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Buchbesprechung: Martha Heesen "Die Nacht, als Mats nicht heimkam"

Cover HeesenLesealter 10+(Sauerländer-Verlag 2005, 115 Seiten)

Es gibt Bücher, die packen einen auf den ersten Seiten – aber dann hat man keine Zeit mehr zum Weiterlesen. So ging es mir mit Martha Heesens Jugendbuch „Die Nacht, als Mats nicht heimkam“. Gut 50 Seiten bin ich an einem Abend gekommen (fast die Hälfte des Buches) und war davon sehr angetan – doch dann hatte ich dermaßen viele Termine und so viel zu tun, dass das Buch über eine Woche herumlag, ohne dass ich es beenden konnte.
Ob das Buch der niederländischhen Autorin in der zweiten Hälfte genauso gut war wie am Anfang, das werdet ihr weiter unten erfahren…

Inhalt:

Petrus (was für ein Name! Meist wird er nur „Peet“ genannt) hat eine kleineren Bruder, der Mats heißt. Doch Mats ist ein ganz besonderes Kind: sehr liebenswürdig, aber wahnsinnig verträumt. Der vernünftige Peet muss deswegen immer auf seinen Bruder aufpassen, der allerlei unmögliche Sachen macht und immer wieder einfach von zu Hause wegläuft, ohne wiederzukommen. Alle Erziehungsversuche der Eltern helfen nicht, Max davon abzubringen. Und Peet ist auch der einzige, der Mats, wenn dieser mal wieder ausgebüchst ist, findet: ob am gefährlichen Wehr oder an einem einsamen Weiher im Wald.
Doch Peet ist alles andere als begeistert davon, dass er sich so viel um seinen Bruder kümmern muss. Und eines Tages kommt Mats eine ganze Nacht nicht nach Hause – ausgerechnet zu einer Zeit, wo es in der Familie sowieso drunter und drüber geht, weil die Mutter nicht da ist und Peets Vater mit seinen beiden Söhnen alleine zurechtkommen muss.

Bewertung:

„Die Nacht, als Mats nicht heimkam“ ist ein ganz eigenes Buch – die Geschichte über einen Träumer, der die Zeit um sich herum vergessen kann, ebenso alles andere, was ihn umgibt. Mats steht dann einfach nur da und macht sich seltsame Gedanken über das Leben und die Dinge, die ihm über den Weg laufen. Zugleich ist das aber auch die Geschichte eines Jungen (Peet), der ein wenig zu viel der Last in der Familie schultern muss und darunter leidet.
Martha Heesens Buch ist so faszinierend, weil es sehr dicht geschrieben ist – Schreibstil und Geschichte fügen sich nahtlos ineinander. Beim Lesen vergisst man – wie Mats – alles um sich herum. Mit traumwandlerischer Sicherheit dringt die Autorin in die Gefühlswelt eines Jungen ein und erzählt aus seiner Sicht einen tragischen Teil seiner Geschichte, die auf den Leser überspringt wie ein Funke, der einen Strohballen in Brand setzt. Und zwar von der ersten bis zur letzten Seite. Kein Wort zu viel und kein Wort zu wenig. Dass hinter der ganzen Geschichte doch einiges mehr steht, als man zunächst vermutet, erfährt man als Leser erst am Ende des Buches.

Fazit:

5 von 5 Punkten. Martha Heesens Buch ist eine kleine Buchperle, die glitzert, schimmert und funkelt. Auf etwas über 100 Seiten wird man als Leser in eine intensive Geschichte hineingeführt, die einen auch noch beschäftigt, wenn man das Buch wieder aus der Hand legt.
Wer die Bücher von Autoren wie Jerry Spinelli (z.B. „Der Held aus der letzten Reihe target=“_blank“„) oder Louis Sachar (u.a. „Bradley – letzte Reihe, letzter Platz„) mit ihren sonderbaren Hauptfiguren mag, der wird auch „Die Nacht, als Mats nicht heimkam“ lieben. Ein Buch für lesende Träumer ab 10 Jahren, aber auch für träumende Erwachsene – ein bisschen Traurigkeit muss man als Leser dieses Buches jedoch schon aushalten!

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(Ulf Cronenberg, 19.01.2006)

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