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Kinder- und Jugendbuch-Geschenktipps für Weihnachten 2021

WeihnachtsbaumJa, es ist bald wieder so weit (32 Tage noch): Weihnachten steht vor der Tür, und während schon angekündigt ist, dass es bei vielen Produkten Lieferengpässe geben wird, dürfte das bei Büchern für Kinder und Jugendliche nicht so sein. Bücher sind außerdem bei nicht völlig leseunwilligen Kindern und Jugendlichen doch immer ein gutes Geschenk … Kinder- und Jugendbücher, die sich als Geschenke besonders eignen, seien im Folgenden vorgestellt – da es im letzten Jahr keine Geschenktipps gab, habe ich auch Bücher aus dem Jahr 2020 mit aufgenommen.

Bücher für jüngere Leser/innen (10 bis 11 Jahre)

Leider habe ich für diese Altersgruppe in diesem Jahr keine Bücher gelesen (Tamara Bachs „Das Pferd ist ein Hund“, über das ich schon Lobendes gelesen habe, steht noch aus) – von daher sind es vor allem zwei Bücher aus dem letzten Jahr, die ich empfehlen kann:

Cover: Anna Woltz „Haifischzähne“Anna Woltz „Haifischzähne“: Die Niederländerin ist eine begnadete Geschichtenerzählerin, die gekonnte Spannungsbögen aufzieht, tolle Dialoge schreibt und Ernstes humorvoll verpacken kann. Das gelingt ihr auch in „Haifischzähne“ alles. Da das Buch einen Jungen und ein Mädchen als Hauptfiguren hat, kann man es generell verschenken – aber eher an nicht ganz ungeübte Leser/innen. Die Buchbesprechung zum Kinderroman findet ihr hier.

Cover: Susin Nielsen „Adresse unbekannt“Susin Nielsen „Adresse unbekannt“: Das Buch erzählt die Geschichte von einem hochbegabten Jungen, der mit seiner Mutter in einem VW-Bus lebt und von Obdachlosigkeit und Armut bedroht ist. Das klingt nach einem Problembuch, das ist es aber nicht. Die Kanadierin Susin Nielsen erzählt die Geschichte leichtfüßig und amüsant; und trotzdem wird nichts verharmlost. Gefallen hat mir auch, dass die Geschichte nicht voraussehbar ist. Die Buchbesprechung ist hier zu finden.

Bücher für 12- und 13-Jährige

Cover: Lauren Wolk „Echo Mountain“Lauren Wolk „Echo Mountain“: Da gibt es nichts zu deuteln; der Jugendroman der Amerikanerin Lauren Wolk spricht vor allem Mädchen an. Das Buch erzählt von einer Familie, die während der großen Wirtschaftskrise Anfang der 1930er Jahre in den USA ihre Stadtwohnung aufgeben muss und in ein Holzhaus in den Bergen zieht. Das Leben dort ist hart, vor allem als der Vater einen schweren Unfall hat. Ein Buch zum Eintauchen mit etwas mystischen Elementen – mehr darüber erfahrt ihr hier.

Cover: Véronique Petit „Sechs Leben“Véronique Petit „Sechs Leben“: Das Buch – tendenziell eher für Jungen in der Altersgruppe interessant – hat ein besonderes Szenario, denn es gibt im Roman einige Menschen, die mehrere Leben haben. Bei der Hauptfigur Gabriel sind es sechs. Was toll klingt, entpuppt sich für ihn eher als Bürde, denn Gabriel geht leichtfertig mit seinen Leben um. In dem Roman wird ein philosophisches Thema angeschnitten, als Leser/in ärgert man sich manchmal über Gabriel, manches versteht man. Die ausführliche Buchbesprechung ist hier nachzulesen.

Zwei weitere empfehlenswerte Bücher aus dem letzten Jahr wären noch ohne weitere Worte anzuführen: Michael Sieben „Das Jahr in der Box“ (ein raffiniertes Buch über Mobbing) und Alan Gratz „Vor uns das Meer“ (eine spannende Flüchtlingsgeschichte).

Bücher für Leserinnen ab 14 Jahren

Cover: Lisabeth Posthuma „Baby & Solo“Lisabeth Posthuma „Baby & Solo“: Das Buch hat mir so richtig gut gefallen – es erzählt eine Geschichte, die 25 Jahre zurückliegt, als es noch Videotheken mit VHS-Kassetten gab. Han verbrachte längere Zeit (das wird im Buch nicht beschrieben) in psychiatrischen Kliniken und versucht, sich ins Leben zurückzukämpfen. Ein Job in einer Videothek hilft ihm dabei, und darüber hinaus macht er dort viele andere Erfahrungen – unter anderem mit Baby, die schwanger ist. Eine Geschichte zum Abtauchen. Mehr darüber erfährt man hier.

