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Buchbesprechung: Thomas Feibel "Play Zone"

Cover FeibelLesealter 12+(Sauerländer-Verlag 2003)

Eigentlich bin ich ja ein heimlicher Science-Fiction-Fan, bloß hab ich in letzter Zeit wenig gefunden, was mich wirklich interessiert. Fast alle neuen Science-fiction-Bücher gehen derzeit ums Klonen und um Gene – aber dieses Thema langweilt mich eher etwas… Bei „Play Zone“ geht es um eine Computerspielwelt – das klingt schon mal sehr gut…

Inhalt

Die Play Zone, auch P-Zone genannt, ist ein ganz besonderer Staat in der Zukunft – das ist nicht ganz einfach zu erklären. Alles ist wie in einem Computerspiel organisiert, bei dem man für bestimmte Leistungen und Aufgaben die so genannten Gints (eine Art Geld) bekommt. Überall in den Städten blinken Computer und Spiele – ob im Aufzug oder Hotelzimmer – und wer gewinnt, bekommt Gints, wer verliert, bekommt sie wieder abgezogen und wer alle Gints verspielt hat, kann nur noch sein Leben verspielen – mit der Folge, dass man in der „Zone der Atemlosigkeit“ (einer Umschreibung für den Tod) landet. Alles wird in dieser Welt im Übrigen von Kameras begleitet, von der Geburt bis zur rasanten Taxifahrt – und die Zuschauer können durch Wetten (Wie lange dauert die Geburt? Schafft der Taxifahrer eine vorgegebene Zeit?) ihre Gints vermehren.
Soni ist ein kleines Kind, das außerhalb der Play Zone mit ihrer Mutter in der Mutterzone (M-Zone) – einer Gegenwelt zur P-Zone – aufwächst. In der M-Zone sind Spiele strengstens verboten und dort haben sich vor allem Frauen zusammengefunden, die die Play Zone ablehnen. Sonis Vater war Fumashi, der größte MEISTER aller Zeiten in der Play Zone, der am Ende aber alles verspielt hat und deswegen das Leben verlor. Sonis Mutter war nach Fumashis Tod in die M-Zone übergesiedelt, weil sie die Spielewelt satt hatte und die P-Zone für Fumashis Tod verantwortlich machte. Doch Fumashis Gene schlummern in Soni und schon bald entdeckt sie trotz des Verbots das Spielen. Als Jugendliche verlässt Soni, fasziniert von den Spielmöglichkeiten der Play Zone, die M-Zone und macht daraufhin schon bald in der Play Zone an den Spiel-Schulen Karriere. Doch Sonis Aufstieg geht nicht unbeobachtet vor sich. Soni wird genau von den Herrschern der Play Zone überwacht, denn diese haben mit Soni noch viel vor…
Schon bald wird klar, dass es in der P-Zone einige Intrigen gibt – und als Soni und ihr Mitschüler Kenjo von den Herrschern der Play Zone beauftragt werden, den verschwundenen Hauptprogrammierer Minz zu suchen, beginnt ein großes Abenteuer, bei dem Soni und Kenjo einige unerwartete Entdeckungen machen.

Bewertung

„Play Zone“ ist ein gelungenes Buch, das mal eine ganz andere Art von Zukunftswelt entwirft – eine Computerspielwelt. Einmal angefangen wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Zu kritisieren ist an dem Buch bis auf Kleinigkeiten nichts – die Erzählung ist an keiner Stelle langweilig, sondern ist flüssig und spannend erzählt. Als Einziges nicht gefallen hat mir die Sprache der Stunachis (das sind Menschen, die schon vor Bestehen der Play Zone in dem Gebiet gewohnt haben), aber diese taucht nur ein paar Mal im Buch auf und das ist eine Kleinigkeit. Und über das Ende des Buches, das etwas schnell kommt und offen bleibt, mag man auch streiten. Ich fand es jedoch in Ordnung.

Fazit

5 von 5 Punkten. Ein Buch für Jungen und Mädchen ab 12 bis 13 Jahren, die gerne selbst am Computer spielen und sich für die Welt von morgen interessieren. Science-fiction-Lesern kann „Play Zone“ empfohlen werden – allerdings (das sei noch gesagt): es gibt in dem Buch weder Raumschiffe noch Aliens – „Play Zone“ bleibt schön auf der Erde und hat nichts mit Star Wars und Raumschiff Enterprise gemein.

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(Ulf Cronenberg, 18.08.2003)

Lektüretipp für Lehrer!

Ein Science-fiction-Roman – besonders für jugendliche Computerspieler – , der den Leser in eine Welt entführt, in der alles wie in einem Computerspiel funktioniert. Mit Hilfe von Thomas Feibels spannendem Roman ist es möglich mit Jugendlichen über das Thema Computerspiele zu sprechen, aber auch über die Zukunft ganz allgemein. Identifikationsfiguren gibt es für Jungen und Mädchen. Ab der 7. Klasse geeignet.

Kommentare (0)

  1. Luzia Scheuringer-Hillus

    Lieber Ulf Cronenberg,
    heute habe ich Jugendbuchtipps.de entdeckt und bin begeistert: Die Buchbesprechungen sind durchweg so geschrieben, dass ich sie mit großem Interesse lese und mir eine konkrete Vorstellung von der Lektüre machen kann. Auch habe ich Lust bekommen, das eine oder andere Buch selbst zu lesen.
    Auf dieser Seite – Thomas Feibel: Play Zone – hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen: Iris Henningers Kommentar passt nicht zu diesem Buch. Sie schreibt über eine Autorin und die Hauptfigur Molly …
    Herzliche Grüße
    Luzia Scheuringer-Hillus

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  2. Ulf Cronenberg

    Hallo Luzia (im Web kann man auf das „Sie“ verzichten),
    danke für das Lob – das freut mich.
    Weil du was von „Lektüre“ schreibst… Heißt das, dass du Lehrerin bist – oder ist das einfach als Synonym für „Buch“ gemeint?
    Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn du unter Bücher, die du gelesen hast, auch einen Kommentar schreibst und berichtest, wie dir das jeweilige Buch gefallen hat. Und falls du Lehrerin bist und ein Buch im Unterricht eingesetzt hast, wäre natürlich auch interessant zu wissen, wie die Schüler das Buch fanden.
    Stimmt, da war ein falscher Kommentar von Iris unter der Buchbesprechung – danke für den Tipp. Ich hab ihn entfernt und kontrolliert, ob er auch bei dem Buch steht, zu dem er eigentlich gehört („Molly Moon“ von Georgia Byng) – ja, da stand er auch.
    Viele Grüße, Ulf

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  3. Dana Stacks

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