hornby sein? Jedenfalls hat mich der Buchumschlag gleich angesprochen, und ich gebe zu, ich habe mich davon ködern lassen.

„Love is on Air“ ist James Mylets erster (Jugend-)Roman, und auf der Webseite des Fischer-Verlags findet man sehr wenig über den Autor – nicht einmal, woher er kommt, erfährt man. Die Vermutung liegt nahe, dass er – wie die Hauptfigur in seinem Buch – aus Irland stammt.

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Buchbesprechung: Anthony McCarten „Ganz normale Helden“

Cover Anthony McCartenLesealter 16+(Diogenes-Verlag 2012, 454 Seiten)

Superhero“ von Anthony McCarten war für mich vor fünf Jahren das Buch gewesen, das den Deutschen Jugendliteraturpreis verdient hätte. Es war immerhin nominiert, aber den Preis hat dann Meg Rosoff für „was wäre wenn“ bekommen. Das neue Buch des Neuseeländers Anthony McCarten heißt „Ganz normale Helden“ und ist letztendlich eine Fortsetzung von „Superhero“. Donald, der „Superheld“, hat seine Eltern und seinen großen Bruder Jeff zurückgelassen, und sie sind ganz normale Helden, die das Leben nach dem Tod von Donald auf die Reihe zu kriegen versuchen. Wie ihnen das, mehr schlecht als recht, gelingt, erzählt „Ganz normale Helden“.

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Buchbesprechung: Craig Silvey „Wer hat Angst vor Jasper Jones?“

Cover Craig SilveyLesealter 14+(Rowohlt-Verlag 2012, 406 Seiten)

Der Jugendroman „Wer hat Angst vor Jasper Jones?“ des Australiers Craig Silvey liegt schon längere Zeit auf meinem Lesestapel, auch wenn das Buch offiziell erst vor einem guten Monat veröffentlicht wurde. Beim Rowohlt-Verlag ist er in diesem Herbst einer der Schwerpunkttitel, weswegen er schon früher verschickt wurde … Ich bekomme ja eher selten Mails von Leuten, die mir Bücher empfehlen (am ehesten von unbekannten Autoren, die für ihr Buch werben); über Craig Silveys Jugendroman habe ich jedoch von mehreren Leuten vorab Gutes gehört. Und nun bin ich endlich dazu gekommen, ihn zu lesen.

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