Cover: Kevin Brooks „Bad Castro“Kevin Brooks „Bad Castro“: Spannung pur, nichts für zartbesaitete Seelen – das ist bei dem neuen Jugendroman von Kevin Brooks geboten. Ein gesuchter Bandenführer und eine junge Polizisten stoßen inmitten von Bandenkriegen aufeinander und lernen, sich aufeinander zu verlassen, weil sie keine andere Wahl haben. Aber wieso der Bandenführer sich darauf überhaupt einlässt? Das erfährt man erst kurz vor dem Showdown. Weitere Infos über das Buch gibt es hier.

Cover: Angie Thomas „Concrete Rose“Angie Thomas „Concrete Rose“: Mit den dicken Schmökern der amerikanischen Autorin kann man bei Vielleser/inne/n nichts falsch machen. Es geht um einen jungen schwarzen Vater, der alleinerziehend ist, der anders als bisher ohne den Verkauf von Drogen über die Runden kommen will. Angie Thomas thematisiert Rollenklischees, aber auch den Rassismus in den USA. Auch ihr neues Buch (mehr darüber hier) weist sie als bravouröse Erzählerin aus.

Cover: Michael Gerard Bauer „Dinge, die so nicht bleiben können“Michael Gerard Bauer „Dinge, die so nicht bleiben können“: Ein Junge und ein Mädchen treffen sich beim Tag der offenen Tür an einer Uni. Doch bald stellt sich heraus, dass beide nicht so ganz bei der Wahrheit geblieben sind, als sie von sich erzählt haben. Was dahinter steht, erfährt man erst kurz vor Ende. Was das Buch des australische Autors auszeichnet, sind die gelungenen Dialoge. Wer mehr wissen will: Die Buchbesprechung zu dem Jugendroman ist hier nachzulesen.

Der Tipp für Lesemuffel

Cover: Dirk Reinhardt „Perfect Storm“Dirk Reinhardt „Perfect Storm“: Die Geschichte über sechs Computer-Hacker ist einfach nur spannend und virtuos geschrieben. Es geht um Geheimdienste, um Firmengeheimnisse, um krumme Machenschaften – die sechs Hacker aus verschiedenen Kontinenten wollen Skandale aufdecken, und das gelingt ihnen auch immer wieder. Der Thematik wegen spricht das Buch gerade auch computeraffine Leser/innen an. Und wenn man einmal in der Geschichte drin ist, kann man mit dem Lesen nicht mehr aufhören. Mehr über das Buch hier.

Die besonderen Bücher – zum Teil anspruchsvoll

Cover: Elisabeth Steinkellner „Esther und Salomon“Elisabeth Steinkellner „Esther und Salomon“: Die österreichische Autorin ist eine der bemerkenswertesten Newcomerinnen der letzten Jahre. Das Vorgängerbuch „Papierklavier“ wäre auch schon ein passender Geschenktipp. Das neue Buch ist ein Versroman, sehr sprachgewandt erzählt, mit Fotos und Zeichnungen verschönert – letztendlich eine Liebesgeschichte mit vielen Hindernissen – wohl eher für Mädchen als für Jungen. Einen genaueren Eindruck vom Buch bekommt ihr hier.

Cover: Alison McGhee „Wie man eine Raumkapsel verlässt“Alison McGhee „Wie man eine Raumkapsel verlässt“: Das Buch mit 100 Abschnitten bestehend aus je 100 Wörtern ist nichts für Einsteiger, sondern für Leser/innen, die Anspruchsvolles mögen. Erzählt wird die Geschichte eines Jungen und eines Mädchens, die beide traumatisiert sind. Will gelingt es, indem er Playa hilft, wieder zu sich selbst zu finden. Ein sehr sprachgewaltiges, ein sehr einfühlsames Buch, das hier genauer beschrieben wird.

Cover: Kirsten Boie „Dunkelnacht“Kirsten Boie „Dunkelnacht“: Nicht gerade leicht verdaulich erzählt die bekannte Autorin von einem dunklen Kapitel der deutschen Geschichte. Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurden in Penzberg brutal von Nazis mutige Männer umgebracht, die etwas für das Städtchen tun und die Naziherrschaft friedlich beenden wollten. „Dunkelnacht“ ist passend erzählt, beschreibt nicht explizit die Gräueltaten, ist aber trotzdem heftig. Für geschichtsinteressierte Leser/innen eine anspruchsvolle Lektüre, die aber lohnend ist. Mehr über das Buch findet ihr hier.

So weit meine Tipps aus diesem Jahr … Lasst euch eine nicht zu stressige Vorweihnachtszeit wünschen!

(Ulf Cronenberg, 22.11.2021)

P. S.: Geschenktipps aus früheren Jahren sind hier zu finden …

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