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Buchbesprechung: Paul Kropp “Ein Coach fürs erste Mal”

Cover KroppLesealter 14+(Sauerländer-Verlag 2009, 182 Seiten)

Das Thema ist nicht unbedingt neu – ich erinnere mich an einen witzigen Film namens „Hitch – der Date Doktor“ (mit Will Smith), den ich vor ein paar Jahren gesehen habe. Ich habe im Kino viel gelacht habe, aber natürlich war der Film nicht allzu tiefschürfend.

Der Amerikaner Paul Kropp hat ein Jugendbuch geschrieben, das ein ähnliches Thema hat. Ein Junge will endlich ein Date mit einem Mädchen haben und hat dabei Ratgeber, die ihm mehr oder weniger wertvolle Tipps geben …

Inhalt:

Alan ist 17 Jahre alt, hatte aber noch kein Date mit einem Mädchen, während sein Freund Jeremy, der nicht mal gut aussieht, damit angibt, sich mit einem Mädchen nach dem anderen zu verabreden und weiß Gott was mit ihnen zu erleben. Doch Jeremy will Alan an seinem reichen Erfahrungsschatz teilhaben lassen und gibt seinem Freund zahlreichen Tipps, die ihm endlich ein Date verschaffen sollen. Alan müsse selbstsicherer auftreten, den großen Macker rauskehren, den Mädchen zeigen, wo es lang gehe, etc.

Doch so richtig kommt die Sache nicht in Fahrt – bis Maggie, eine Schulfreundin von Alan, diesem ihre Hilfe anbietet. Maggie macht das nicht aus Selbstlosigkeit, sondern als geschäftstüchtiges Mädchen schließt sie mit Alan einen Vertrag, der ihr ein für ihr Alter nicht gerade bescheidenes Beratungshonorar sichert. Immerhin gibt sie Alan eine Erfolgsgarantie – sollte er innerhalb einiger Monate kein ernsthaftes Date haben, bekommt er sein Geld zurück.

Maggie gibt Alan ganz andere Tipps als dessen Freund Jeremy – sie bringt dem Jungen bei, dass er gut zuhören, interessierte Fragen stellen und nichts überstürzen soll. Außerdem schaut sie sich nach möglichen Kandidatinnen für Alan um und hat schon bald eine gefunden. Alan hat sein erstes Date, doch das misslingt gründlich, nachdem es anfangs ganz gut gelaufen war. Wohl noch Jeremys Tipps im Ohr geht er viel zu stürmisch vor und macht sich das erste Mädchen, mit dem er sich verabredet, schon bald zur Feindin, die nichts mehr von ihm wissen will. Doch Maggie gibt nicht auf und versucht Alan, der nach dem ersten schief gelaufenen Versuch erst mal wieder aufgebaut werden muss, ein zweites Date zu verschaffen …

Bewertung:

Wie bereits oben erwähnt: Eine richtig neue Geschichte ist das nicht, die Paul Kropp erzählt. Innovation ist somit zumindest auf der Handlungsebene nicht unbedingt das, was man diesem Buch zugutehalten kann. Immerhin (und das ist auch gut so!) nimmt der Jugendroman durch das Auftreten von Maggie eine unerwartete Wendung – nach den ersten Seiten hatte ich schon gedacht, dass Jeremy Alans Coach bleibt. Und das wäre zu banal gewesen …

Paul Kropps Buch (Übersetzung: Cornelia Krutz-Arnold) muss also durch andere Vorzüge gefallen, und die sind dann auch schnell ausgemacht: Die Geschichte ist witzig. In dem Buch wird aus der Sicht von Alan nicht nur glaubwürdig, sondern auch so erzählt, dass man das Gefühlschaos des Jungen gut nachvollziehen kann. Da gibt es viele Zweifel (wenn Alan in den Spiegel schaut und seine Pickel sieht), ab und zu kleine Hybris-Anfälle (wenn Alan sich gerade mal richtig charmant und intelligent vorkommt), aber auch nachdenkliche Töne. Jeremy und Maggie sind dabei die zwei Einflüsterer, die für verschiedene Facetten von Alan stehen: hier der rücksichtlose Draufgänger, dort der einfühlsame Verständnisvolle.

Natürlich ahnt man, worauf die Geschichte hinausläuft – ich habe nach 50 Seiten mal kurz innegehalten und mich gefragt, wie das Buch ausgehen könnte … Tja, und ich hatte Recht. Und trotzdem habe ich das Buch gestern bis viel zu spät in die Nacht weitergelesen, weil es einfach unterhaltsam und humorvoll geschrieben ist.

Fazit:

4 von 5 Punkten. Wer ein tiefschürfendes Buch über das Thema Beziehung oder erste Liebe sucht, der wird mit „Ein Coach fürs erste Mal“ nicht glücklich werden. Wer jedoch mit intelligenter Unterhaltung zufrieden ist, dem kann man Paul Kropps Buch durchaus empfehlen. Die Geschichte hat Witz, ein bisschen Ironie, sie ist authentisch und greift ein Thema auf, das Jungen (und vielleicht auch Mädchen) im Alter von 14 bis 16 Jahren interessieren dürfte.

Das Besondere an dem Buch sind dessen Figuren: Die intelligente und nette, aber geschäftstüchtige Maggie, der gnadenlose Draufgänger Jeremy und natürlich der verunsicherte Alan. Wie er hin- und herwechselt zwischen der Rolle des verständnisvollen Mädchenverstehers und der des coolen Machos, ist einfach amüsant zu lesen.

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(Ulf Cronenberg, 10.03.2009)

Kommentare (0)

  1. Loisi

    Danke für die Seite!

    Antworten

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