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Autoren A – E

Buchbesprechung: Karin Bruder „Panama“

bruder_panamaLesealter 14+(dtv 2015, 375 Seiten)

Karin Bruders Debütroman „Zusammen allein“ war ein Buch, das mich ziemlich beeindruckt hatte und das auch gleich für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert worden war. Hätte ich die Autorin deswegen nicht in guter Erinnerung gehabt, hätte ich „Panama“ wohl kaum gelesen. Ich finde das Cover einfach nur furchtbar: kitschig, klischeehaft, und wenn man das Buch gelesen hat, fragt man sich, was das große, an eine Kreuzfahrt erinnernde Schiff darauf soll. Die Hauptfigur reist jedenfalls nicht damit …

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Kurzrezension: Eoin Colfer „WARP – Der Klunkerfischer“

colfer_warp_klunkerfischerLesealter 13+(Loewe-Verlag 2015, 388 Seiten)

Eoin Colfer mag nicht immer die thematisch anspruchsvollsten Jugendromane schreiben, aber irgendwie habe ich den irischen Autor dennoch ins Herz geschlossen. Das liegt vor allem an der vor Ideen sprühenden Schreibweise, mit der der Autor mit Augenzwinkern etwas bizarre Action-Abenteuer unters Volk bringt. Mit seiner Artemis-Fowl-Reihe hat Colfer sicher manchen Jungen, der als Lesemuffel gilt, an Bücher herangeführt – und nachdem der hochbegabte Artemis Fowl vernünftig und erwachsen geworden ist, treibt nun das Gespann aus Riley und Chevie in der „WARP“-Reihe ihr Unwesen.

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Kurzrezension: Maria Braig „Nennen wir sie Eugenie“

braig_eugenieLesealter 14+(Verlag 3.0 Zsolt Majsai 2014, 131 Seiten)

Immer wieder erreichen mich Anfragen von Autoren mit selbst oder in kleinen Verlagen verlegten Büchern, ob ich ihr Werk besprechen möchte. Darunter sind sehr viele Fantasy-Romane – nicht gerade mein bevorzugtes Metier. Maria Braigs „Nennen wir sie Eugenie“ hat den Weg auch so zu mir gefunden – ein Buch, das nicht in einem der großen Kinder- und Jugendbuchverlage erschienen ist und ein Thema behandelt, das mich seit einigen Jahren interessiert: Es geht um eine Frau, die aus dem Senegal flüchten muss, weil sie dort verfolgt wird. Der Autorin hatte ich versprochen, zumindest in das Buch reinzuschauen, und ich bin hängen geblieben …

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Buchbesprechung: Friedrich Ani „Die unterirdische Sonne“

ani_sonneLesealter 14+(cbt-Verlag 2014, 333 Seiten)

Eigentlich bin ich über dieses Buch schon vor langer Zeit gestolpert: Eine Kollegin meinte, als wir über Kevin Brooks‘ „Bunker Diary“ sprachen, ob ich nicht auch Friedrich Anis „Die unterirdische Sonne“ gelesen hätte, weil die Grundszenarien beider Bücher ziemlich ähnlich seien. Doch dann habe ich „Die unterirdische Sonne“ wieder aus den Augen verloren. Ein halbes Jahr später stand Friedrich Anis Buch auf der Nominierungsliste für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2015 – und vor ein paar Wochen hatte ich mir vorgenommen, die zwei mir unbekannten der sechs Jugendromane auch noch anzuschauen.

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Buchbesprechung: Kevin Brooks „Travis Delaney – Was geschah um 16:08?“

brooks_travis_1Lesealter 12+(dtv 2015, 319 Seiten)

Kevin Brooks ist nach wie vor einer meiner Favoriten, wenn es um Jugendbücher geht. Kaum jemand schreibt so eindrücklich wie temporeich und spannend, auch wenn dabei den Lesern immer einiges zugemutet wird. Schon seit ein paar Jahren versucht sich der britische Autor in anderen Metiers: Die Erwachsenen-Krimis um John Craine sind inzwischen bei Band 3 angelangt (Band 1 und Band 2 sind hier besprochen), nun kommt eine neue Reihe hinzu, bei der ein jugendlicher Detektiv ermittelt. Der 13-jährige Travis Delaney tritt in „Was geschah um 16:08?“ erstmals in Erscheinung und hat es gleich mit einem sehr persönlichem Fall zu tun.

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Buchbesprechung: Harald Rosenløw Eeg „Aber raus bist du noch lange nicht“

eeg_rausLesealter 14+(Gerstenberg-Verlag 2014, 271 Seiten)

Skandinavische Autoren waren vor 20 bis 30 Jahren so etwas wie die Vorreiter in der Jugendliteratur – man denke nur an Autoren wie Peter Pohl oder Mats Wahl, beide aus Schweden. Sie veröffentlichen noch immer Kinder- und Jugendromane, aber dass sie damit so viel Aufsehen wie früher erregen und Aufbruchstimmung verbreiten, kann man nicht sagen. 1970 geboren, kann man den Norweger Harald Rosenløw Eeg nicht unbedingt als Nachwuchsautoren bezeichnen, aber er ist einer der Autoren, der in den letzten Jahren etwas frischen Wind aus Skandinavien nach Deutschland gebracht hat. Sein neuester Roman heißt „Aber raus bist du noch lange nicht“ und ist laut Untertitel ein Thriller.

