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Kurzrezension: Scott Westerfeld “Peeps. Die letzten Tage”

Cover WesterfeldLesealter 13+(Kosmos-Verlag 2009, 313 Seiten)

Gar nicht so lange ist es her, dass ich Band 1 von Scott Westerfelds „Peeps“ gelesen habe, und jetzt ist Band 2 mit dem Untertitel „Die letzten Tage“ erschienen. Die „Peeps“-Bücher, das sind moderne Vampirromane, die geschickt mit dem alten Vampir-Topos spielen und dabei Fantasy- und Science-Fiction-Elemente vereinen.

Der in Amerika und Australien lebende Scott Westerfeld ist jedenfalls ein Vielschreiber – in seiner Biografie erwähnt er, dass er neben zahlreichen unter seinem Namen erschienenen Titeln auch noch weitere als Ghostwriter verfasst hat.

„Peeps. Die letzten Tage“ beginnt übrigens als eigenständige Geschichte – erst am Ende werden die Erzählstränge von Band 1 und 2 zusammengeführt, indem Figuren aus Teil 1 wieder auftauchen. Man kann somit grundsätzlich auch erst mit Band 2 einsteigen, aber verständlicher ist vieles sicher, wenn man Teil 1 gelesen hat.

Moz ist begeisterter Gitarrist und spielt mit seinem Freund Zahler in einer Band, die jedoch ein Problem hat: Sie besteht nur aus ihnen beiden. Doch schon bald ändert sich das durch einen Zufall: Moz sieht, wie eine verrückt gewordene Frau – solche Dinge scheinen sich in letzter Zeit zu häufen – ihr ganzes Hab und Gut aus dem Fenster eines mehrstöckigen Wohnhauses wirft – darunter auch eine wertvoll erscheinende Fender Stratocaster. Mit Hilfe eines Mädchens gelingt es ihm, die E-Gitarre zu retten – und so macht er Bekanntschaft mit Pearl, einer begnadeten Musikerin.

Gemeinsam mit Zahler steht Moz schon bald vor Pearls Tür und die Drei merken, wie gut sie zusammenspielen können. Pearl erkennt, dass Moz und Zahler einen tollen Sound kreiert haben, sie verändert und ergänzt die Stücke so, dass sie noch besser werden. Doch zu einer richtigen Band fehlen ihnen noch Schlagzeuger, Bassist und Sänger.

Pearl weiß zumindest schon, wo sie in Bezug auf eine Sängerin fündig wird: bei ihrer Freundin Minerva. Diese ist jedoch seit längerer Zeit von einer mysteriösen Seuche befallen und wird im Elternhaus von einer Heilerin, die sie mit seltsam schmeckenden Tees sowie Knoblauch behandelt, festgehalten. Doch Pearl findet einen Weg, wie Minerva doch mit ihnen proben kann – was nicht ohne weitere Folgen bleibt …

Von der Stimmung her ähnelt „Peeps. Die letzten Tage“ ganz klar seinem Vorgängerband, auch wenn die Figuren aus Band 1 erst am Ende dort auftauchen und Band 2 ein anderes zentrales Thema in die „Peeps“-Reihe hineinbringt: Musik. Für jugendliche Rockfans und -musiker, die selbst Gitarre, Schlagzeug, Keyboard oder was immer spielen, ist es interessant zu lesen, wie Scott Westerfeld die Musik von Moz und seinen Freunden in Worte fasst und deren Energie beschreibt. Man merkt, dass der Autor sich hier ziemlich gut auskennt.

Was Band 2 dagegen fehlt, sind die schrägen Zwischenkapitel über Parasiten, die Band 1 eine besondere Note verliehen haben. Stattdessen findet man vor jedem der fünf Großkapitel einen kurzen Text über die Pest – ein eher schwacher Ersatz für die gruseligen Parasiten-Texte. Doch der Rest des Buches steht Band 1 in nichts nach, ja hat vielleicht im Vergleich zu Band 1 die leicht bessere Story. Die Vampir-Variation von Scott Westerfeld ist jedenfalls, würde ich sagen, gelungen, das Buch ist spannend und unterhaltsam und liest sich flüssig. Und so war Scott Westerfelds zweiter „Peeps“-Roman nach gut einem Tag auch ausgelesen …

Fazit:

4 von 5 Punkten. Scott Westerfeld ist es auch mit Band 2 von „Peeps“ gelungen, ein in leichten Zügen gruseliges, in jedem Falle aber spannendes Buch zu schreiben. Gemessen an ähnlicher Jugendliteratur, die nicht gerade tiefschürfend, aber unterhaltsam ist, gehört „Peeps. Die letzten Jahre“ sicher zu den deutlich besseren Büchern. Das Rad wird dabei jedoch nicht neu erfunden … – da waren die Parasiten-Einschübe im ersten Band von „Peeps“ schon eher eine Besonderheit, der man in ähnlichen Büchern sonst nicht begegnet.

Wer solche Mysterious-Bücher mag (das liegt nicht jedermann), wer ein Fan von Band 1 war, dem kann man „Peeps. Die letzten Jahre“ empfehlen. Wer dagegen eher Bücher zum Nachdenken sucht, für den dürften die „Peeps“-Bände wohl eher harmlose Unterhaltung und damit Zeitverschwendung sein.

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(Ulf Cronenberg, 03.05.2009)

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