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Buchbesprechung: Sherryl Jordan "Avala. Die Zeit des Adlers"

Cover JordanLesealter 10+(Sauerländer-Verlag 2007, 423 Seiten)

Sherryl Jordan schreibt einfach nur zauberhafte Fantasy-Bücher – drei davon („Elsha“ und „Die Meister der Zitadelle“ sowie „Jing-Wei und der letzte Drache“ – das ein wenig aus dem Rahmen fällt) wurden bei Jugendbuchtipps.de auch schon besprochen.
„Avala“ – so heißt Sherryl Jordans neuestes Buch. Es setzt die Geschichte von „Die Meister der Zitadelle“, die von dem Heiler Gabriel handelt, fort. Denn Avala ist die Tochter Gabriels, der am Ende des Vorgängerbuches ums Leben kam, und soll dessen Werk weiterführen: die Rettung von Avalas Volk.

Inhalt:

Das Volk der Shinali ist trotz der vorläufigen Rettung durch den Heiler Gabriel stark dezimiert und ständig auf der Flucht. Seit einiger Zeit leben die Shinali in einem Tal, jedoch ständig bereit, aufzubrechen, sollte eine Bedrohung sichtbar werden. Denn die Navoraner schicken immer wieder Soldaten los, um Sklaven für das eigene Volk zu finden.
Avala ist noch ein Mädchen und wird von ihrer Mutter Ashila in der Heilkunst, für die Avala eine große Begabung zu haben scheint, unterrichtet. Doch Avala macht etwas anderes große Sorgen: An ihrem 16. Geburtstag, wo sie in den Kreis der Frauen aufgenommen wird, offenbart der Seher der Shanali, Zalidas, dass auf Avala eine große Aufgabe wartet. Seiner Prophezeiung zufolge soll Avala die Zeit des Adlers zur Vollendung bringen. Dann sollen die Shinali ihr Land zurückbekommen, die Schreckensherrschaft Jaganaths in Navora zu Ende gehen und die vier Völker des Landes (neben den Shinali und den Navoraner die Igaal und die Hena) friedlich miteinander vereint werden. Doch Avala hadert mit dieser Erwartung in sie, sie möchte viel lieber wie ihr Vater und ihre Mutter eine erfolgreiche Heilerin werden.
Als Avala eines Tages Kräuter sammelt, trifft sie auf einen von einem Löwen schwer verletzten Krieger, dem sie helfen will – doch dieser zwingt sie, mit ihm zu seinem Volk zurückzukehren: den Igaal. So wird Avala von ihrem Volk getrennt und gezwungen, bei den Igaal zu leben, die ihr mit großem Misstrauen begegnen. Auch wenn es Avala gelingt, die Zuneigung einiger Igaal zu erlangen, so beginnt für sie eine schwere Zeit, weil sie Sehnsucht nach ihrem Volk hat. Außerdem macht Mudiwar, der Häupting der Ingaal, sie zur Sklavin und erlaubt ihr nicht, trotz eines früheren anderen Versprechens, wieder zu ihrem Volk zurückzukehren. Eine schwierige Zeit und eine lange Reise wartet auf Avala…

Bewertung:

„Avala“ ist ein tolles Buch – das sei gleich zu Beginn gesagt -, in das man so richtig abtauchen kann. Wer schon „Elsha“ und/oder „Die Meister der Zitadelle“, der wird sich in „Avala“ sofort heimisch fühlen.
Das Besondere an Sherryl Jordans Büchern ist, dass sie so beeindruckende Hauptfiguren haben. Avala ist ein sympathisches Mädchen, das immer wieder an seiner eigenen Kraft zweifelt, aber trotzdem immer bemüht ist, voranzukommen. Trotz der vielen Kampfhandlungen, die jedoch nötig sind, um Jaganath zu besiegen und die Zeit des Adlers zu vollenden, ist das ganze Buch von Menschlichkeit durchzogen.
Was mir auch an Sherryl Jordans Büchern gut gefällt, ist, dass man sie als so etwas wie „sanfte“ Fantasy bezeichnen könnte. Es gibt keine Drachen oder sonstige gruseligen Wesen, sondern die Fantasy-Elemente liegen eigentlich nur in den Fähigkeiten der Menschen, die mit besonderen Kräften heilen oder die Zukunft in Visionen voraussehen können. Der Rest der Geschichte spielt in einer aufgeklärten mittelalterlichen Welt, wo die Menschen viele unserer heutigen Vorstellungen teilen und um Menschlichkeit bemüht sind.
Insbesondere die Meister der Zitadell, die alle weise Wissenschaftler sind und vor Jaganath an einen geheim gehaltenen Ort geflüchtet sind, spielen hier eine wichtige Rolle, indem sie Avala bei der Erreichung der Zeit des Adlers unterstützen.

Fazit:

5 von 5 Punkten. Sherryl Jordans neues Buch bezaubert seine Leser genauso wie die vorherigen Bücher der Autorin. Mit Avala gibt es wieder eine interessante Hauptperson, mit der man mitfiebert und mitleidet, mit der man sich aber auch freuen kann. Doch nicht nur Avala, sondern ebenso die anderen Figuren werden beeindruckend beschrieben. Sherryl Jordan ist es wieder gelungen, eine spannende, aber nicht reißerische Geschichte zu schreiben, in deren Zentrum immer die Menschen und ihr Kampf gegen schlimme Zustände stehen.
„Avala“ ist ein Buch für Jungen wie Mädchen ab 10/11 Jahren, aber auch für Erwachsene, mit dem man wunderbar den im Moment so kalten und verregneten Spätsommer für einige Stunden vergessen kann.

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(Ulf Cronenberg, 09.09.2007)

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