Jugendbuchtipps.de

Buchbesprechung: Joseph Delaney "Spook. Der Schüler des Geisterjägers"

Cover DelaneyLesealter 12+(cbj-Verlag 2006, 270 Seiten plus Anhang)

Joseph Delaney ist Engländer und lebt mit seiner Familie im Norden von England in der Grafschaft Lancashire. „Spook. Der Schüler des Geisterjägers“ ist sein erstes Buch – ein Fantasyroman, wie man unschwer an Titel und Buchumschlag erkennen kann…
Erst als ich mit dem Buch fertig war, habe ich gemerkt, dass es noch weitere „Spook“-Bände geben muss. Denn so richtig ist die Geschichte nicht abgeschlossen. Und wirklich, auf Englisch gibt es bereits zwei weitere Folgen. Ob man sich auf diese Bücher freuen darf oder nicht – das könnt ihr erfahren, wenn ihr weiterlest…

Inhalt:

Der 13-jährige Tom ist das siebte Kind seiner Eltern – und dort, wo er lebt, ist es üblich, dass der älteste Sohn den Hof des Vaters übernimmt. Bei den weiteren Söhnen müssen die Eltern versuchen, sie anderweitig unterzubringen – und wenn man so viele Kinder hat, ist das nicht einfach… Doch auch für Tom haben seine Eltern eine Ausbildung gefunden – er soll Schüler des Spooks werden. Doch Spooks werden zwar respektiert, von der Bevölkerung aber alles andere als geliebt. Sie vertreiben die Geister und haben damit eine wichtige Aufgabe – zugleich jedoch sind sie allen Menschen unheimlich, haben infolgedessen eigentlich keine Freunde und sind so meist auf sich alleine gestellt.
Der Spook kommt eines Abends am Hof von Toms Eltern vorbei und will Tom zur Ausbildung mitnehmen – vorher wird mit den Eltern noch der Vertrag ausgehandelt. So gibt es zunächst eine einmonatige Probezeit, während der der Spook Tom auf dessen Tauglichkeit für die schwierige Ausbildung prüfen wird – und auch Tom erhält die Möglichkeit zu sehen, ob er diesen Weg einschlagen will.
Am nächsten Morgen brechen Tom und sein neuer Meister auf. Doch schon in der nächsten Nacht wartet eine schwere Prüfung auf Tom – er soll alleine eine Nacht im Spukhaus verbringen und dabei weder die Tür öffnen noch eine Kerze ausgehen lassen. Als es dort dunkel wird, hört Tom fürchterliche Geräusche, er hat das Gefühl beobachtet und verfolgt zu werden, außerdem klopft es an der Tür und seine Mutter scheint ihn zu bitten, dass er aufmacht. Unter Todesängsten übersteht er jedoch die Nacht, ohne die Regeln zu brechen, und der Spook ist mit ihm zufrieden.
Tom und sein Meister gehen weiter und gelangen schließlich in das Haus des Spooks, wo in den folgenden Tagen der Unterricht beginnt. Tom erfährt unter anderem viel über Boggarts (unsichtbare unheimliche Wesen) und wie man sie unschädlich macht, über die verschiedenen Arten von Hexen und ihre Gefährlichkeit. Und schon bald wird Tom mehr mit gefährlichen Hexen zu tun haben, als ihm lieb ist…

Bewertung:

„Spook. Der Schüler des Geisterjägers“ ist ein spannender Fantasy-Roman, der jedoch dunkler als z.B. „Harry Potter“ oder „Bartimäus“ ist. So, wie die Welt in „Spook“ beschrieben ist, scheint sie recht unergründlich – es gibt viele unsichtbare Wesen, die ihr Unwesen treiben und immer danach trachten, den Menschen übel mitzuspielen. Doch es ist gerade das, was das Buch auszeichnet und es von dem Rest der Fantasy-Literatur absetzt. Denn die Grundgeschichte – Lehrling bei einer Art Zauberer zu sein – ist nun wirklich nichts Neues… Joseph Delaney gelingt es sehr gut, die düstere Stimmung in dem Buch aufzubauen – und wer das mag, kommt auf seine Kosten.
Sehr geschickt hat Delaney auch seine Figuren aufgebaut – vor allem Alice, ein Mädchen, das Tom in einer schwierigen Situation aus der Patsche hilft, aber auch Toms Mutter sind hier zu nennen. Denn hinter beiden Figuren verbirgt sich ein Geheimnis, von dem aber auch der Leser nicht richtig etwas erfährt – und gerade bei Alice ahnt man, dass sie in Toms weiterem Leben (also in den nächsten Bänden) weiterhin eine wichtige Rolle – ob unheilvoll oder nicht, das bleibt offen – spielen wird.
Sehr schön, weil sie die düstere Seite des Buches betonen, sind übrigens auch die schwarz-weißen Illustrationen zu Beginn jeden Kapitels.

Fazit:

5 von 5 Punkten. Joseph Delaney ist mit „Spook. Das Geheimnis des Geisterjägers“ ein Buch gelungen, das mich beim Lesen immer ein wenig an Otfried Preußlers „Krabat“ erinnert – der eher dunklen und geheimnisvollen Grundstimmung wegen. Dadurch hat das Buch seinen besonderen Reiz. Es ist aber keine leichte Fantasy-Kost, sondern erfordert schon etwas ältere und erfahrenere Leser. So würde ich auch das Buch eher ab 12 statt ab 10 Jahren, wie der Verlag schreibt, empfehlen.
Ich freue mich jedenfalls auf die Fortsetzung der Geschichte und werde sicher schon kurz nach dem Erscheinen (bisher ist aber nichts bekannt) Band 2 und Band 3 lesen. Schade, dass man bis dahin wohl noch ein knappes Jahr warten muss…

blau.giflila.gifrot.gifgelb.gifgruen.gif

(Ulf Cronenberg, 04.06.2006)

Kommentare (0)

  1. Ariane

    Auch ich habe „Spook – Der Schüler des Geisterjägers“ gelesen (übrigens auch „Spook – Der Fluch des Geisterjägers“ (Band 2) und „Spook – Der Kampf des Geisterjägers“ (Band 4 – den 3. Band habe ich leider übersehen …) und stimme voll und ganz mit Ihnen überein, was die düstere Grundstimmung des Buches und die gut aufgebaute Spannung angeht. Es freut mich zu sehen, dass sie dieses meiner Meinung nach wirklich gelungenem Buch mit 5 Punkten bewertet haben.
    Auch die Folgebände dieser Reihe (inzwischen sind es 5 Bände) sind sehr zu empfehlen, da die dunkle Schreibweise sich gut fortsetzt und auch einige Geheimnisse entdeckt bzw. aufgedeckt haben, auch was Alice‘ und Toms Mutter angeht.
    Natürlich werden auch jede Menge neuer Fragen aufgeworfen und von Buch zu Buch wird die Stimmung bedrohlicher.
    Falls sie die restlichen Bände noch nicht gelesen haben sollten, wären sie sehr zu empfehlen.

    Ihre Seite gefällt mir sehr gut, da mir einige Bücher selbst in den Buchhandlungen auffallen sind, und ich mich freue, über sie zu lesen oder auch neue Anregungen für gute und lesenswerte Bücher zu erhalten.
    Die Struktur ist sehr übersichtlich, und meine Mutter konnte ich mithilfe ihres Feedbacks über „Tote Mädchen lügen nicht“ dazu bewegen, mir dieses Buch zu besorgen …

    Viele Grüße, Ariane Tepaß

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.