Jugendbuchtipps.de

2011

Buchbesprechung: Jenny Valentine „Die Ameisenkolonie“

Cover Jenny ValentineLesealter 13+(dtv 2011, 215 Seiten)

Wer ist Violet Park?“ war Jenny Valentines erstes Jugendbuch. Mit der skurrilen Idee, dass ein Junge eine Urne klaut und herauszufinden versucht, wer darin verbrannt wurde, hat sich die englische Autorin gleich in die Herzen einiger Leser geschrieben.

Den Faible für ungewöhnliche Figuren und Ideen hat Jenny Valentine auch in ihrem zweiten Buch „Kaputte Suppe“ behalten, und ihr neuestes Buch „Die Ameisenkolonie“ darf da nicht hintenan stehen. Tut es auch nicht, um zumindest das vorwegzunehmen …

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Buchbesprechung: Günter Ohnemus „Siebzehn Tage im August“

Cover Günter OhnemusLesealter 14+(Fischer-Verlag 2011, 276 Seiten)

Günter Ohnemus kenne ich bisher eigentlich nur als Übersetzer von Jugendbüchern, auch wenn er mit „Alles was du versäumt hast“ schon vor „Siebzehn Tage im August“ ein Jugendbuch geschrieben hat. Ich habe das Buch während eines Holland-Urlaubs gelesen, der leider schon wieder vorbei ist. Urlaube ziehen überhaupt immer sträflich schnell an einem vorüber … Wenn ihr in nächster Zeit in den Sommerurlaub fahrt: Vielleicht ist Günter Ohnemus‘ Buch ja eine geeignete Lektüre für einen verregneten Urlaubstag? So was soll sogar am Mittelmeer vorkommen …

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Buchbesprechung: Kate de Goldi „Abends um 10“

Cover Kate de GoldiLesealter 12+(Carlsen-Verlag 2011, 335 Seiten)

Lange habe ich um das Buch der Neuseeländerin Kate de Goldi (puh, was für ein Name!) einen Bogen gemacht, und ich nehme an, es lag vor allem am Buchcover, mit dem ich nicht so richtig etwas anfangen konnte: die Babuschka mit dem Wecker darauf, auf dem wiederum ein Vogel sitzt, der den Namen der Autorin herauszwitschert. Das fand ich dann doch etwas kitschig. Dass der Buchumschlag durchaus zum Buch passt, weiß erst, wer den Roman gelesen hat – aber verkaufsfördernd und Interesse weckend finde ich die Illustration darauf trotzdem nicht.

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Buchbesprechung: QueDu Luu „Vielleicht will ich alles“

Cover QueDu LuuLesealter 15+(Kiepenheuer & Witsch-Verlag 2011, 335 Seiten)

Dass ich vor dem Lesen von Büchern meist weder den Klappentext noch die Informationen über den Autor lese, habe ich schon öfters erwähnt. So habe ich das auch bei QueDu Luus Roman „Vielleicht will ich alles“ gehalten und war mir sicher, dass sich hinter dem exotischen Namen (auch wegen des Schreibstils) ein männlicher Autor verbirgt. Als ich es nach 50 Seiten genauer wissen wollte, war ich erstaunt, dass QueDu Luu eine nicht einmal 40-jährige Autorin chinesischer Abstammung (in Vietnam geboren, in Deutschland aufgewachsen) ist. Das erste Buch der Autorin („Totalschaden“) kenne ich nicht, und auch auf „Vielleicht will ich alles“ bin ich eher durch Zufall gestoßen, denn explizit als Jugendbuch ist der Roman nicht erschienen. Aber – das sei vorweggenommen – er ist durchaus etwas für Jugendliche …

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Buchbesprechung: Nick Burd „Die Wonnen der Gewöhnlichkeit“

Cover Nick BurdLesealter 15+(dtv 2011, 319 Seiten)

„Die Wonnen der Gewöhnlichkeit“ ist das hoch gelobte Erstlingswerk des Amerikaners Nick Burd – damit wirbt dtv zumindest in den Informationen zum Buch. Es geht (das sei vorweggenommen) um einen Jungen, der im Laufe des Buches lernt, zu seiner Homosexualität zu stehen – ein beliebtes Thema, bei dem die Gefahr besteht, dass man jedoch etwas schon Dagewesens schreibt. Um gut zu sein, muss da ein Roman schon noch etwas mehr bieten …

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Kurzrezension: Joachim Meyerhoff „Alle Toten fliegen hoch – Amerika“

Cover Joachim MeyerhoffLesealter 16+(Kiepenheuer & Witsch-Verlag 2011, 320 Seiten)

Joachim Meyerhoff ist eigentlich Schauspieler und hatte am Wiener Burgtheater mit einem sechsteiligen Programm, das den gleichen Titel wie das vorliegende Buch hat, große Erfolge. Thematisch geht es in dem Theaterstück darum, dass er seine eigene Geschichte und die seiner Familie nacherzählt. Nun, ist ein Teil davon auch in Buchform erschienen, und der erste Band trägt den Untertitel „Amerika“.

