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Buchbesprechung: Andreas Steinhöfel "Der mechanische Prinz"

Cover SteinhöfelLesealter 12+(Carlsen-Verlag 2003, 271 Seiten)

”Die Mitte der Welt“ von Andreas Steinhöfel war eines der besten Jugendbücher, die ich bisher gelesen habe. Ob ich das heute immer noch so sehen würde, weiß ich natürlich nicht, aber als ich es vor etwa fünf Jahren gelesen habe, hat es mich sehr beeindruckt (irgendwann werde ich es ein zweites Mal lesen…). Dem neuen Jugendroman von Andreas Steinhöfel sah ich deswegen mit Spannung entgegen, wobei mich eine Buchhändlerin schon warnte: „Der mechanische Prinz“ sei wirklich etwas ganz anderes…

Inhalt:

Max lebt in Berlin und hat es nicht leicht: Seine Eltern, die sich ständig streiten, beachten ihn so gut wie gar nicht. Entsprechend ist Max auf sich allein gestellt, seine Eltern drehen sich nur um sich selbst. Als Max eines Tages mit der U-Bahn fahren will und er kurz vorher merkt, dass er seine Fahrkarte vergessen hat, drückt ihm ein ein-armiger alter Penner eine goldene abgewetzte Fahrkarte in die Hand. Mit dieser Fahrkarte, so meint der alte Mann, könne man überall hinkommen. Max hält den Mann für verrückt, nachdem er aber selbst keine Fahrkarte hat, lässt er es darauf ankommen. Zuvor macht er noch die Bekanntschaft von Tanita, einem Mädchen, das wie er selbst auch auf sich gestellt ist. Tanita eröffnet ihm, dass man mit der seltsamen Fahrkarte in eine andere Welt kommen könne, wenn man zu einer bestimmten Zeit an einer bestimmten U-Bahnstation in den Zug steige. Max kann das alles nicht glaube, versucht es jedoch. Und wirklich: Schon bald steht Max in einer mysteriösen Welt und erfährt, dass es dort verschiedene Refugien (also verschiedenen Gegenden) gibt. In den Refugien muss sich jedes Kartenkind (denn viele Kinder in schwierigen Lebenlagen bekommen solche goldenen Fahrkarten) mit seinen Ängsten und Befürchtungen auseinander setzen und schwierige Situationen bewältigen. Schon im ersten Refugium, das den Namen „Nimmerland“ hat, verzweifelt Max fast und findet gerade noch einen Ausweg – aber nur um dann später in weiteren Refugien Abenteuer zu bestehen müssen. Und irgendwo wartet, wie Tanita Max verraten hat, der mechanische Prinz – bei dem es die schwierigste aller Prüfungen zu bestehen gilt: Max muss sein eigenes Herz in den Refugien finden und retten. Denn nur wenn ihm das gelingt, wird er im wirklichen Leben nicht an seinen Eltern und seiner Lebenssituation verzweifeln.

Bewertung:

„Der mechanische Prinz“ ist ein seltsames Buch. Ein bisschen „Herr der Ringe“ (allerdings in Kurzform und ohne weitschweifiges Erzählen), ein wenig Fantasy-Roman, ein bisschen Computerspiel in einer fremden Welt voller seltsamer Wesen – und das alles ist eingebettet in eine Rahmengeschichte aus der heutigen Zeit, in der Kinder von ihren Eltern vernachlässigt werden.
Zu Beginn hat mir das Buch gut gefallen (vor allem Steinhöfels Schreibstil), doch je mehr Max in die Refugien abtaucht, desto schwerer fand ich es, gespannt und neugierig weiterzulesen. Andreas Steinhöfel hat sich wie sein Held Max etwas zu sehr in den Refugien verloren und nicht alles darin ist spannend. Am Ende des Buches hat sich das glücklicherweise geändert und die letzten 50 Seiten waren schnell gelesen, denn ich wollte wissen, wie das Buch endet. Aber insgesamt sind ein gut geschriebener Anfang und ein relativ spannendes Ende doch etwas zu wenig für ein wirklich gutes Buch.

Fazit:

2 von 5 Punkten. Schade, schade. Andreas Steinhöfel hat ja schon bewiesen, dass er sehr, sehr gut schreiben kann – „Der mechanische Prinz“ ist jedoch leider kein würdiger Nachfolger von „Die Mitte der Welt“. Die Geschichte um Max sei Jugendlichen ab 12 Jahren empfohlen, die gerne mal was anderes lesen wollen. Und vielleicht gefällt Jugendlichen der Mix aus Tolkien, Fantasy und Computerspiel besser als mir…

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(Ulf Cronenberg, 06.10.2003)

Kommentare (0)

  1. Anna

    DAS BUCH IST COOL! Es hat mehr als 2 Punkte verdient, ok? -.-

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  2. Tom

    Das Buch ist der letzte Schrott.

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  3. Simone Kochannek

    Wir lesen dieses Buch gerade in Deutsch, und ich bin schon neugierig.

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  4. Frederic

    Ich habe das Buch gerade im Deutschunterricht gelesen. Ich finde 2 Punkte ist angemessen, denn es hat nicht nur eine etwas zähe Handlung, sondern es ist meiner Meinung nach auch nicht gerade einfach zu lesen.

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