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Buchbesprechung: Alyssa Brugman “Einfach Bindy”

Cover BrugmanLesealter 13+(Hanser-Verlag 2006, 203 Seiten)

Der australischen Jugendbuchautorin Alyssa Brugman hat es das Thema Mobbing angetan. Wie schon in ihrem ersten, ziemlich schonungslosen Buch „Zeig dein Gesicht“ geht es auch in „Einfach Bindy“ wieder um die Ausgrenzung eines Mädchens durch ihre Klassenkameradinnen und Freundinnen – ein nach wie vor sehr aktuelles und brisantes Thema. Denn vielen Jugendlichen geht es so, dass sie von anderen geschnitten und schlecht behandelt werden – oft grundlos. Ob es Alyssa Brugman auch in ihrem zweiten Buch gelingt, die Hintergründe von Mobbing darzustellen und damit vielleicht andere für dieses Thema zu sensiblisieren, soll diese Buchbesprechung unter anderem beantworten…

Inhalt:

Bindy lebt mit ihrem Bruder Kyle bei ihrem Vater – ihre Eltern haben sich schon vor längerer Zeit getrennt. Schon seit Jahren ist Bindy sehr eng mit Janey, die in die gleiche Klasse geht, befreundet. Die beiden verbringen fast ihre ganze Freizeit miteinander.
Doch eines Tages setzt sich Janey während der Pause in der Schule zu einer Gruppe anderer Mädchen, in deren Zentrum Hannah steht. Bindy kann Hannah, die hochnäsig und arrogant auftritt, nicht ausstehen und versteht nicht, was Janey antreibt. Doch Janey zieht sich immer mehr von Bindy zurück und wendet sich stattdessen Hannah zu.
Schon bald ist die Freundschaft zwischen Bindy und Janey Geschichte… Es ist jedoch nicht nur so, dass die beiden sich nichts mehr zu sagen haben, sondern Bindy wird nach und nach zunehmend von Hannah und ihrer ehemaligen Freundin ausgegrenzt. Sie wollen Bindy, die ihrer Ansicht nach uncool ist, nicht um sich haben – und es dauert nicht lange, bis Bindy in der Schule isoliert und ohne Freundin ist.
Doch es kommt noch schlimmer. Janeys neue Clique lässt Bindy regelrecht auflaufen, sie machen Bindy vor anderen schlecht und stellen sie bloß. Bindy steht völlig fassungslos da und weiß überhaupt nicht, wie ihr geschieht und warum Janey sich gegen sie gewendet hat.
Alles wird noch komplizierter, als Bindys Vater sich in Janeys Mutter Liz verliebt und Liz und Janey fortan öfters zu Besuch sind… Denn nun kann Bindy Janey nicht mal mehr aus dem Weg gehen…

Bewertung:

Alyssa Brugman hat auch in ihrem zweiten Buch eine packende Geschichte über eine Freundschaft, die sich in eine Feindschaft umkehrt, geschrieben. Hatte ich über „Zeig dein Gesicht“ noch geschrieben, dass der Roman schonungs- und gnadenlos das Thema Mobbing aufgreift, so ist „Einfach Bindy“ ein deutlich weniger schockierendes Buch, denn es wird genau beschrieben, wie sich das Mobbing gegen Bindy langsam entwickelt. So ist Alyssa Brugmans neuestes Werk auch nicht ein Buch, bei dem man immer wieder geschockt innehält, sondern das man fasziniert einfach weiterliest.
Auch wenn das Thema Mobbing im Vordergrund steht, so wird „Einfach Bindy“ nicht langweilig, weil es einige interessante Nebenthemen gibt. So setzt sich Bindy u.a. mit der schwierigen Beziehung zu ihrer Mutter, die ein ganz anderes, familienloses Leben führt, auseinander. Gerade der Gegenatz in der Persönlichkeit zwischen Bindys Vater – der sich liebevoll um seine Kinder kümmert – und ihrer Mutter – die ein Leben als erfolgreiche Geschäftsfrau führt – belebt die Geschichte.
„Einfach Bindy“ ist somit ein Buch, in dem man viel über menschliche Beziehungen erfährt – es ist bewundernswert, wie Alyssa Brugman all die Themen in einem Buch zusammenführt: psychologisch raffiniert, einfühlsam und auf leisen Sohlen.

Fazit:

5 von 5 Punkten. „Einfach Bindy“ hat mich von der ersten Seite an nicht mehr losgelassen – das Buch zieht einen in seinen Bann, weil es feinfühlend und zugleich unaufdringlich über menschliche Beziehungen schreibt. Für mich, aber auch für Jugendliche ist das so interessant, weil man in dem Buch das ein oder andere entdeckt, was man aus der eigenen Familie oder aus dem Freundeskreis so ähnlich kennt. Es gibt viele Stellen, wo man „andocken“ kann…
Alyssa Brugmans Buch ist alles in allem eher ein Buch für Mädchen (ab 13/14 Jahren), was vor allem daran liegt, dass die Hauptpersonen, die im Zentrum stehen, Mädchen sind.

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(Ulf Cronenberg, 13.09.2006)

Weitere Meinungen:

Bindy kämpft mit der Pubertät und allem, was dazugehört. Von nichts bleibt sie verschont: Probleme mit ihrer besten Freundin sowie ihren Eltern – und Peinlichkeiten nicht zu knapp. Wird sie die richtigen Entscheidungen treffen?
Die Geschichte an sich hebt sich nicht unbedingt aus dem Gros der Storys rund ums Erwachsenwerden ab, gehört aber zweifellos zu den besseren darunter. Besonders tragen der lockere, witzige Schreibstil und die äußerst sympathische Vaterfigur dazu bei.
Auch ist der Identifikationsfaktor sehr hoch. Es werden viele Probleme und Entscheidungen angesprochen, die sich in diesem Alter stellen. Welche Verhaltensweisen sind angebracht, wenn es Probleme mit der besten Freundin gibt, man plötzlich mit Vaters neuer Liebe konfrontiert ist und mit dem, was das Ganze mit sich bringen wird? Da es heutzutage unbestreitbar sehr viele Kinder in Patchwork-Familien gibt, wird es nicht wenigen Lesern so oder ähnlich ergehen wie Bindy. Es geht in dem Buch um Verzeihen und Vergeben, und vom Leser wird gefordert, zu sich zu stehen und nicht aus Schüchternheit oder Furcht sich selbst und seine Überzeugungen und Wünsche zu verraten. Es wird gezeigt, dass es immer Leute gibt, auf die man zählen kann und die einen unterstützen.
Ein unterhaltsamer Schmöker für Mädchen ab zwölf Jahre, der Spaß und Hoffnung macht, dass am Erwachsenwerden nicht alles nur „doof“ ist.

(Iris Henninger)

Kommentare (0)

  1. Janine

    Ich habe dieses Buch von meiner Oma geschenkt bekommen und war total glücklich damit! Es fesselt einen und man will überhaupt nicht mehr aufhören.
    Außerdem sind auch viele Probleme beschrieben die ich von Jugendlichen Freunden kenne: z.B.: Drogensucht, Computersucht, falsche Freunde, Punkt Punkt Punkt …
    Alles in allem ist es echt ein gelungenes Buch!

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