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Kurzrezension: Cornelia Franz “Spinner im Netz”

Cover FranzLesealter 13+(Sauerländer-Verlag 2009, 111 Seiten)

Ein schmales Bändchen von etwas mehr als 100 Seiten ist Cornelia Franz‘ Jugendroman „Spinner im Netz“, den der Sauerländer-Verlag in seiner Thriller-Reihe verkauft, und entsprechend schnell liest sich das Buch auch. Die in Hamburg lebende Autorin hat schon mehrere Kinder- und Jugendbücher geschrieben, aber „Spinner im Netz“ ist ihr erstes Buch bei Sauerländer.

Der Beginn der Geschichte ist eigentlich schnell erzählt. Felix‘ Mutter ist gestorben und nachdem sein Vater eine neue Freundin gefunden hat, verkündet er seinem Sohn irgendwann, dass er mit ihm zu Annegret ziehen werde. Felix, der von allen wegen seines Nachnamens Spindler nur „Spinner“ genannt wird, wird gar nicht nach seiner Meinung gefragt. Auch Annegret hat eine Tochter, die Franziska heißt, mit der Felix gar nicht klarkommt.

Eines Nachts wacht Felix davon auf, dass ein Mann mitten in seinem neuen Zimmer steht, ihm zunächst mit der Hand den Mund zuhält, damit er nicht losschreit, und dann durch das offene Fenster verschwindet. Felix kann nach dem großen Schreck nachts nicht mehr schlafen, doch sein Vater glaubt Felix nicht, als dieser ihm von dem Vorfall erzählt. Ein paar Tage später bemerkt Felix wieder Geräusche im Haus und bekommt mit, dass Franziska einen älteren Mann, der sie kurz umarmt, aus dem Haus lässt.

In der Nacht darauf sieht Felix dann, dass Franziska den Mann in ihr Zimmer lässt – Felix kann es nicht glauben. Er klettert auf einen Baum vor dem Fenster von Franziskas Zimmer und sieht, dass der Mann auf dem Boden des Zimmers in eine Decke gehüllt einschläft. Als er den Mann verfolgt – Franziska hat ihn am Morgen wieder heimlich aus dem Haus gelassen –, wird Felix Zeuge, wie dieser von zwei Männern überfallen und in einem Lieferwagen abtransportiert wird. Nachdem Felix Franziska mit dem Vorfall konfrontiert hat und erfährt, wer der geheimnisvolle Mann ist, wird er mit Franziska in ein nicht ganz ungefährliches Abenteuer hineingezogen …

Ja, schnell ist Cornelia Franz‘ Buch wirklich gelesen – bei etwas über 100 Seiten ist das aber auch kein Wunder. „Spinner im Netz“ wirkt insgesamt eher wie eine literarische Skizze als wie ein richtiger Jugendroman. Da ist zum einen die Schilderung der Familiensituation, die am Anfang eher im Vordergrund steht, zum anderen kommen dann gewisse spannende Moment dazu, als Franziska und Felix auf der Spur des gekidnappten Mannes sind. Aber kann man das Buch deswegen schon als Thriller bezeichnen? So richtig geknistert hat es da jedenfalls nicht … – irgendwie bleibt die Geschichte eher harmlos.

Für meinen Begriff kann sich das Buch nicht so richtig entscheiden, was es sein soll. „Spinner im Netz“ ist solide und ohne größere Schwächen geschrieben, aber es bietet weder Nervenkitzel, weil die Story zu harmlos erzählt wird, noch ist es wenigstens ein interessantes psychologisch motiviertes Buch, in dem das Zusammenleben einer Patchwork-Familie beschrieben wird.

Fazit:

2 von 5 Punkten. „Spinner im Netz“ ist ein kurzweiliges Lesefutter für Zwischendurch, aber beileibe kein Buch, das man gelesen haben muss und das ich auf die Empfehlungsliste setzen würde. Nein, Cornelia Franz hat ein durch und durch braves Buch geschrieben – nicht mehr und nicht weniger –, das gilt für den Plot wie für die Figuren, die sympathisch, aber auch etwas langweilig sind und nicht deutlich genug herausgearbeitet werden. Und sehr viel mehr gibt es über das Buch auch nicht zu sagen …

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(Ulf Cronenberg, 30.05.2009)

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