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Autoren F – J

Buchbesprechung: Christian Frascella „Sieben kleine Verdächtige“

frascella_verdaechtigeLesealter 15+(Frankfurter Verlagsanstalt 2013, 286 Seiten)

Es ist eine Freude, wenn ein Autor mit einem ganz anderen Ton im Jugendbuchbereich auftaucht: Im letzten Jahr war da z. B. der Italiener Christian Frascella, der ein eher in Erwachsenenregalen verstecktes Buch, das man durchaus Jugendlichen in die Hand geben kann, geschrieben hat. „Meine Schwester ist eine Mönchsrobbe“, sein erstes ins Deutsche übersetzte Buch, ist mit seiner großmauligen Hauptfigur einfach erfrischend geschrieben, und der Roman wurde dann auch gleich für den diesjährigen Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Nun liegt ein neues Buch von Christian Frascella vor, und ich war mehr als gespannt darauf.

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Buchbesprechung: Finn-Ole Heinrich & Rán Flygenring „Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt – Mein kaputtes Königreich"

heinrich_maulinaLesealter 10+(Hanser-Verlag 2013, 165 Seiten)

Als Text-/Illustrations-Duo haben Finn-Ole Heinrich & Rán Flygenring einen erstaunlichen Start hingelegt: Für das erfrischende Kinderbuch „Frerk, du Zwerg!“, ihr erstes gemeinsames Projekt, wurden sie gleich mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2012 in der Sparte Kinderbuch ausgezeichnet. Fast zwei Jahre später gibt es nun ein Nachfolge-Werk der beiden, das einen komplizierten langen Titel hat (siehe Überschrift). Auf den ersten Blick sieht das Buch ganz anders aus, weil die Illustrationen in anderen Farben gehalten sind – doch letztendlich (dazu gleich mehr) ist das Konzept des Buches dem von „Frerk, du Zwerg!“ nicht ganz unähnlich …

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Buchbesprechung: Daniel Handler „43 Gründe, warum es aus ist“

handler_gruendeLesealter 14+(Hanser-Verlag 2013, 362 Seiten)

Über schön gestaltete Jugendbücher kann man sich immer freuen: „43 Gründe, warum es aus ist“ wurde von Maira Kalman illustriert. Nicht nur das Cover ziert ein naiv gehaltenes Bild der in Israel geborenen, aber in die USA ausgewanderten Künstlerin, sondern auch jedes Kapitel wird mit einer Illustration verziert.

übrigens handelt es sich bei Daniel Handlers erstem Jugendroman – der Autor ist Amerikaner mit deutschen Wurzeln, sein Vater flüchtete im Dritten Reich in die USA – nicht um dessen erstes Buch. Unter dem Pseudonym Lemony Snicket hat er bereits eine mehrbändige Kinderbuchreihe veröffentlicht.

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Buchbesprechung: Bjørn Ingvaldsen „Wie Balder es schaffte, einen Blitz zu fotografieren, und es fast nicht überlebte“

ingvaldsen_balderLesealter 11+(Boje-Verlag 2013, 140 Seiten)

Worum es in dem dünnen Bändchen des Norwegers Bjørn Ingvaldsen geht, ahnt man nach dem Lesen des Buchtitels nicht. Er klingt ja eher witzig und ist auch so gestaltet, doch letztendlich behandelt „Wie Balder es schaffte, einen Blitz zu fotografieren, und es fast nicht überlebte“ ein sehr ernstes Thema: Es geht um einen Jungen, der in der Schule Außenseiter ist und gemobbt wird. Bücher zu dem Thema gibt es viele – weitere taugliche Bücher, die man in der Schule besprechen kann, sind aber jederzeit willkommen. Ob Ingvaldsens Buch dazu gezählt werden kann, erfahrt ihr, wenn ihr weiterlest.

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Kurzrezension: Helon Habila „Öl auf Wasser“

habila_wasserLesealter 16+(Wunderhorn-Verlag 2012, 214 Seiten)

Über dieses Buch muss man etwas schreiben – auch wenn es sich dabei nun wirklich nicht um einen Jugendroman handelt … Seit einem knappen Jahr, als ich bei einem Kongress über Afrikabilder in der Kinder- und Jugendliteratur auf dem Diskussionspodium saß, bin ich ein wenig mit dem Afrika-Literatur-Virus infiziert. Aber überzeugende Jugendliteratur über Afrika, gibt es eher selten – vor allem, wenn man dabei Autoren, die selbst aus Afrika kommen, lesen möchte. Zu viele Klischees, zu viel Einzelschicksale, die auf die Tränendrüsen drücken, zu viele Happy Ends … – gerade, wenn Europäer über das Leben auf dem Schwarzen Kontinent schreiben. Deswegen schaue ich mich hier manchmal auch im Erwachsenenbereich um, und Helon Habilas „Öl auf Wasser“ ist eines der Bücher, die mir besonders aufgefallen sind.

