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Kinder- und Jugendbuch-Geschenktipps für Weihnachten 2025

WeihnachtsbaumMorgen ist der erste Advent, und an vielen Stellen sieht man schon seit einigen Tagen weihnachtlich geschmückte Häuser, Wohnungen und Straßen. Die ersten Weihnachtsbäume wurden auch schon gekauft … Bei mir ist da bisher nichts passiert, allerdings – und das geht sicher nicht nur mir so – fange ich an, mir langsam Gedanken über mögliche Geschenke zu machen. Wenn ihr bei Buchgeschenken für Leser/innen ab 10 Jahren Unterstützung sucht, seid ihr hier richtig: Wie die letzten Jahre bereits auch seien meine Empfehlungen aus dem Jahr 2025 aufgelistet.

Für Leser/innen ab 10 Jahren

Cover: Birgit Schössow „Oma verbuddeln“Mein Favorit für jüngere Leseratten (und Kinder, die es werden wollen) ist in diesem Jahr von Birgit Schössow „Oma verbuddeln“. Hinter dem fast etwas pietätlos klingenden Titel verbirgt sich eine humorvolle wie tiefgreifende Geschichte, die zeigt, dass Kinder und Jugendliche durchaus belastende Lebenssituation bewältigen können. Man kann bei dem Buch lachen, man kann mitfiebern, man kann die jungen Hauptfiguren bewundern – kurz, man wird bestens unterhalten. Die Buchbesprechung zu dem Buch findet ihr hier.

Cover: Alison McGhee „Das Telefon in der Birke“Etwas ernster geht es in „Das Telefon in der Birke“ von der amerikanischen Autorin Alison McGhee zu. Ein Mädchen namens Ayla hat seine beste Freundin verloren und trauert um sie. Allerdings redet sie sich ein, dass die Freundin nur weggezogen ist. Eines Tages sieht Ayla in einer Birke bei ihrem Haus ein altes Telefon hängen. In den nächsten Wochen kommen viele Menschen vorbei und sprechen über das Telefon mit Menschen, um die sie trauern. Das tröstet Ayla, macht sie irgendwann auch bereit dafür, sich der Wahrheit zu stellen. „Das Telefon in der Birke“ ist eher etwas für erfahrene Leser/innen; aber die kommen auf ihre Kosten (Erwachsene übrigens auch). Mehr über das Buch erfahrt ihr hier.

Zu empfehlen wäre auch noch Maryam MastersWort für Wort“, auf das ich hier aber nicht näher eingehe.

Für Leser/innen im Alter von 12 bis 13 Jahren

Cover: Judith Mohr „Cole und die Sache mit Charlie“Hier habe ich in diesem Jahr nichts ganz so viel zu bieten – außer einer Graphic Novel (die ich aber weiter unten vorstelle) und Judith Mohrs Jugendroman „Cole und die Sache mit Charlie“. Das zweitgenannte Buch handelt von Cole, der in einer Patchwork-Familie lebt und damit gut zurechtkommt. Seine etwas ältere Schwester Charlie zieht sich dagegen zunehmend zurück und entwickelt eine Magersucht. In der Familie will das jedoch lange niemand wahrhaben. Was mir an dem Buch gefallen hat, war, dass es (bis auf das fast etwas reißerische Ende) sehr authentisch von den Problemen einer ganz normalen Patchwork-Familie erzählt. Wenn ihr mehr über das Buch wissen wollt, dann lest die ausführliche Buchbesprechung hier.

Für Leser/innen ab 14 Jahren

Cover: Tara Sullivan „The Bitter Side of Sweet“Hier kann ich in diesem Jahr aus den Vollen schöpfen – aber am nachhaltigsten beeindruckt hat mich ein Buch mit einem wirklich schweren Thema. Tara Sullivan erzählt in „The Bitter Side of Sweet“ wie zwei Brüder auf einer Kakaoplantage nicht nur ausgenutzt, sondern quasi gefangengehalten werden. Dass eines Tages ein Mädchen auf die Plantage gebracht wird, sorgt für viel Unruhe; und als einer der Brüder bei der Kakaoernte schwer verletzt wird, beschließen die Brüder und das Mädchen zu fliehen – ein eigentlich aussichtsloses Vorhaben. Tara Sullivans Roman ist ein sehr engagiertes Buch, und ich hoffe, es hilft, dass sich Fair-Trade-Produkte weiter durchsetzen. Denn leider ist das, was das Buch beschreibt, auf vielen Plantagen Wirklichkeit. Springt zur ausführlichen Buchbesprechung hier, wenn ihr mehr über das Buch wissen wollt.

Cover: Neal Shusterman „All Better Now“Den Begriff Pageturner kann ich eigentlich ja nicht ausstehen. Aber Neal Shustermans neuer Jugendroman „All Better Now“ ist ein Buch mit knapp 600 Seiten, das man nicht aus der Hand legen kann. Die Idee für den Roman ist ungewöhnlich: Eine neue Pandemie macht sich auf der Welt breit; das Virus wird Crown Royale genannt. Die Todeszahlen sind hoch; doch wer die Krankheit überlebt, ist ein geläuterter Mensch, der sein Hab und Gut Armen vermacht, hilfsbereit alles für andere tut. Doch den Superreichen der Welt ist das alles andere als recht, und so kommt es zu einigen Machtkämpfen. Neal Shusterman schreibt wie immer rasant, augenzwinkernd und unterhaltsam. Die ausführliche Buchbesprechung findet ihr hier.

