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Buchbesprechung: Lian Hearn "Das Schwert in der Stille"

Cover HearnLesealter 14+(Carlsen-Verlag 2003, 374 Seiten)

Das Cover des Buches fiel mir gleich im Buchladen auf… hübsch gemacht! Und dass die Geschichte irgendwas mit Japan oder China zu tun hat, war auch nicht schwer zu erraten. Und schließlich sprach die Buchhändlerin auch noch begeistert von diesem Buch – also ist es gleich in meinen Einkaufskorb (genauer gesagt in meinen Rucksack) gewandert – natürlich, nachdem ich es bezahlt habe… 🙂

Inhalt:

„Das Schwert in der Stille“ spielt zwar nicht direkt in Japan, aber die Autorin hat sich sehr stark vom feudalen Japan anregen lassen und vieles aus diesem Land übernommen. Zu Beginn des Buches lernt man gleich Tomasu kennen, der bei den Verborgenen (einer Art Sekte, die an einen Gott glaubt?) aufwächst. Als Tomasu eines Tages aus dem Wald zurückkommt, ist das ganze Dorf durch die Soldaten des kriegslüsternen und machtbesessenen Lord Iida verwüstet worden. Tomasu schleicht sich an die Soldaten heran, um zu sehen, was genau passiert ist und ob seine Eltern leben, wird dabei jedoch von den Soldaten entdeckt. Er flieht verfolgt von drei Männern, die ihm dicht auf den Fersen sind, in den Wald und überlebt schließlich nur, weil er auf einen Unbekannten stößt, der erfolgreich gegen die drei Verfolger kämpft und und Tomasu rettet. Der unbekannte Verteidiger ist ein bekannter Landesfürst, Lord Otori, der jedoch inkognito durchs Land gereist ist. Lord Otori nimmt Tomasu mit sich und gibt ihm einen neuen Namen, der nicht an die Verborgenen erinnern soll. Tomasu wird fortan Takeo genannt, in Erinnerung an Lord Otoris Bruder Takeshi, der in einer Schlacht gegen Iida gefallen ist. Für Tomasu alias Takeo beginnt ein neues Leben, denn seine Eltern sind tot und Lord Otori adoptiert ihn schließlich. Schon bald stellt sich heraus, dass Takeo besondere Gaben und Fähigkeiten hat, die darauf zurückzuführen sind, dass er von einer besonderen Familie abstammt. Nach und nach lernt Takeo mit Hilfe seines Lehrers Kenji diese besonderen Fähigkeiten zu entwickeln und bereitet sich so darauf vor, sich mit Lord Otori zusammen gegen Iida zu stellen. Denn der Tod von Lord Otoris Bruder soll gesühnt werden – und eine spannende Geschichte nimmt ihren weiteren Lauf…

Bewertung:

Mit „Das Schwert in der Stille“ ist es Lian Hearn gelungen, den Leser in eine ganz andere Welt zu entführen. Einmal mit dem Buch begonnen, wollte ich nicht mehr damit aufhören, es zu Ende zu lesen, denn der Roman ist spannend und kunstreich geschrieben. Gut gezeichnet sind die Figuren, was man vor allem daran merkt, dass man ihr Handeln gut nachvollziehen kann – und das, obwohl die Beweggründe für ihre Handlungen ganz andere sind als die unseren heute (so spielen Ehre und Rache eine große Rolle). Nicht ganz einfach ist es, mit den vielen japanischen Namen zurecht zu kommen, denn viele klingen für uns ähnlich: Shigeru, Shirakawa, Inuyama, Maruyama etc. – aber das ist nun wirklich kein Kriterium, das dazu führen sollte, dieses Buch abzuwerten, denn ansonsten ist alles nachvollziehbar und verständlich erzählt.

Fazit:

5 von 5 Punkten für diese ungewöhnliche Geschichte, auf deren Fortsetzung man sich freuen darf. Denn „Das Schwert in der Stille“ ist der erste Band der Trilogie „Der Clan der Otori“ – die beiden anderen Bände folgen hoffentlich bald (der zweite Band ist auf Englisch für Mitte September angekündigt).
Tja, für wen ist dieses Buch geeignet? So ein richtig typisches Jugendbuch ist das nicht, auch wenn die Hauptfigur Takeo ein Jugendlicher ist. Meiner Meinung nach sollte man 14 Jahre alt sein, um alles in dem Buch zu verstehen. Und hochgradige Action mit ständigem Kämpfen darf man nicht erwarten – die Spannung ist subtiler… Ein Buch, das ein bisschen Fantastik vom „Herr der Ringe“ hat (aber wirklich nur ein bisschen) und mich ansonsten hauptsächlich an ein Computerspiel erinnert, das wohl kaum noch jemand kennt: „Der Meisterdieb“ (ich schätze mal, das Spiel ist gut 5 Jahre alt). Denn so, wie Takeo unsichtbar und unerkannt schleichen kann, musste das im Computerspiel der Meisterdieb auch machen.

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(Ulf Cronenberg, 19.08.2003)

Weitere Infos über das Buch gibt es im Übrigen im Internet unter www.otori.de.

Lektüretipp für Lehrer!

Ein Buch über das feudale Japan, das etwas aus dem Rahmen fällt und den Vergleich mit Erwachsenenliteratur nicht zu scheuen braucht. Man könnte das Buch als spannenden Entwicklungsroman charakterisieren, in dem Themen wie Ehre, Tapferkeit, Treue und Disziplin eine wichtige Rolle spielen. Für Klassen ab der 9. Jahrgangsstufe, die sich gerne in fremde Welten locken lassen – eine sicher eher ungewöhnliche Lektüre für Klassen. Band 1 einer dreibändigen Trilogie.

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