Eigentlich ist „Alle Toten fliegen hoch“ kein explizites Jugendbuch, aber da es von dem einjährigen Amerikaaufenthalt eines Jugendlichen berichtet, könnte der Roman ja durchaus auch etwas für Jugendliche sein – gerade wenn einem auch so etwas bevorsteht …

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Buchbesprechung: Melvin Burgess „Nicholas Dane“

Cover Melvin BurgessLesealter 14+(Carlsen-Verlag 2011, 443 Seiten)

Melvin Burgess ist bekannt für Bücher zu brisanten Themen – und auch in seinem neuen Buch hat er sich an etwas sehr Aktuelles gewagt. Vor ca. einem Jahr wurden zahlreiche Fälle von sexuellem Missbrauch in Internaten in den Medien aufgedeckt. Das passende Jugendbuch dazu heißt „Nicholas Dane“, auch wenn es hierin nicht um ein Internat, sondern um ein Heim für schwererziehbare Jungen geht.

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Buchbesprechung: Jacques Couvillon „Chicken Dance“

Cover Jacques CouvillonLesealter 12+(Bloomsbury-Verlag 2011, 336 Seiten)

Eigentlich hätte sich Chicken House, ein Ableger des Carlsen-Verlags, diesen Titel unter den Nagel reißen müssen … Doch „Chicken Dance“ ist bei Bloomsbury erschienen. Der Buchtitel hat mich gleich an ein anderes Jugendbuch erinnert, bei dem es auch um Hühner ging: Frances O’Roark Dowells „Chicken Boy“. Und tatsächlich: Die Bücher haben nicht nur das Thema Hühner gemeinsam, sondern darüber hinaus auch den Grundton der Geschichte.

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Buchbesprechung: Pittacus Lore „Ich bin Nummer vier“

Cover Pittacus LoreLesealter 13+(Aufbau-Verlag 2011, 352 Seiten)

Pittacus Lore – was für ein seltsamer Name für einen Autor. Um wen es sich dabei handelt, wollte ich insbesondere wissen, als der Name dann auch noch ganz am Rande in dem Buch auftaucht. In der englischsprachigen Wikipedia ist zu finden, dass Pittacus Lore ein Pseudonym ist, hinter dem zwei mir unbekannte Autoren stehen: James Frey and Jobie Hughes.

„Ich bin Nummer vier“ ist letztendlich das Buch zu einem Kinofilm, der Mitte März 2011 in Deutschland angelaufen ist. Gesehen habe ich ihn jedoch nicht … Von daher konnte ich ganz unbefangen an das Buch herangehen.

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Kurzrezension: Bodil Bredsdorff „Die Mädchen aus der Villa Sorrento“

Cover Bodil BredsdorffLesealter 12+(Urachhaus-Verlag 2011, 109 Seiten)

In den letzten Jahren habe ich ziemlich viele Bücher gelesen, in denen die Mutter der Hauptfigur gestorben war – seltsam … Das scheint ein wichtiges Thema zu sein, und zwar nicht nur im Kinder- und Jugendbuch, sondern auch im Bilderbuch. Ganz unterschiedliche Bücher sind dabei entstanden, und die dänische Autorin Bodil Bredsdorff hat dem Thema eine weitere Variante hinzugefügt.

Bodil Bredsdorff? Der Name ist mir noch nicht begegnet – dabei heißt es in den Informationen zu „Die Mädchen aus der Villa Sorrento“, dass die Schriftstellerin eine sehr bekannte dänische Kinderbuchautorin ist. Wenn man Amazon zu Rate zieht, so scheint jedoch erst ein weiteres Buch von Bodil Bredsdorff ins Deutsche übersetzt worden zu sein.

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Buchbesprechung: Nils Mohl „Es war einmal Indianerland“

Cover Nils MohlLesealter 16+(Rowohlt-Verlag 2011, 346 Seiten)

Wäre ich nach dem Buchcover gegangen, hätte ich dieses Buch wohl nicht gelesen. Die in Pastelltönen gehaltene Hochhaus-Silhouette hat am Rande etwas mit dem Buch zu tun, aber sie zeigt einem nicht unbedingt, worum es in dem Buch geht. Und sonderlich hübsch finde ich das Ganze zudem nicht … Sei’s drum. Das Buch hat über den Text im Rowohlt-Prospekt seinen Weg zu mir gefunden – Gott sei Dank! Nils Mohl hat schon einige Literaturpreise gewonnen, ist jedoch bisher als Autor an mir vorbeigegangen. Dabei kann der Mann schreiben!

Übrigens haben wir es bei „Es war einmal Indianerland“ mal wieder mit einem Grenzgänger zwischen Jugend- und Erwachsenenliteratur zu tun – ähnlich wie bei Wolfgang Herrndorfs „Tschick“. Der Vergleich zwischen beiden Büchern drängt sich jedoch auch aus anderen Gründen auf – doch dazu weiter unten mehr …

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Buchbesprechung: Tobias Elsäßer „Für niemand“

Cover Tobias ElsäßerLesealter 14+(Sauerländer-Verlag 2011, 164 Seiten)

Für seinen vierten Jugendroman hat sich Tobias Elsäßer an ein heikles Thema gewagt: Es geht um Selbstmord. Den Titel für das Buch hat Tobias Elsäßer, der auch Gesangslehrer ist, übrigens einem Lied der Schweizer Sängerin Sophie Hunger entlehnt, das „Walzer für Niemand“ heißt.

Das Thema ist mir dann einen Tag, nachdem ich das Buch beendet hatte, gleich noch einmal begegnet. Ein Freund hatte mir auf DVD den Film „2:37“ geschenkt, und den habe ich gestern Abend angeschaut. Ich konnte also nicht umhin, die Behandlung des Themas Selbstmord in „Für niemand“ mit der im Film zu vergleichen. Dazu später mehr …

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