Jugendbuchtipps.de

Buchbesprechung: Gina Mayer "Schattenjünger"

Cover MayerLesealter 10+(Sauerländer-Verlag 2007, 184 Seiten)

Auf dem Bild links sieht das Cover noch besser als im Original aus – das Grün leuchtet hier so richtig schön gespenstisch vor dem tiefen Schwarz… Das passt zum Thema des Buches.
Wenn man den Titel „Schattenjünger“ das erste Mal liest, weiß man nicht so recht, um was für ein Buch es sich handelt. Einen Science-fiction- oder Fantasy-Roman? Oder ein Buch über Sekten? Letztendlich ist Gina Mayers Buch eine Mischung aus allem – das werdet ihr gleich sehen, wenn ihr die kurze Zusammenfassung des Inhalts lest.

Inhalt:

Agnes ist ein junges Mädchen, das in ihrer Klasse nicht so richtige Freundinnen hat und deswegen oft herumstreunt. Sie liebt vor allem Tiere – und so erregt ein Hund, den sie schon öfters auf einer Baustelle gesehen hat, ihr Aufsehen. Doch der Hund ist scheu und sieht verwahrlost aus – langsam versucht Agnes, ihm näher zu kommen. Doch meist rennt der Hund weg und verschwindet irgendwo auf der Baustelle.
Als Agnes ihm eines Tages folgt, ist er wie vom Erdboden verschwunden – da entdeckt sie ein Abflussrohr, in das er wohl gekrochen ist. Am nächsten Tag beschließt sie, dem Hund mit der Taschenlampe ihres Bruders dorthin zu folgen.
Das Abflussrohr scheint Teil eines größeren Kanalsystems zu sein, das Agnes durchsucht. Doch als die Batterien der Taschenlampe leer sind, steht sie im Dunkeln und sieht, dass an einer Stelle ein grünes Licht leuchtet. Sie untersucht die Stelle genauer, und plötzlich öffnet sich ein Tor. Vorsichtig geht sie hinein und wundert sich, dass dort ein Raum ist. Doch als sie zurückgehen will und nach einem Schalter sucht, um das Tor wieder zu öffnen, wird sie von mehreren Personen überwältigt und wacht erst einige Zeit später wieder aus ihrer Bewusstlosigkeit auf.
Sie erfährt von einer seltsam gekleideten Frau, dass sie sich bei den so genannten Schattenjüngern befindet – diese wollen Agnes nicht einfach nach draußen zurückgehen lassen, sondern treffen mit ihr die Vereinbarung, dass sie sich das Leben bei den Schattenjüngern für eine Woche anschauen soll, um dann zu entscheiden, ob sie bei ihnen bleiben will.
Für Agnes beginnt ein seltsames Leben unter Tage, die Schattenjünger leben in dämmrigen Räumen unter der Erde. Außerdem verwundern Agnes die seltsamen Rituale, mit denen die Schattenjünger das Dunkle verehren.
Agnes‘ Familie sucht inzwischen nach ihr – und nachdem die Polizei keine Spur findet, beschließt ihr Bruder Karl mit einem Freund selbst nach Agnes zu suchen…

Bewertung:

Wie ich oben schon angedeutet habe, ist „Schattenjünger“ eine seltsame Mischung verschiedener Jugenbuch-Genres. Am ehesten kann man das Buch wohl als eine Zwischending aus Gegenwartsgeschichte und Fantasyroman bezeichnen. Die Geschichte beginnt ganz normal, doch als die Schattenjünger auftauchen, verabschiedet sich das Buch ein wenig von der Wirklichkeit.
Gina Mayers Jugendbuch ist ein Roman, den man relativ schnell herunterliest – ich würde nicht unbedingt sagen, dass es ein grandios geschriebenes Buch ist, aber es liest sich flüssig und ist im Großen und Ganzen auch spannend: Als Leser will man ja wisssen, wie die Geschichte weitergeht und was sich hinter den Schattenjüngern verbirgt.
Als Karl und sein Freund sich auf die Suche nach Agnes machen, wird das Buch sogar zu einem kleinen Krimi. Nach und nach erfährt man, wer die Schattenjünger sind und was sie im Sinn haben.
Doch ansonsten gibt es über das Buch nicht viel zu sagen – die Hauptfiguren sind nette Kinder und Jugendliche, die gut beschrieben sind, die Geschichte hat seinen Reiz und wie Agnes fragt man sich immer wieder, ob die Schattenjünger eigentlich eine Sekte sind.

Fazit:

4 von 5 Punkten. Gina Mayers Jugendroman ist ein nettes Buch für zwischendurch, das man schnell ausgelesen hat. Die Geschichte hält den Leser bei der Stange, denn man will wissen, wie es weitergeht – doch ansonsten ist es eher ein harmloses Buch.
Muss man „Schattenjünger“ gelesen haben? Nein, nicht wirklich. Über Sekten gibt es sicherlich bessere Bücher (zumal die Schattenjünger ja erfunden sind und es eine solche Sekte nicht wirklich gibt)…
Alles in allem ist „Schattenjünger“ – wie ich finde – ein empfehlenswertes Buch für Vielleser ab 10 Jahren, die einen Roman nach dem anderen verschlingen und ständig auf der Suche nach neuem Futter sind. Aber zu den Büchern, die man lange in Erinnerung hält, gehört es sicher nicht.

blau.giflila.gifrot.gifgelb.gif

(Ulf Cronenberg, 24.10.2007)

Kommentare (0)

  1. Pingback: Jugendbuchtipps.de» Blogarchiv » Buchbesprechung: Gina Mayer “Mörderkind”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.