Für Lesemuffel ab 14 Jahren

Wer Jugendliche, die wenig lesen, mit einem Buch beschenken will, muss besonders sorgfältig auswählen. Am ehesten funktionieren da meist Bücher mit Spannung und Action. Und da gäbe es in diesem Jahr neben dem fünften Buch aus der Tribute-von-Panem-Reihe (Suzanne Collins Die Tribute von Panem L – Der Tag bricht an – dafür sollte man aber die anderen vier Bände kennen) vor allem ein Buch zu nennen: Cover: Andreas Langer „They Are Everywhere“Andreas Langers „They Are Everywhere“. Der Autor spielt durch, was passiert, wenn alle Maschinen mit Chips aufgrund eines Hacks verrücktspielen und auf Menschen losgehen. Das Buch spielt in der nahen Zukunft und erzählt seine Geschichte filmreif. Ganz nebenbei denkt man auch noch ein bisschen darüber nach, wie abhängig wir inzwischen von elektronisch gesteuerten Geräten sind. Mehr Informationen über den Jugendroman findet ihr in der ausführlichen Buchbesprechung hier.

Für literaturbegeisterte anspruchsvolle Leser/innen ab 15 Jahren

Cover: Nils Mohl „Engel der letzten Nacht“Für Nils Mohls neuen Jugendroman „Engel der letzten Nacht“ sollte man im Lesen schon etwas erfahrener sein, denn die Geschichte muss man sich erschließen. Sie ist bewusst so ausgelegt, dass man sie verschieden interpretieren kann – so einiges in der Geschichte ist mitunter etwas verwirrend. Aber wer sich darauf einlassen kann, der wird mit einer temporeichen Geschichte mit rasanten und ungewöhnlichen Dialogen belohnt. Und im Zentrum steht die Frage, wofür es sich zu leben lohnt. Lesenswert, aber leseschwer … Mehr über den Roman erfahrt ihr hier.

Graphic Novels für alle Altersstufen

Ich habe in diesem Jahr relativ viele Graphic Novels gelesen. Für bildbegeisterte Leser/innen, die vielleicht nicht so gerne zu langen Texten greifen, eine durchaus interessante Kategorie. Es sind zum Teil jedenfalls auch Schmuckstücke an Büchern, die man hier empfehlen kann – ideale Geschenke also.

Cover: Jenny Jordahl „Nur noch ein bisschen mehr“An Leser/innen ab 11 Jahren richtet sich Jenny Jordahls „Nur noch ein bisschen mehr“, eine Bildergeschichte, die nacherzählt, wie ein Mädchen wegen ihres leichten Übergewichts erst gemobbt wird, später dann eine Magersucht entwickelt. Das Thema ist ernst, aber die Graphic Novel kann man jüngeren Leser/inne/n gut an die Hand geben, weil sehr plausibel erklärt wird, wie jemand in die Magersucht gerät. Letztendlich geht, dem Lesealter gemäß, die Geschichte auch gut aus. Die ausführliche Buchbesprechung kann man hier nachlesen.

Cover: Elin Lindell „Der süßeste Bruder der Welt … und andere Irrtümer“Leser/innen ab 12 Jahren kann man Elin Lindells „Der süßeste Bruder der Welt … und andere Irrtümer“ empfehlen – eine witzige Geschichte über ein Mädchen und einen Jungen, die miteinander auskommen müssen, weil die Eltern zusammenziehen. Von sich aus hätten Dani und Joschi sicher nichts miteinander zu tun haben wollen, aber nun müssen sie irgendwie miteinander auskommen. Die schwedische Autorin und Illustratorin hat das Buch mit viel Humor in Bild und Text gestaltet. Es macht einfach Spaß, das Buch immer wieder durchzublättern. Die umfangreiche Buchbesprechung mit Beispielseiten ist hier zu finden.

Cover: Bea Davies „Super-GAU“Meine Lieblings-Graphic-Novel in diesem Jahr ist „Super-GAU“ von Bea Davies, die sich, würde ich sagen, an Leser/innen ab 15 Jahren richtet. Fünf Jahre hat die Autorin und Illustratorin daran gearbeitet, und herausgekommen ist eine Geschichte, die einen Blick auf die Leben von acht Personen wirft und die im Buch kunstvoll miteinander verwoben werden. „Super-Gau“ ist durchaus eine anspruchsvolle Lektüre, für die ich, um die Geschichte richtig zu erfassen, zwei Anläufe benötigt habe. Aber das Buch ist erzählerisch und illustratorisch ein Kunstwerk mit genialen Ideen. Mehr über das Buch erfahrt ihr in der ausführlichen Buchbesprechung hier.

So weit meine Empfehlungen aus diesem Jahr. Wer hier nicht fündig wird, kann auch die Tipps aus den letzten Jahren durchsehen: 2022, 2023 und 2024.

Bleibt mir, euch eine schöne Adventszeit (möglichst ohne Erkältungen oder gar Grippe) zu wünschen. Haltet gut durch bis zu den Weihnachtsfeiertagen!

(Ulf Cronenberg, 29.11.2025)


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