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Buchbesprechung: Jesse Browner „Alles geschieht heute"

browner_heuteLesealter 16+(Verlag Freies Geistesleben 2014, 249 Seiten)

„Alles geschieht heute“ ist nicht Jesse Browners erstes Buch, aber – wenn ich richtig recherchiert habe – sein erster Roman, der auf Deutsch erschienen ist. Das Buch des in New York lebenden Autors ist eine Art Kammerspiel-Roman, denn die Handlung vollzieht sich an einem einzigen Tag, an dem die Hauptfigur in eine große Lebenskrise gerät – und die will natürlich bewältigt werden. Ja, ein eigenwilliges Buch, ein nicht gerade zugängliches zudem – aber davon gleich mehr …

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Buchbesprechung: Corinna Antelmann „Der Rabe ist Acht“

antelmann_rabeLesealter 15+(mixtvision-Verlag 2014, 221 Seiten)

mixtvision – das muss einmal lobend gesagt werden – ist immer für ein besonderes Buch gut, und „Der Rabe ist Acht“ von Corinna Antelmann, die bisher eher bei Film und Theater zu Hause war, wurde bereits als Manuskript (also vor dem Erscheinen) mit zwei Preisen bedacht. Aufmerksam wurde ich auf das Buch jedoch, als es im Mai 2014 auf der Liste des Deutschlandfunks „Die besten 7 Bücher für junge Leser“ auftauchte. Ich weiß nicht, ob ich das Buch mit dem seltsamen Titel und dem eher faden Cover sonst gefunden hätte. Mal ehrlich: Das Buchcover mag zum Buch passen, aber ein Blickfänger, der Jugendliche zum Kaufen anregen könnte, ist es nicht.

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Buchbesprechung: Lisa Bjärbo „Alles, was ich sage, ist wahr“

bjaerbo_wahrLesealter 14+(Beltz & Gelberg-Verlag 2014, 253 Seiten)

Vor lauter Fußball-WM bin ich die letzten drei Wochen kaum zum Lesen gekommen – es waren einfach zu viele packende Spiele … Doch nun waren zwei Tage Spielpause, und so konnte ich mein vor knapp 10 Tagen begonnenes Buch von Lisa Bjärbo endlich zu Ende lesen. Wurde auch Zeit. Denn eigentlich geht es um ein packendes Thema: Ein Mädchen gerät in eine große Krise und schmeißt die Schule hin, ohne zu wissen, wie es weitergehen soll. Ein Thema, das sicher viele Jugendliche interessiert …

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Buchbesprechung: John Boyne „So fern wie nah“

boyne_nahLesealter 12+(Fischer-Verlag 2014, 254 Seiten)

Vor 100 Jahren hat der Erste Weltkrieg begonnen – ein denkwürdiges Jubiläum, weil es an ein Datum erinnert, mit dem eine neue, furchterregende Art von Krieg in die Welt gebracht wurde. Es sind einige Kinder- und Jugendbücher zu diesem Thema erschienen – aber ich bin auch etwas zwiespältig, wenn es darum geht, nun viele Bücher zu dem Thema zu lesen. Dass ich es mit John Boynes Buch doch – etwas verspätet – gewagt habe, liegt daran, dass mir John Boynes letztes Buch („Die unglaublichen Abenteuer des Barnaby Brocket“) ziemlich gut gefallen hat.

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Buchbesprechung: Martín Blasco „Der Weg nach al-Andalus“

blasco_andalusLesealter 14+(Carlsen-Verlag 2014, 123 Seiten)

„Der Weg nach al-Andalus“ ist Martín Blascos zweiter Roman, der ins Deutsche übersetzt wurde. Im Jugendbuchbereich findet man derzeit kaum südamerikanische Schriftsteller, von daher ist Martín Blasco als Argentinier eine Besonderheit. Sein erster ins Deutsche übertragener Roman trug übrigens den recht witzigen Titel „Ist das Leben eine Abfolge einzelner Punkte?“ und hatte mich damals nicht so ganz überzeugt. Aber einen zweiten Versuch ist ein Autor ja meist wert, gerade wenn man in seinem Buch nach Bagdad und Córdoba ins 12. Jahrhundert entführt wird.

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Buchbesprechung: Anne-Laure Bondoux „Der Mörder weinte“

bondoux_moerderLesealter 15+(Carlsen-Verlag 2014, 173 Seiten)

„Der Mörder weinte“ ist der zweiter Jugendroman der Französin Anne-Laure Bondoux, der auf Deutsch bei Carlsen erschienen ist. Ihr erstes Buch (wenn man von einem früheren Kinderbuch absieht) mit dem Titel „Die Zeit der Wunder“ war 2012 gleich für den deutschen Jugendliteraturpreis nominiert worden – und das zu Recht. Der Roman behandelt sehr eindrücklich und literarisch gekonnt die Geschichte eines Jungen, der aus dem Kaukasus nach Frankreich flieht, um dort ein neues Leben zu beginnen. „Der Mörder weinte“ – das vorweg – erzählt zumindest vordergründig eine ganz andere Geschichte …

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