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Buchbesprechung: Eoin Colfer "Cosmo Hill. Der Supernaturalist"

Cover ColferLesealter 10+(List-Verlag 2008, 237 Seiten)

Eoin Colfer, der irische Jugendbuchautor, hat wieder zugeschlagen und beglückt uns nach Artemis Fowl und anderen Figuren mit einer neuen Romanfigur: Cosmo Hill. Ob der Junge zum Helden einer neuen Reihe wird oder ob das „Cosmo Hill: Der Supernaturalist“ nur ein einzelnes Buch bleibt, weiß ich nicht. Aber zumindest bin ich auf jedes Buch von Eoin Colfer gespannt, denn seine Bücher bieten gute Unterhaltung, sind auch etwas für die Lesemuffel unter den Jungen und haben immer eine gehörige Prise irischen Humors. Und diesmal geht die Reise in die ferne Zukunft.

Inhalt:

Cosmo Hill wurde von seinen unbekannten Eltern auf einem Hügel in Satellite City ausgesetzt, von dem er auch seinen Namen bekommen hat. Als Waise wurde er in das Clarissa-Frayne-Heim eingewiesen – doch das ist alles andere als eine soziale Institution. Die Kinder des Heims werden vielmehr gnadenlos vermarktet und werden für alle erdenklichen medizinischen Experimente herangezogen, mit denen sich das Heim finanziert. Die Kinder werden wegen dieser Experimente, die gefährlich sind und die Jugendlichen schädigen, nicht besonders alt.
Der durchschnittlichen Lebenserwartung im Clarissa-Frayne-Heim nach hat Cosmo mit seinen 14 Jahren noch genau ein Jahr zu leben. Deswegen setzt er alles daran, sich aus dem Staub zu machen – doch angesichts der strengen Bewachung ist das leichter gesagt als getan.
Doch dann ergibt sich eine Chance, als die Jungen mit einem Bus durch die Stadt gelotst werden und der Bus in einen größeren Unfall verwickelt wird. Cosmo gelingt es, jedoch mit einer Handschelle an einen anderen Jungen namens Ziplock gefesselt, zu fliehen – doch ein Bewacher des Heims ist ihnen schon auf den Fersen.
Die beiden fliehen auf das Dach eines Hochhauses – allerdings spürt der Aufpasser die beiden Jungen auf, und die Flucht scheint verloren. Doch Cosmo und Ziplock werden vom Dach geschleudert, fallen auf einen Generator und werden einem Stromschlag ausgesetzt. Ziplock stirbt dabei, doch Cosmo überlebt das Ganze gerade noch und wird von einer kleinen Bande mit drei Jugendlichen gerettet. Bei dieser Nahtoderfahrung sieht Cosmo das erste mal die so genannten Parasiten, blaue Lebewesen, die Sterbenden das letzte Quentchen Leben aus dem Körper zu saugen scheinen. Und fortan ist auch Cosmo sensibel für diese Wesen und kann sie sehen – ebenso wie die Jugendlichen der Bande, die ihn gerettet hat.
Cosmo schließt sich den so genannten Supernaturalisten an, die nur eine Mission kennen: Die blauen Parasiten, die immer mehr werden, zu bekämpfen.

Bewertung:

„Cosmo Hill. Der Supernaturalist“ ist ein Science-Fiction-Roman für jüngere Leser, der in einer ziemlich düsteren Zukunft spielt. Die Oberschicht hat es gut, doch viele Menschen – wie die Heimwaisen – werden gnadenlos ausgebeutet und haben nichts zu lachen. Doch Cosmo Hill ist mit all seinen Schwächen und Problemen so etwas wie ein kleiner Held, der tut, was er kann, sein Herz auf dem richtigen Fleck hat und dabei beim Leser gute Stimmung verbreitet.
Im Vergleich zu anderen Büchern von Eoin Colfer hat „Cosmo Hill“ deutlich weniger Humor abbekommen – doch das schadet der Geschichte nicht im geringsten. Das soll zudem nicht heißen, dass es nicht auch ab und zu etwas zu lachen gibt. Und außerdem ist das neueste Buch des irischen Autors spannend vom Anfang bis zum Schluss und hält mehrere unerwartete Wendungen für den Leser bereit, die man nicht vorausahnt.
Was ich an Eoin Colfers Büchern immer mag, sind die skurrilen, etwas aufgefallenen Ideen – und die sind auch in diesem Buch zu finden. Wie z.B. die Schlafgemächer des Clarissa-Frayne-Heims beschrieben sind (Pappröhren auf einem Drahtgeflecht, zu dem man mit Leitern hinaufsteigen muss) – da merkt man, dass dieses Buch von einem kreativen Kopf geschrieben wurde.

Fazit:

5 von 5 Punkten. Auch mit „Cosmo Hill“ ist Eoin Colfer ein tolles Buch gelungen, das ein wenig den Geist von „Artemis Fowl“ hat und dennoch anders ist. Es sind besonders die jugendlichen Figuren, aber auch die Karrikaturen anderer Personen (wie der Heimwächter), die dem Buch Farbe verleihen.
„Cosmo Hill“ kann somit Jugendlichen (gerade auch Jungen) ab 10 Jahren wärmestens ans Herz gelegt werden – sie werden von der Geschichte mit den vielen überraschenden Wendungen nicht enttäuscht werden.
Ich bin gespannt, ob die Geschichte um Cosmo Hill und die Supernaturalisten eine Fortsetzung finden wird… Es wäre zu hoffen.

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(Ulf Cronenberg, 29.02.2008)

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