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Buchbesprechung: Tim Wynne-Jones "Brandspuren"

Cover Wynne-JonesLesealter 12+(dtv – Deutscher Taschenbuch Verlag 2003, 232 Seiten)

Auf die Idee, dieses Buch zu lesen, hat mich eine der Buchhändlerinnen in dem Jugendbuchladen meiner Wahl gebracht – sonst hätte ich dieses Buch wohl glatt übersehen. Und das, obwohl es ein wirklich hübsches Cover hat…
„Brandspuren“ hat den Vorteil, dass es schon als Taschenbuch erschienen ist und von daher für Jugendliche auch eher erschwinglich ist. Und meist finden ja nur die besseren Bücher den Weg von der gebundenen zur Taschenbuchausgabe. Ob das auch auf „Brandspuren“ zutrifft?

Inhalt:

Jim, ein 15-jähriger Junge, hat ein hartes Jahr hinter sich, denn sein Vater Hub ist auf einmal spurlos verschwunden – nur das Auto blieb irgendwo zurück, und die Polizei konnte nicht herausfinden, was passiert war. Ist Jims Vater einfach abgehauen (das hätte aber, wie Jim und seine Mutter finden, gar nicht zu ihm gepasst), hat er Selbstmord begangen oder ist er gar umgebracht worden?
Jim begegnet schon bald Ruth, der Stieftochter des Predigers am Ort – doch so recht weiß er nicht, was er von Ruth halten soll. Die meisten Leute, einschließlich ihres Stiefvaters, meinen, dass Ruth verrückt sei, denn sie scheint Stimmen zu hören. Ruth, die ihren Stiefvater hasst, belauscht diesen und merkt dabei, dass Pastor Fisher anscheinend mehr über Jims Vater Hub und damit vielleicht auch über sein Verschwinden weiß. Sie vermutet gar, dass Fisher Hub auf dem Gewissen hat. Jim will das nicht glauben, aber trotzdem versuchen er und Ruth Weiteres herauszufinden: über den Prediger, über Jims Vater und ihre gemeinsamen Freunde von früher. Das Ganze entpuppt sich als nicht ganz einfacher und ungefährlicher Auftrag, denn die beiden decken einiges auf…

Bewertung:

Bei den ersten Seiten hab ich etwas gebraucht, um in das Buch reinzukommen – aber das mag auch daran gelegen haben, dass ich spät abends mit dem Buch begonnen habe. Doch schon bald wollte ich unbedingt wissen, wie die Geschichte weitergeht – und einen Tag später war das Buch ausgelesen. „Brandspuren“ ist letztendlich eine Art Krimi für Jugendliche – spannend erzählt und gut zu lesen. Das Ende kommt nicht ganz überraschend (leider – ich liebe unerwartete Schlüsse!), das ist eigentlich der einzige Kritikpunkt, den ich an dem Buch habe.

Fazit:

4 von 5 Punkten. Denn „Brandspuren“ ist unterhaltsam, spannend, wenn auch nicht Atem beraubend – deswegen und wegen des etwas schnöden Schlusses ein Punkt Abzug. Ein solides Buch zum Zwischendurchlesen – für Jugendliche ab 12 oder 13 Jahren, die gerne Kriminalistisches verschlingen und außerdem ein wenig für Psychologisches interessiert sind.

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(Ulf Cronenberg, 07.01.2004)

Kommentare (0)

  1. Ella

    Ich habe dieses Buch gelesen und muss jetzt einen Aufsatz darüber in Englisch schreiben. Ich würde mich freuen, wenn mir wer sagen könnte, ob es davon eine englische Version gibt und wie sie heißt.
    lg

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    1. Ulf Cronenberg (Beitrag Autor)

      Ein bisschen Recherche und du hättest das auch selbst rausfinden können: Entweder schaut man vorne im Buch nach (da ist normalerweise der Titel der Originalausgabe angegeben) oder man sucht z. B. bei Amazon (wie ich gerade). Das Buch gibt es auf Englisch und es heißt „The Boy in the Burning House“.

      Antworten

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