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Buchbesprechung: Angie Sage “Septimus Heap – Flyte”

Cover SageLesealter 10+(Hanser-Verlag 2006, 447 Seiten)

Angie Sage hat mit ihrem erstem Septimus-Heap-Buch großen Erfolg bei vielen Kindern gehabt. Und seit Herbst diesen Jahres gibt es nun Band 2 – nach „Magyk“ kommt „Flyte“. (Band 3, der „Physik“ heißen wird, soll übrigens im April 2007 auf Englisch erscheinen.)
Allerdings – das muss ich gestehen – habe ich Band 1 damals nur kurz angelesen – und zwar als meine Schüler (darf ich das schreiben?) schwitzten und über einer Deutschschulaufgabe saßen. Dass ich „Magyk“ damals nicht weitergelesen habe, lag nicht daran, dass es mir nicht gefallen hat, sondern daran, dass ich damals zu viele Bücher auf meinem Lesestapel hatte und kaum hinterher gekommen bin. Doch auch wenn ich dadurch ein bisschen gebraucht habe, in „Flyte“ reinzukommen, so war es doch kein Problem, mit dem zweiten Band zur Geschichte hinzuzustoßen…

Inhalt:

Septimus Heap ist Lehrling der Außergewöhnlichen Zauberin Marcia Overstrand und mit Jenna, der Prinzessin, befreundet, die, sobald sie erwachsen ist, Königin werden soll. Jenna ist als Ziehtochter in Septimus‘ Familie aufgewachsen.
Als sich Septimus an einem seiner seltenen freien Tage mit Jenna trifft, geschieht etwas Seltsames. Ein zunächst unbekannter schwarzer Reiter kommt ungestüm in die Burg geritten – niemand weiß, um wen es sich handelt und was der Reiter will. Etwas später gibt sich der Reiter jedoch zu erkennen – es handelt sich um Simon, Septimus‘ Bruder, der zurückgekehrt ist. Vor seinen Eltern ergreift Simon Jenna und zieht sie zu sich aufs Pferd – er gibt vor, Jenna auf seinem tollen schwarzen Rappen kurz auf einen Ausritt mitzunehmen. Doch Septimus ahnt Schlimmes – und wirklich: Simon dreht mit Jenna nicht nur ein Paar Runden durch die Gassen der Burg, sondern reitet zum Burgtor hinaus. Septimus versucht ihn noch mit einem Zauberspruch aufzuhalten – doch Simon gelingt es, den Bann des Spruches zu brechen und mit Jenna zu entkommen.
Zunächst will niemand glauben, dass Simon seine Schwester entführt hat, doch Septimus ist fest davon überzeugt. Und da ihm niemand helfen will, beschließt er, selbst zu handeln, sich auf die Suche nach Jenna zu machen und Simon zu verfolgen. Nur Nicko, einer seiner zahlreichen Bruder, beschließt, ihn zu begleiten… Schon bald kommt es auf der Suche nach Jenna zu einigen Abenteuern – und sowohl Septimus und Nicko als auch Jenna haben einige Gefahren zu meistern…

Bewertung:

Dass Kinder zwischen 9 und 12 Jahren die Septimus-Heap-Bücher lieben, kann ich gut verstehen. Septimus und Jenna, die beiden Hauptfiguren in „Flyte“, sind einfach sympathische und nette Figuren, die an das Gute glauben und dafür kämpfen. Ihnen stehen die üblichen Bösewichte und dunklen Mächte (wie es sich für Fantasy-Bücher gehört) gegenüber – in diesem Band hauptsächlich vertreten durch den abtrünig gewordenen Simon, der sich aus Enttäuschung über die Bevorzugung seines Bruders Septimus der dunklen Magie zugewandt hat. Es dauert ein bisschen, bis „Flyte“ – ich frage mich noch immer, warum das Buch eigentlich so heißt!? – an Spannung zulegt, aber irgendwann ist man in der Geschichte so richtig drin und will sie unbedingt weiterlesen.
Aus der Sicht eines Erwachsenen jedoch gibt es schon auch etwas an Angie Sages Buch zu bemängeln. Was mich am meisten gestört hat, ist, dass die Geschichte immer wieder zu voraussagbar verläuft – und zwar auch an Stellen, wo das absolut nicht notwendig gewesen wäre. Wenn Jenna einen geheimnisvollen Schlüssel geschenkt bekommt, der ihr in einem wichtigen Moment Zutritt zu einer bisher unbekannten Tür verschaffen soll, und Jenna dann in einer Gefahrensituation auch noch dran denkt, das ihr jetzt nur noch der Schlüssel helfen könne – ja, was soll man dazu sagen, wenn Jenna dann genau in diesem Moment auch die Tür findet? Solche kleinen Spannungsbremsen, die wirklich nicht nötig gewesen wären, findet man in „Flyte“ leider immer wieder.

Fazit:

4 von 5 Punkten. „Flyte“ ist ein Kinderbuch, das Jungen wie Mädchen im Alter von 10 bis 12 Jahren wie schon den Vorgängerband verschlingen werden. Das Schöne an dem Buch ist, dass es – so wie man das von den Harry-Potter-Büchern kennt – mit einem kleinen Augenzwinkern geschrieben ist. Die Geschichte hat diesen feinsinnigen Charme und Witz, der viele gute Kinderbücher ausmacht. Dass ich mir als erwachsener Leser doch etwas mehr Sorgfalt beim Aufbau der Geschichte gewünscht hätte, sollte kein Kind, das Fantasy-Bücher mag, davon abhalten, „Flyte“ zu lesen. Aber für 5 Punkte reicht es dann doch nicht…

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(Ulf Cronenberg, 28.12.2006)

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