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Buchbesprechung: Pittacus Lore „Ich bin Nummer vier“

Cover Pittacus LoreLesealter 13+(Aufbau-Verlag 2011, 352 Seiten)

Pittacus Lore – was für ein seltsamer Name für einen Autor. Um wen es sich dabei handelt, wollte ich insbesondere wissen, als der Name dann auch noch ganz am Rande in dem Buch auftaucht. In der englischsprachigen Wikipedia ist zu finden, dass Pittacus Lore ein Pseudonym ist, hinter dem zwei mir unbekannte Autoren stehen: James Frey and Jobie Hughes.

„Ich bin Nummer vier“ ist letztendlich das Buch zu einem Kinofilm, der Mitte März 2011 in Deutschland angelaufen ist. Gesehen habe ich ihn jedoch nicht … Von daher konnte ich ganz unbefangen an das Buch herangehen.

Inhalt:

John Smith muss mit seinem Ziehvater Henri mal wieder seinen bisherigen Aufenthaltsort verlassen und in eine neue Stadt ziehen. Ihr neues Ziel heißt Paradise und liegt in Ohio. Seit Jahren wechseln die beiden ständig ihren Aufenthaltsort, denn sie sind auf der Flucht. John und Henri stammen von einem anderen Planeten namens Lorien. John ist eines von neun Kindern, die den Planeten nach dem grausamen Überfall durch die Mogadori mit einem Raumschiff noch verlassen konnten. Seitdem fliehen die neun vor den Häschern der Mogadori, die inzwischen auf der Erde sind.

Ein Zauber, der sie schützen soll, liegt auf den Kindern: Sie können nur in einer bestimmten Reihenfolge getötet werden. Ein Mal an ihrem Fuß zeigt ihnen an, wenn eines der anderen Kinder nicht mehr lebt. Der Tod von Nummer drei, den John auf seinem Mal gespürt hat, ist auch für die erneute Flucht verantwortlich. Für John wird es nun ernst: Denn als Nummer vier werden die Mogadori nun nach ihm suchen.

John ist es eigentlich leid, ständig weiterzuziehen. Und als er sich schließlich in Paradise auch noch in einem Mädchen verliebt, will er das Städtchen nicht mehr verlassen. Henri, sein Beschützer, bereitet ihn in Paradise auf eine mögliche Begegnung mit dem Mogadori vor. Wie jeder Loriener entwickelt auch John im Jugendalter besondere Fähigkeiten, die jedoch trainiert werden müssen.

Und dann ist die Ruhe in Paradise vielleicht vorbei, als John und Henri mitbekommen, dass in einem absonderlichen Magazin über Außerirdische etwas über die Mogadori steht. Beide befürchten, dass die Mogadori ihnen auf der Spur sind und sie bald finden könnten …

Bewertung:

Die Geschichte von „Ich bin Nummer vier“ (Übersetzung: Irmela Brender) ist natürlich stark auf einen Film zugeschnitten. Da darf der große Showdown am Ende nicht fehlen – und das tut er auch nicht. Aber das muss ja noch nichts Schlechtes bedeuten. Was das Buch von James Frey and Jobie Hughes alias Pittacus Lore bietet, ist vor allem Spannung sowie ein bisschen Romanze.

Manchmal genieße ich es, nach vielen Problembüchern einmal wieder in eine spannende Geschichte abzutauchen. Und genau so war es auch bei „Ich bin Nummer vier“. Je weiter man kommt, umso stärker liest sich das Buch letztendlich von selbst – man will ja wissen, wie die packende Story weiter- und ausgeht.

Damit ein Buch gut ist, reicht Spannung allein nicht aus. „Ich bin Nummer vier“ hat noch ein bisschen mehr zu bieten. Es sind vor allem die Figuren, die einen gewissen Charme haben: John ist ein sympathischer Junge, in den man sich gut hineinversetzen kann, Sarah ein hübsches Mädchen, mit dem man am liebsten selbst ausgehen würde, und Henri ein besorgter und liebevoller Lehrer. Das mag eine klischeehafte Konstellation sein, aber sie funktioniert auch in diesem Jugendroman.

Dass das Autorenduo es an manchen Stellen etwas übertreibt mit den Klischees, sei nicht verheimlicht. Da fragt John seinen Ziehvater, was denn passiere, wenn ein Loriener und ein Mensch gemeinsam ein Kind bekommen, und Henri antwortet darauf, dass das schon öfter in den letzten Jahrhunderten vorgekommen sei. Das Ergebnis seinen außerordentliche Menschen (berühmte Künstler und Wissenschaftler wie Leonardo da Vinci) gewesen … Na ja, das ist dann doch etwas banal, und solche Erklärungen hätte man sich schenken können.

Fazit:

4 von 5 Punkten. Ich will man nicht so streng sein. „Ich bin Nummer vier“ ist ein spannendes Buch mit vielen Stärken, aber auch kleineren Schwächen. Literarisch anspruchsvoll kann man den Jugendroman sicher nicht nennen, er ist klar und deutlich auf ein bestimmtes Zielpublikum zugeschnitten worden. Nimmt man das dem Buch jedoch nicht übel, so kann man auf die Frage „Lohnt es sich, das Buch zu lesen?“ vielleicht leicht zögernd, aber letztendlich zustimmend nicken, denn das Buch ist solide auf Spannung getrimmt.

„Ich bin Nummer vier“ ist ein Buch, das nicht unbedingt dauerhaft im Gedächtnis haften bleibt, es schreit außerdem förmlich nach einer Fortsetzung. Aber wer spannende Unterhaltung mag, kann bei dem Buch von Pittacus Lore beherzt zugreifen …

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(Ulf Cronenberg, 05.05.2011)

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Kommentare (0)

  1. Britta

    Lieber Ulf, da warst Du mit der Punktevergabe letzten Endes aber ungwohnt gnädig.
    „Is auch ma schön.“
    Britta

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  2. Jörg

    Ich finde nicht, dass das Buch auf den Film zugeschnitten ist. Gerade der Showdown lief im Film doch um einiges anders ab. Immerhin gab es das Buch VOR dem Film … 🙂
    Aber ich freue mich auf den zweiten Teil, der (auf Englisch) im August zu haben sein soll. In der Hoffnung, dass die Charaktere aus dem ersten Buch auch im zweiten erscheinen werden.
    Gruß, Jörg

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  3. Mimi

    Ich hoffe doch, dass es eine Fortsetzung geben wird, obwohl ich auf vielen Seiten das Gegenteil gelesen habe … Trotzdem fiebere ich sowohl auf einen 2. Teil als Buch als auch auf einen 2. Film erwartungsvoll hin … 🙂

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