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Buchbesprechung: Inés Garland „Wie ein unsichtbares Band“

garland_bandLesealter 14+(Fischer-Verlag 2013, 249 Seiten)

Südamerikanische Jugendromane finden eher selten den Weg ins Deutsche – Inés Garlands „Wie ein unsichtbares Band“ ist da die rühmliche Ausnahme … Was der Grund für die geringe Verbreitung von südamerikanischer Jugendliteratur hierzulande ist? Wahrscheinlich – das wäre meine Vermutung – ist das Lebensgefühl in Südamerika eben doch recht anders und damit jugendlichen Lesern im deutschen Sprachraum eher schwer vermittelbar. Ob das auch auf Inés Garlands Buch zutrifft, wird in dieser Besprechung zu beantworten sein …

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Buchbesprechung: Daniel Höra „Braune Erde“

hoera_erdeLesealter 14+(Bloomsbury-Verlag 2012, 300 Seiten)

Es gab schon Zeiten, da war in den Zeitungen mehr über Rechtsradikale und nationalsozialistische Tendenzen in Deutschland zu lesen … Man kann nur froh sein, dass die Probleme mit rechtsradikalen Jugendlichen und Erwachsenen wohl weniger geworden sind, auch wenn man sich nicht der Täuschung hingeben sollte, dass das alles aus der Welt ist. Da kommt es vielleicht recht, wenn ein junger Autor wie Daniel Höra in einem Buch für Jugendliche beschreibt, wie Rechtsradikale andere Menschen auf ihre Seite ziehen.

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Buchbesprechung: 50 Cent „Playground“

Cover 50 CentLesealter 13+(Rowohlt-Verlag 2012, 191 Seiten)

Der aus New York stammende und in schlimmen Verhältnissen aufgewachsene Rapper 50 Cent hat einen Jugendroman geschrieben. Mein erster Gedanke, als ich die Pressemeldung gelesen habe, war eher klischeehaft: Das ist nicht der erste Versuch eines Prominenten, auch mal einen Roman zu schreiben, und es wäre nicht das erste Mal, dass das schiefgeht. Doch die Inhaltsangabe des Romans klang nicht schlecht, und so habe ich beschlossen, mir das Buch trotz gewisser Vorbehalte anzuschauen.

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Buchbesprechung: Hanna Jansen „Herzsteine“

Cover Hanna JansenLesealter 15+(Peter-Hammer-Verlag 2012, 195 Seiten)

Letztes Wochenende war ich bei dem Symposium „Wie schön fern ich bin – Afrikabilder in der Kinder- und Jugendliteratur“ an der Universität Oldenburg. Mit Fachleuten wurde hier diskutiert, wie der Kontinent Afrika in Kinder- und Jugendbüchern dargestellt wird, und als Vorbereitung habe ich mir verschiedene Jugendbücher, die von Afrika handeln, in Afrika spielen oder von afrikanischen Autoren geschrieben wurden, angeschaut. Hanna Jansens Jugendroman „Herzsteine“, ein recht neues Buch zum Thema, war darunter.

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Kurzrezension: Frances Greenslade „Der Duft des Regens“

Cover Frances GreensladeLesealter 16+(Mare-Verlag 2012, 361 Seiten)

Was für ein stilvolles Buchcover! Das hab ich mir gleich gedacht, als ich das Buch gesehen habe. Frances Greenslades Roman wurde mir von einer befreundeten Buchhändlerin empfohlen, die weiß, dass ich gerne nach Grenzgängern zwischen Jugend- und Erwachsenenliteratur suche. Und genau das ist „Der Duft des Regens“: ein Buch, erschienen in einem Erwachsenenverlag, das jedoch eine jugendliche Erzählerin hat und deswegen auch ein Buch für Jugendliche sein könnte.

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Buchbesprechung: John Green „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“

Cover John GreenLesealter 13+(Hanser-Verlag 2012, 288 Seiten)

Vor fünf Jahren ist der Jugendbuchmarkt regelrecht mit Leukämiebüchern überschwemmt worden. Die Hauptfiguren (oder deren Verwandte) in den Büchern von Sally Nichols, Jenny Downham, Jordan Sonnenblick und Anthony McCarten hatten Leukämie. Seltsamerweise war das Thema so plötzlich wieder verschwunden, wie es aufgetaucht war … Dass nun John Green ein Buch, in dem es um Krebs geht, veröffentlicht, mag sicherlich manchen überraschen. Der amerikanische Autor ist bekannt für temporeiche und philosophisch angehauchte Romane, die durchaus auch tragische Momente kennen, aber insgesamt doch eher von Menschen auf der Sonnenseite des Lebens und ihren Problemen erzählen. Umso gespannter war ich jedoch darauf, wie John Green sich einem schwierigeren Thema nähert.

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Buchbesprechung: Timothée de Fombelle „Vango – Prinz ohne Königreich“

Cover de FombelleLesealter 12+(Gerstenberg-Verlag 2012, 412 Seiten)

Da ist er nun, der zweite Band von Timothée de Fombelles „Vango“. Für den ersten Band seines Abenteuerromans mit dem Untertitel „Zwischen Himmel und Erde“ hat der französische Autor viele positive Kritiken bekommen: Nicht nur dass das Buch in Zeitungen und Zeitschriften lobend besprochen wurde, der Jugendroman wurde außerdem in der Sparte Jugendbuch für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Die Geschichte um Vango findet nun in Band 2 ihr Ende – also mal keine Trilogie, wie das sonst viele Autoren machen …

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